Hochdekorierter Küchenchef aus dem Harz besucht „Handmacher“ an Saale und Unstrut

Ritterschlag vom Sternekoch

Regionalerzeuger: Für das nach ihm benannte TV-Format „Stadt, Land, Pietsch“ wird auch in Müncheroda gedreht.

Von Andreas Löffler
Besuch von Sachsen-Anhalts einzigem Michelin-Stern geehrten Spitzenkoch Robin Pietsch bei Dorffleischer Frank Schneider in Müncheroda.
Besuch von Sachsen-Anhalts einzigem Michelin-Stern geehrten Spitzenkoch Robin Pietsch bei Dorffleischer Frank Schneider in Müncheroda. (Foto: Andreas Löffler)

Müncheroda - „Hier hat jemand wirklich seine absolute Berufung gefunden“, sagte Robin Pietsch feierlich. In seinem Gesicht spiegelte sich nicht nur die Freude am soeben erlebten kulinarischen Hochgenuss, sondern auch unverstellte Anerkennung über die ausgefallenen Speisen seines Gastgebers wider: Für seine jeweils freitags ab 19 Uhr im MDR-Fernsehen ausgestrahlte Reihe „Stadt, Land, Pietsch“ besuchte der Spitzenkoch, der mit seinen Restaurants „Zeitwerk“ sowie „Pietsch“ in Wernigerode jeweils einen Michelin-Stern hält und damit der einzige sternendekorierte Küchenchef in ganz Sachsen-Anhalt ist, den jungen Landfleischer Frank Schneider in Müncheroda.

Und zu sagen, dass sich da zwei gesucht und gefunden hatten, ist glatt noch eine Untertreibung, denn: Beinahe ohne Unterlass (und auch, wenn die TV-Kamera aus war) fachsimpelten die beiden jungen Männer über ihre Leidenschaft für leckeres Essen und die regionale, nachhaltige Erzeugung der Zutaten - also jene Aspekte, die im Fokus des TV-Formats stehen. Für „Stadt, Land, Pietsch“ war der Wernigeröder nun erstmals auch im Burgenlandkreis unterwegs und machte neben Müncherodas Dorffleischer ebenfalls den Cauerwitzer „Eisfreunden“ sowie Jungwinzer Manuel Flechtner in Naumburg (der dafür extra seinen Urlaub um einen Tag abkürzte) die Aufwartung.

?Da machst du Augen!?: Spitzenkoch Robin Pietsch beißt genüßlich in den in einem gefalteten Wrap servierten und gegrillten Burger.
?Da machst du Augen!?: Spitzenkoch Robin Pietsch beißt genüßlich in den in einem gefalteten Wrap servierten und gegrillten Burger.
(Foto: Andreas Löffler)

Initiiert und „eingefädelt“ worden waren die Begegnungen zwischen Sternekoch und den lokalen Produzenten von Katharina Albrecht, die das beim Saale-Unstrut-Tourismus-Verein angesiedelte Projekt „Handgemacht. Saale-Unstrut“ betreut. „Ich habe einfach mal bei der TV-Produktionsfirma nachgefragt, wie die auf ihre Protagonisten kommen. Und dann damit geworben, dass wir auch an Saale und Unstrut zahlreiche handwerklich arbeitende lokale Erzeuger mit spannenden Geschichten haben, die überregionale Aufmerksamkeit verdienen“, schildert die junge Frau. Nach Treff und intensivem Austausch wurden im ersten Aufschlag drei (von vielen weiteren denkbaren) „Handmachern“ für Pietschs Visiten ausgewählt.

Im Fall von Sternekoch und Fleischer übrigens stimmte die Chemie der beiden Akteure vor der Kamera so gut, dass Katharina Albrecht getrost einen Nebenerwerb als Casting-Agentin starten könnte: Wenn Robin Pietsch sympathisch bodenständig und mit lockeren Sprüchen agierte, stand ihm Frank Schneider in Sachen Unterhaltungswert in nichts nach - etwa, indem dieser den Starkoch liebevoll-frotzelnd als „Z-Promi“, den angeblich keiner kenne, empfing. Robin Pietsch ließ sich gern auf das Spiel mit der Ironie ein: Als es in der Wurstküche daran ging, sage und schreibe zwölf Kilogramm Gehacktes erst zu Bällchen und dann zu Burger-Patties zu formen, ließ der Koch-Künstler ein extra devotes „Wenn du das sagst, Chef, mache ich das!“ vernehmen.

Da staunt sogar der sternendekorierte Küchenchef: Sauerteig-Burger-Muffins
Da staunt sogar der sternendekorierte Küchenchef: Sauerteig-Burger-Muffins
(Foto: Andreas Löffler)

Bei aller Alberei standen aber Zubereitung und Verkostung einiger Fleischspezialitäten, etwa verrückter Kreationen wie Sauerteig-Burger-Muffins, im Vordergrund. Das Schlusswort hat der Sternekoch: „Mega!“, lautete sein spontaner Ausruf, als er Schneiders viel gerühmte Leberwurst probierte: „Frisches Brot drunter und tschüss!“ Handgemacht eben...