Jugend forschtJugend forscht: Paul Dietz und Yannick Knösel vom GutsMuths-Gymnasium Quedlinburg vertreten Land Sachsen-Anhalt beim Bundesfinale

Quedlinburg - Paul Dietz und Yannick Knösel werden Landessieger mit ihrer Arbeit über Glutenunverträglichkeit und vertreten Sachsen-Anhalt beim Bundesfinale.

Von Petra Korn 21.04.2019, 10:55

Aktuell stehen für Paul Dietz und Yannick Knösel die Abiturprüfungen auf dem Programm. In wenigen Wochen haben die beiden Schüler der Klasse 12/3 des GutsMuths-Gymnasiums Quedlinburg aber noch eine weitere und ganz besondere Aufgabe:

Vom 16. bis 19. Mai werden Paul Dietz und Yannick Knösel das Land Sachsen-Anhalt in Chemnitz beim Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend forscht“ vertreten - als Sieger des Landeswettbewerbs im Bereich Biologie mit ihrem Projekt „Brotherstellung mit Konsequenzen?“.

Paul Dietz und Yannick Knösel vertreten Sachsen-Anhalt beim Bundesfinale

„Aufhänger für dieses Projekt war eine in den vergangenen Jahren steigende Tendenz zu Gluten-Unverträglichkeit bei Menschen“, sagt Paul Dietz. „Das heißt, die Zahl der Menschen, die Gluten nicht vertragen, ist gestiegen.“ „Die Frage war“, erklärt Yannick Knösel, „ob moderne Weizensorten einen höheren Gehalt an Gluten-Speicherproteinen aufweisen.“

Um das herauszufinden, haben die beiden 18-Jährigen untersucht, ob in historischen und modernen Weizensorten unterschiedliche Ausprägungen von Glutenin-Genen vorkommen und dafür Weizenproben aus den Jahren 1891 bis 2010 analysiert.

Mit dem Forschungsthema haben sich die Schüler, die beide nach dem Abitur Medizin studieren wollen, nicht erst seit diesem Schuljahr befasst. „Wir haben schon 2017 an dem Projekt gearbeitet“, berichtet Yannick Knösel. „Wir haben am Anfang Feldproben genommen und waren auf das Wachstum des Weizens angewiesen.“

Schüler besorgten sich Saatgut aus dem Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung Gatersleben

Zudem zogen sie sich selbst Pflanzen aus Saatgut, das sie aus der Genbank des Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) Gatersleben erhielten, erklärt Paul Dietz.

„Wir hatten im Grünen Labor einen eigenen Bereich“, erläutert Yannick Knösel. Im Grünen Labor erfolgte auch die Forschungsarbeit, betreut durch Labor-Leiterin Ute Linemann; von schulischer Seite wurden die beiden Gymnasiasten durch Lehrerin Kerstin Apel betreut.

Für ihre Arbeit haben Paul Dietz und Yannick Knösel die DNS, die aus Blättern der Jungpflanzen entnommen wurde, mithilfe von Marker-Genuntersuchungen analysiert. Ihr Resümee: „Wir konnten Änderungen feststellen“, sagt Yannick Knösel. Solche Glutenin-Genvarianten, „die sich förderlich auf die Backqualität auswirken, kommen in modernen Weizensorten häufiger vor“.

Schüler verbrachten viel Freizeit im Grünen Labor in Gatersleben

Die beiden haben viel freie Zeit für ihre Forschungen investiert. Immer mittwochs waren sie im Grünen Labor, in den Ferien oft mehrere Tage. Die Stunden haben sie nicht gezählt. „Es waren aber viele“, sagte Paul Dietz. Dranzubleiben war für die beiden erfolgreich:

Im Vorjahr hatten sie mit einer Vorstufe ihres Projekts bei „Jugend forscht“ teilgenommen und einen Sonderpreis im Regionalwettbewerb erhalten. In diesem Schuljahr setzten sie die Arbeit am Forschungsthema fort und bauten sie aus - und wurden Sieger zunächst beim Regional- und dann beim Landeswettbewerb.

Ziel sind Weizensorten, die hohe Backqualität haben und verträglich sind

Ihre Arbeit, sagen die beiden, sei ein Ausgangspunkt für weitere Forschungen zu Unverträglichkeiten. „Ziel wäre, Sorten zu züchten, die sowohl eine hohe Backqualität haben als auch Verträglichkeit aufweisen“, sagt Yannick Knösel.

Beteiligt haben sich am Regionalwettbewerb „Jugend Forscht“ auch zwei weitere Schüler des Gymnasiums: Cosmo Wenzlau und René Gorges haben sich mit dem Erdmagnetfeld und der Frage, wie kosmische Strahlung darin abgelenkt wird, befasst und den Folgen, die eine Umpolung des Erdmagnetfeldes für Mensch und Natur haben könnte. (mz)