Verhärtete Fronten im Tarifstreit

Streik legt Busverkehr im Burgenlandkreis lahm

Gewerkschaft ver.di hat lange Liste mit Forderungen.

Von Martin Walter 05.10.2021, 10:00
Wegen eines Streiks blieben am Montag Busse der PVG stehen. Die Gerwerkschaft ver.di hatte dazu aufgerufen.
Wegen eines Streiks blieben am Montag Busse der PVG stehen. Die Gerwerkschaft ver.di hatte dazu aufgerufen. (Foto: René Weimer)

Bad Bibra/Weißenfels - Ein von der Gewerkschaft ver.di organisierter Streik im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) hat am Montag den Bus- und Bahnverkehr im Burgenlandkreis und weiteren Teilen Sachsen-Anhalts lahmgelegt. „Meine Kollegen und ich stehen auf, damit sich endlich was verbessert“, erklärte der Weißenfelser Busfahrer Robert Biczysko, warum er und weitere Beschäftigte der Personenverkehrsgesellschaft Burgenlandkreis (PVG) ihre Arbeit niederlegten.

Begrenzung der Schichtzeiten

Die Liste an Forderungen ist lang und umfasst mehr als ein Dutzend Punkte. Wichtig seien sie alle, exemplarisch nannte er eine Begrenzung der Schichtzeiten auf zehn Stunden sowie eine Ruhezeit zwischen zwei Dienstschichten von mindestens elf Stunden. Robert Biczysko ist als Mitglied der Tarifkommission selbst bei den bisherigen zwei Verhandlungsrunden dabei gewesen und zeigt sich davon enttäuscht. „Wir sind mit unseren Forderungen schon runtergegangen, aber der Arbeitgeberverband ist uns nicht entgegengekommen“, kritisierte er. Auch sei ein neuer Manteltarif, der ab 30. Juni in Kraft treten sollte, „nicht zustande gekommen“.

Diana Häseler-Wallwitz, Geschäftsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbands Sachsen-Anhalt (KAV), ist anderer Meinung und bezeichnet den Streik als „völlig unverhältnismäßig“. Die Arbeitsniederlegung stelle „zum jetzigen Zeitpunkt ein unangemessenes Arbeitskampfmittel dar und belastet die weiteren Tarifverhandlungen schwer“, zumal sich die Tarifpartner bereits in der vergangenen Woche auf eine Fortsetzung der Verhandlungen am 12. und 13. Oktober verständigt hätten, so Diana Häseler-Wallwitz. Bei der Begrenzung der Arbeits- und Ausweitung der Ruhezeiten ist sie optimistisch, eine Einigung finden zu können. „Nicht abbildbar“ seien aber Forderungen wie eine Jahressonderzahlung in Form eines kompletten 13. Monatsgehalts. Derzeit würden die Mitarbeiter ein halbes Monatsgehalt zusätzlich bekommen.

Deutlich weniger Fahrgäste

Als Grund dafür nannte sie die wirtschaftliche Lage der Verkehrsunternehmen: „Während der Corona-Pandemie sind die Fahrgastzahlen um circa 25 Prozent zurückgegangen.“ Sie ergänzte, dass die Beschäftigten trotzdem einen Corona-Bonus in Höhe von 1.300 Euro bekommen haben. Das bestätigte Paul Schmidt, ver.di-Verhandlungsführer für den Nahverkehr. Er verwies aber darauf, dass der Bund einen milliardenschweren ÖPNV-Rettungsschirm gespannt habe.

In Naumburg wie auch auf den anderen Betriebsgeländen der PVG in Bad Bibra, Zeitz und Weißenfels hätten sich fast alle Fahrer am Streik beteiligt.