Keeper Marius Göbner rettet HCB-Männern im Drittliga-Heimspiel gegen Hannover noch einen Punkt

Zwei Paraden in den letzten Sekunden

Handball: In Hohenmölsen heißt es am Ende 24:24. Hanner und Meiner erzielen jeweils fünf Tore.

Von Torsten Kühl
Keeper Marius Göbner (r.) erhält nach dem Spiel die Glückwünsche von seinem Teamkollegen Janko Pesic.
Keeper Marius Göbner (r.) erhält nach dem Spiel die Glückwünsche von seinem Teamkollegen Janko Pesic. (Foto: Torsten Biel)

Hohenmölsen - Von einem Matchwinner in diesem Falle zu sprechen, ist schwierig. Einerseits hat der HC Burgenland am Samstagabend in der Glückauf-Sporthalle in Hohenmölsen das Drittliga-Heimspiel gegen den HSV Hannover nicht gewonnen (immerhin einen Punkt allerdings). Andererseits ist Handball ein Mannschaftssport, und im Laufe der 60 Spielminuten glänzen meist verschiedene Akteure, die dann zum erfolgreichen Gesamtbild beitragen. Doch - und nun kommen wir zu Marius Göbner - kann man den jungen, gerade erst 20-jährigen Torwart des HCB nicht genug würdigen für seine beiden starken Paraden in den Schlusssekunden, mit denen er seinem Team zumindest noch das Remis rettete.

Tom Hanner, hier mit einem spektakulären Drehwurf, erzielt in der Hohenmölsener Glückauf-Sporthalle fünf Tore für die gastgebenden Burgenländer gegen den HSV Hannover. Damit ist er beim 24:24 zusammen mit Sascha Meiner erfolgreichster Schütze seines Teams.
Tom Hanner, hier mit einem spektakulären Drehwurf, erzielt in der Hohenmölsener Glückauf-Sporthalle fünf Tore für die gastgebenden Burgenländer gegen den HSV Hannover. Damit ist er beim 24:24 zusammen mit Sascha Meiner erfolgreichster Schütze seines Teams.
(Foto: Torsten Biel)

Nachdem der aktuelle Stammkeeper Hendrik Halfmann gut begonnen und einige Würfe der Gäste aus Niedersachsen pariert hatte, bekam er in einer langen Phase der zweiten Halbzeit keine Hand und keinen Fuß mehr an den Ball. HCB-Trainer Steffen Baumgart musste reagieren und brachte in der 51. Minute Göbner. „Vielleicht ein paar Minuten zu spät, aber die Hannoveraner waren zu diesem Zeitpunkt so zielsicher, dass da sicher auch Marius keine Chance gehabt hätte“, meint Baumgart. Göbner fügte sich mit zwei gehaltenen Bällen auch gleich super ein, aber auch er konnte nicht verhindern, dass die Gäste immer wieder vorlegten. Nachdem Co-Trainer Philipp Große von der Rechtsaußenposition zum 24:24 ausgeglichen hatte, nahm HSV-Coach Robin John seine letzte Auszeit. Sein Team war in Ballbesitz, kam auch zum Angriffsabschluss, hatte den Sieg vor Augen, doch Marius Göbner wehrte in den letzten drei Sekunden gleich zwei Würfe ab und wurde damit zum - sagen wir - „Pointwinner“.

Da zieht?s einem doch (komplett) das Trikot aus: HCB-Kreisläufer Mirco Fritzsche nach einem harten Kampf mit gleich mehreren Gästespielern.
Da zieht?s einem doch (komplett) das Trikot aus: HCB-Kreisläufer Mirco Fritzsche nach einem harten Kampf mit gleich mehreren Gästespielern.
(Foto: Torsten Biel)

„Es freut mich natürlich riesig, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Eine Woche zuvor in Plauen habe ich als Einwechsler in einer Phase, als die Partie zugunsten der Gastgeber zu kippen drohte, ja schon einen Siebenmeter pariert“, so der angehende Medizinstudent (im Oktober geht’s los). Im Spiel gegen den HSV Hannover habe er von der Bank aus die Wurfbilder der Gäste mit den aus dem Videostudium bekannten verglichen. „Das hat mir direkt nach meiner Einwechslung geholfen, weil ich wusste, dass der Rückraumwerfer meist nach unten zielt. Deshalb konnte ich seinen Ball auch halten,“, erzählt Marius Göbner. Bei den beiden finalen Wurfversuchen von der Rechtsaußenposition habe er dann „nur noch funktioniert“, wie der Keeper, der mit seiner Freundin in Leipzig wohnt, zugibt.

 Der 20-jährige Slowake Marek Hnidák (l.) gibt gegen den HSV Hannover sein Punktspieldebüt für den Handball-Drittligisten HCB, bleibt aber ohne Treffer.
Der 20-jährige Slowake Marek Hnidák (l.) gibt gegen den HSV Hannover sein Punktspieldebüt für den Handball-Drittligisten HCB, bleibt aber ohne Treffer.
(Foto: Torsten Biel)

Das Spiel am Samstagabend hat gezeigt, wie eng es in der 3. Liga zugeht und wie schwer es für die Burgenländer wird, den angestrebten sechsten Platz in der Staffel zu erreichen, der sie vor der Abstiegsrunde bewahrt. „Wir haben in der ersten Halbzeit einen Punkt verloren und in der zweiten einen gewonnen“, brachte es Steffen Baumgart - nun ja - auf den Punkt. Vor der Pause habe sein Team „saustark verteidigt“, aber im eigenen Ballbesitz nicht den erhofften - und durchaus möglichen - Ertrag erzielt.

Hans Becker (l.) wird - nach 28 Jahren als Übungsleiter - von Clubpräsident Uwe Gering unter großem Applaus des Publikums verabschiedet.
Hans Becker (l.) wird - nach 28 Jahren als Übungsleiter - von Clubpräsident Uwe Gering unter großem Applaus des Publikums verabschiedet.
(Foto: Torsten Biel)

Statistik:

HC Burgenland - HSV Hannover 24:24 (10:9). HCB spielte mit: Hendrik Halfmann, Marius Göbner; Kenny Dober 3/1, David Heinig, Cornelius Lange, Marek Hnidák, Florian Pfeiffer 1, Mirco Fritzsche 3, Kevin Szep-Kis, Tom Hanner 5, Marcel Popa 3, Sascha Meiner 5/2, Miloje Dolic, Philipp Große 4, Janko Pesic; kein Einsatz: Max Neuhäuser, Erik Stepan - Siebenmeter: HCB 4/4, Hannover 0; Zeitstrafen: HCB 3, Hannover 6.

Weiter spielten in der Staffel C: Hannover-Burgwedel - TSV Burgdorf II 24:27, Northeimer HC - Anhalt Bernburg 30:26, MTV Braunschweig - TuS Vinnhorst 22:27, SC Magdeburg II - SC DHfK Leipzig II 31:20, Eintracht Hildesheim - SV Plauen-Oberlosa 32:18.