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Nur ein geringer Mitgliederschwund Nur ein geringer Mitgliederschwund: Sportler halten nach wie vor zusammen

Von Carsten Roloff 20.02.2021, 12:56
Im Jahr 2019 fand das Nachwuchsturnier um den Energy-M-Cup zum letzten Mal statt.
Im Jahr 2019 fand das Nachwuchsturnier um den Energy-M-Cup zum letzten Mal statt. engelbert Pülicher

Bernburg - Sporthallen sind geschlossen, Fußballplätze und Leichtathletikanlagen verwaist. Während die Profis in den verschiedenen Sportarten auf unterschiedliche Art und Weise ihrem Beruf nachgehen können, stehen die Amateure aller Altersklassen im wahrsten Sinne des Wortes wegen der Corona-Pandemie und den damit durch die Bundesregierung verordneten harten Beschränkungen in allen Lebensbereichen im Abseits. Bis auf individuelle Laufeinheiten ist so gut wie gar nichts möglich, um sich sportlich zu betätigen.

„Wir haben 257 Vereine und damit im Schnitt pro Verein nur zwei Menschen verloren“

Doch auch im zweiten Lockdown bleiben viele Mitglieder ihren Vereinen treu. „Eigentlich hatten wir aufgrund der zweiten noch länger andauernden Welle schon leichte Bauchschmerzen. Aber die Solidarität der Menschen, die Sport treiben, ist weiterhin sehr hoch“, erklärt Markus Becker, stellvertretender Geschäftsführer des Kreissportbundes Salzland. Mit dem Mitgliederschwund von knapp über 500 kann er noch ganz gut leben. „Wir haben 257 Vereine und damit im Schnitt pro Verein nur zwei Menschen verloren, was jedoch auch bedauerlich ist.“

Sogar gegen den leicht rückläufigen Trend bewegt sich der PSV Bernburg, der laut Präsident Thomas Gruschka trotz Corona mehr Anmeldungen als Abmeldungen im Jahr 2020 hatte. Dabei konnte auch der PSV durch die Beschränkungen seinen selbst gewählten Verpflichtungen, wie die Gewährleistung des Trainings, natürlich nicht nachkommen. Kündigungen sind außerdem laut Satzung mit einer Frist von drei Monaten erst zum Jahresende möglich.

„Ich hoffe, dass unsere Leute trotz der schwierigen Umstände dabei bleiben“

Der zweite Lockdown erwischte die Athleten jedoch erst Anfang November. „Ich hoffe, dass unsere Leute trotz der schwierigen Umstände dabei bleiben“, sagt Thomas Gruschka. Er hat dabei auch die Sorgen und Nöte im Hinterkopf, denn einige Sportler oder Eltern der Nachwuchsathleten müssen schon jetzt auf jeden Cent schauen.

Trotzdem sieht es derzeit laut Aussage von Nachwuchskoordinator Claus Luther auch beim SV Anhalt Bernburg noch ganz gut aus, obwohl inzwischen feststeht dass in dieser Saison keine Punktspiele mehr bestritten werden können. „Das Spieljahr ist abgehakt. Aber wir stehen Gewehr bei Fuß, wenn wir wieder grünes Licht für das Training bekommen“, meint der ehemalige Zweitliga-Handballer.

„Gerade die Kinder fiebern Vergleichen entgegen“

Die wöchentlichen Einheiten mit den Teamkollegen sind die eine Seite, aber einen noch viel größeren Stellenwert nicht nur bei den Kindern und Jugendlichen genießen die Wettkämpfe, das Kräftemessen gegen einen direkten Kontrahenten beziehungsweise eine gegnerische Mannschaft.

„Die schnelle Rückkehr zu regelmäßigen Wettbewerben oder einem regulären Spielbetrieb würde dem Breitensport besonders im Nachwuchsbereich sehr helfen. Gerade die Kinder fiebern Vergleichen entgegen“, ist sich Markus Becker sicher. Allerdings steht es in den Sternen, wann die Politik dafür die Weichen stellt. Zu Lockerungen soll es erst kommen, wenn die Inzidenz unter 35 fällt. Für Wettkämpfe ist laut Markus Becker sogar eine Zahl von unter 10 vorgesehen. „Das ist utopisch“, so der stellvertretende KSB-Geschäftsführer. (mz)