Idee in Ballenstedt

Idee in Ballenstedt: Neuer Radweg im Fokus

Ballenstedt - Die Stadt Ballenstedt arbeitet weiter an dem Projekt eines Vorharz-Radweges, der auf der Trasse der stillgelegten Bahnstrecke Gernrode-Frose entstehen könnte. Bei einer ersten gemeinsamen Veranstaltung, an der unter anderem Vertreter des Landkreises und der Kommunen teilnahmen, wurde die Idee zwar grundsätzlich befürwortet, sagt Ballenstedts Bürgermeister Michael Knoppik (CDU). Östlich von Ballenstedt sehe man aber Probleme, fügte er mit Blick auf die Positionierung der Stadt Falkenstein/Harz hinzu (siehe „Bahnstrecke bleibt interessant“). „Wir arbeiten jetzt verstärkt an einem ersten Abschnitt“, so Knoppik. Dieser soll den Bereich vom Bahnhof Gernrode bis zum Bahnhof Ballenstedt-Ost ...

Von Petra Korn 28.02.2014, 17:42

Die Stadt Ballenstedt arbeitet weiter an dem Projekt eines Vorharz-Radweges, der auf der Trasse der stillgelegten Bahnstrecke Gernrode-Frose entstehen könnte. Bei einer ersten gemeinsamen Veranstaltung, an der unter anderem Vertreter des Landkreises und der Kommunen teilnahmen, wurde die Idee zwar grundsätzlich befürwortet, sagt Ballenstedts Bürgermeister Michael Knoppik (CDU). Östlich von Ballenstedt sehe man aber Probleme, fügte er mit Blick auf die Positionierung der Stadt Falkenstein/Harz hinzu (siehe „Bahnstrecke bleibt interessant“). „Wir arbeiten jetzt verstärkt an einem ersten Abschnitt“, so Knoppik. Dieser soll den Bereich vom Bahnhof Gernrode bis zum Bahnhof Ballenstedt-Ost umfassen.

Die anstehende Privatisierung der still gelegten Bahnstrecke war für Michael Knoppik Anlass, die von der Stadt Ballenstedt seit mehr als einem Jahr verfolgte Radweg-Idee voranzutreiben (die MZ berichtete). Der neue Eigentümer sei nur an den Gleisanlagen interessiert, nicht aber an den Grundstücken; und beim Rückbau anfallende Stoffe könnten möglicherweise gleich als Unterbau für einen Radweg genutzt werden.

In Rieder, inzwischen Ortsteil von Ballenstedt, und Gernrode, das jetzt wieder zu Quedlinburg gehört, war dieses Projekt begrüßt worden. Quedlinburg ist nun mit im Boot. Die Stadt steht dem Projekt aufgeschlossen gegenüber, ist an den Beratungen beteiligt und prüft, wie das Vorhaben gemeinsam umgesetzt werden kann, sagte Stadtsprecherin Sabine Bahß der MZ.

Wer nutzt den Weg, um zur Arbeit zu fahren?

Ballenstedt ist schon etwas weiter: „Wir sind mit der Eisenbahn-Handels-Gesellschaft in Kontakt, die die komplette Strecke von der Bahn erwerben will“, sagte Michael Knoppik. Mit der Gesellschaft würden für den Bereich Ballenstedt bereits Verhandlungen und vertragliche Vorbereitungen für den Erwerb der Grundstücke laufen. „Zudem beschäftigen wir uns schon mit Vorarbeiten, die parallel dazu laufen können und müssen“, ergänzte der Bürgermeister. Er verwies auf die Vorbereitungen für einen Förderantrag an das Land. Solche Unterstützungen für Radwege parallel zu Landes- und Kreisstraßen seien schon mehrfach praktiziert worden. „Diese Parallelität haben wir zwischen Gernrode und Ballenstedt optimal gegeben.“ Analysiert werden müsse auch, wie viele Menschen den neuen Radweg nutzen würden. Dabei sind Fragen zu beantworten, wie zum Beispiel: Welche Gründe gibt es, von Gernrode nach Ballenstedt und ins Selketal zu fahren? Wie wahrscheinlich ist es, dass Schüler pendeln? Wer nutzt den Weg, um zur Arbeit zu fahren? „Die Frequentierung des Radweges muss abgeschätzt werden“, so der Bürgermeister. Ebenso spielt das Verkehrsaufkommen auf den Straßen eine Rolle. „Die Straße von Ballenstedt nach Rieder und von Rieder nach Gernrode sind zwei sehr stark befahrene Straßen. Dazu gibt es relativ aktuelle Zählungen“, sagte der Bürgermeister.

„Wenn wir eine reelle Chance auf den Vorharz-Radweg haben wollen, dann müssen wir diese Zuarbeiten leisten“, machte er deutlich und verwies auch auf die besondere touristische Bedeutung des Projekts: Vor vielen Jahren habe esÜberlegungen gegeben, die Schmalspurbahn von Gernrode aus weiterzuführen. „Das ist aus heutiger Sicht eine völlige Illusion. Um so wichtiger ist es für Ballenstedt, einen Fahrradanschluss bis nach Gernrode zur Harzer Schmalspurbahn zu haben.“