Harzkreis

Harzkreis: Ehrenmal in Schielo erinnert an Soldaten

Schielo/MZ. - Drei schlanke, schwarze Granit-Stelen stehen in einer eigens eingefassten Fläche mitten auf dem Schielor Hutberg. Auf ihren Vorder- und Rückseiten sind 58 Namen eingearbeitet. Es sind die Namen jener Männer, die während des Zweiten Weltkrieges im Notlazarett starben, das damals in der Lungen-Heilstätte Schielo eingerichtet worden war. Die Soldaten waren an der Lunge verletzt worden oder litten an einer Lungenerkrankung. Ihre letzte Ruhe fanden sie hier, auf dem Schieloer Hutberg. Mit dem neuen Granit-Ehrenmal, das jetzt offiziell eingeweiht wurde, ist nun ein "dem Gedenken der Soldaten würdiger Ort" geschaffen worden, sagte Bürgermeister Jürgen Bentzius ...

Von petra korn 28.11.2012, 14:51

Drei schlanke, schwarze Granit-Stelen stehen in einer eigens eingefassten Fläche mitten auf dem Schielor Hutberg. Auf ihren Vorder- und Rückseiten sind 58 Namen eingearbeitet. Es sind die Namen jener Männer, die während des Zweiten Weltkrieges im Notlazarett starben, das damals in der Lungen-Heilstätte Schielo eingerichtet worden war. Die Soldaten waren an der Lunge verletzt worden oder litten an einer Lungenerkrankung. Ihre letzte Ruhe fanden sie hier, auf dem Schieloer Hutberg. Mit dem neuen Granit-Ehrenmal, das jetzt offiziell eingeweiht wurde, ist nun ein "dem Gedenken der Soldaten würdiger Ort" geschaffen worden, sagte Bürgermeister Jürgen Bentzius (SPD).

Damit konnte ein Projekt umgesetzt werden, das der Ortschaft Schielo, dem "Haus Einetal" und auch der Stadt Harzgerode am Herzen lag. Zwar hatte es zuvor auf dem Hutberg schon eine kleine Tafel gegeben. Doch diese befand sich im Seitenbereich des Areals und enthielt zudem nicht alle Namen der Verstorbenen. "Immer wieder kommen Angehörige. Sie wollen hier Abschied nehmen", unterstrich Bentzius die Motivation, einen neuen Ort des Gedenkens zu schaffen. Über die Dienststelle zur Benachrichtigung von Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht in Berlin wurden die Namen aller Verstorbenen recherchiert, die auch tatsächlich auf dem Hutberg zur letzten Ruhe gebettet wurden; denn einige der in der Heilstätte Verstorbenen waren in ihre Heimat überführt worden. Dann nahm die Verwaltung Kontakt zum Landesverwaltungsamt auf. Über dieses wurde das Projekt aus Mitteln des Bundes für Kriegsgräberfürsorge zu 100 Prozent gefördert. Rund 7 000 Euro flossen für die Errichtung des Ehrenmales. Die Arbeiten zur Gestaltung des neuen Gedenkortes übernahm mit der Firma Stone-Design aus Schielo ein ortsansässiges Unternehmen. "Das Unternehmen hat als Zeichen der Verbundenheit mit Schielo auf einen Teil des Arbeitslohnes verzichtet", erklärte Bentzius. Die drei Stelen sollen das Kreuz symbolisieren. Für Pfarrerin Anke Dittrich, die den neuen Gedenkort einsegnete, stehen sie auch für die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Die Stelen würden daran erinnern, was passiert sei; sie stünden dafür, weiter Versöhnungsarbeit zu leisten, Trauer miteinander zu teilen und auch in Zukunft daran zu arbeiten, dass unsere Kinder und Kindeskinder in Frieden leben könnten. Schielos Ortsbürgermeister Helmut Schmelzer, der sich besonders bei Annelore Michel und Gabriele Rennecke von der Stadtverwaltung für die Unterstützung bedankte, freute sich ebenso über das Gelingen des Projektes wie Bärbel Streipert. Seit zehn Jahren habe sie nach der Grabstätte ihres Vaters gesucht, berichtete die Göttingerin. Sie habe Kontakt zur Kriegsgräberfürsorge aufgenommen, selbst bei der Wehrmachtsdienststelle in Berlin recherchiert und seit zwei Jahren immer wieder in Kontakt mit der Stadt Harzgerode gestanden. Der Name ihres Vaters - Oswin Balduin Streipert, der am 12. Juni 1945 in Schielo starb - gehört nun zu jenen, die auf den Gedenksteinen zu lesen sind. Damit hätten sie und ihre Geschwister das Versprechen eingelöst, das sie ihrer Mutter kurz vor deren Tod vor sieben Jahren gaben: das Grab des Vaters zu finden. "Das war uns ein sehr großes Anliegen", so Bärbel Streipert.

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