Freundeskreis Selketalbahn

Freundeskreis Selketalbahn: Hunderte Kinder haben Spaß mit Osterhasen

Gernrode/Silberhütte - Schon vorab sind beide Sonderfahrten des Freundeskreises Selketalbahn ausverkauft – zwei Mal 220 Kinder und Erwachsene, die in Gernrode einsteigen. Seit 1992 organisiert der Verein am Osterwochenende Touren, seit zehn Jahren ist der Waldhof in Silberhütte ihr ...

Von Bianca Müller 18.04.2017, 06:52

Schon vorab sind beide Sonderfahrten des Freundeskreises Selketalbahn ausverkauft – zwei Mal 220 Kinder und Erwachsene, die in Gernrode einsteigen. Seit 1992 organisiert der Verein am Osterwochenende Touren, seit zehn Jahren ist der Waldhof in Silberhütte ihr Ziel.

Die ersten Minuten Fahrt verlaufen ruhig. Dann stoppt die Schmalspurdampflok. Haltestelle Osterteich. Natürlich, Familie Osterhase steigt ein, um kleine Osterüberraschungen zu verteilen. Der dreijährige Darius ist begeistert, wie Mutter Anja zufrieden feststellt. Sie sind aus Freiberg auf Familienbesuch hier und fahren erstmals mit. „Die Idee hatten meine Söhne“, erzählt Oma Monika, „weil sie die Fahrten noch von früher kennen“.

Yves Trolldenier ist seit 20 Jahren dabei

Dienstältestes Langohr ist Chefosterhase Yves Trolldenier, der seit über 20 Jahren in sein Kostüm steigt. Dicht gefolgt von Sohn Pascal – der 14-Jährige hat die „Staffelmöhre“ vor mittlerweile neun Jahren übernommen und auch seine fünfjährige Schwester Helena stieg quasi schon im Babyalter ins Hasenbusiness ein. Beide „sehen schon von weitem, wie man welches Kind im Zug ansprechen muss“.

Am Waldhof angekommen, stürmen die Kinder die Spielstraße: Torwandschießen, Stelzenlaufen, Büchsenwerfen, Hasenbastelwerkstatt. Viele kleine Besucher erweisen sich hier als pfiffig: Als Laura im Eierlaufen gegen den Osterhasen antritt, trennen sie nur noch zwei Meter vom Sieg, bis sie ihr Ei verliert.

Die Fünfjährige entscheidet spontan, dass ein Schnipser mit dem Löffel das Ei schnell und zuverlässig ins Ziel katapultiert. Ihr Konkurrent nimmt die Regelauslegung gelassen. Beim Sackhüpfen hingegen zeigt der sechsjährige Laurenz beinahe Tänzerqualitäten.

Auch das Tauziehen gegen den Osterhasen, können die Kinder für sich verbuchen. Einige der Erwachsenen lassen sich vom olympischen Gedanken mitreißen, andere nutzen die Gelegenheit für eine Führerstandsfahrt in der Lok. Die meisten machen es sich jedoch auf den Bänken gemütlich - für das leibliche Wohl hat der Verein ausreichend gesorgt.

Spannende und lustige Wettkämpfe

Sogar zwei Hasen, man entdeckt sie immer wieder inmitten der Besucher, können nicht widerstehen und gönnen sich trotz Aprilwetter ein Softeis. „Jetzt kriegen sie bestimmt einen kalten Bauch“, überlegt die vierjährige Denise.

Bauchweh hin oder her, der Job geht vor: Mittags ziehen sich die Hasen heimlich aus dem Trubel zurück. Es gilt, palettenweise Eier und Süßes zu verstecken. Hier ist Aufmerksamkeit gefragt, erklärt Pascal: „Das Gelände darf nicht zu sumpfig sein und wir achten diesmal darauf, dass kleine und große Kinder an unterschiedlichen Stellen suchen, damit die Jüngsten auch eine Chance haben.“

Angeführt vom Hasentrupp geht es, gewappnet mit Körben und Beuteln, über die Gleise zur benachbarten Wiese. Chefhase Yves kann gerade noch rechtzeitig beiseite springen, als Dutzende Kinder auf Eierjagd stürmen.

Dass Qualität dabei nicht immer Quantität heißt, demonstriert der dreijährige Konrad, der bei der Farbe seiner Beute schon einmal wählerisch ist – in seinen Korb wandern scheinbar aus Prinzip nur die blauen Ostereier. (mz)