Spendenaufruf für die Hochwasseropfer in Westdeutschland stößt auf beeindruckende Resonanz

Riesige Hilfsbereitschaft im Wethautal

Im Stößener Feuerwehrgerätehaus türmen sich die Sachspenden.

Von Iris Richter
Justin Dietl, Christiane Sättele-Schiffler und Michael Schiffler von der Feuerwehr Wethautal nahmen am Samstag im Feuerwehrgerätehaus in Stößen  Sachspenden für die Hochwasseropfer entgegen.   Die Resonanz war groß.
Justin Dietl, Christiane Sättele-Schiffler und Michael Schiffler von der Feuerwehr Wethautal nahmen am Samstag im Feuerwehrgerätehaus in Stößen Sachspenden für die Hochwasseropfer entgegen. Die Resonanz war groß. (Foto: Iris Richter)

Stößen - Unzählige Tüten und Kartons stapeln sich seit dem Wochenende im Stößener Feuerwehrgerätehaus. Bekleidung, Haushaltsgegenstände, Bettwäsche, aber auch Spielzeug und Hygieneartikel - teils nagelneu - befinden sich darin. Sie sind für die Opfer des Hochwassers im Westen Deutschlands bestimmt. Seit die Feuerwehr Wethautal am Freitagabend den Spendenaufruf über das soziale Netzwerk Facebook startete, war die Resonanz riesengroß. Nicht nur, dass der Aufruf über 100-mal im Netz geteilt und die Aktion der Wethautaler gelobt wurde - zahlreiche Menschen nutzten am Samstag und Sonntag die Chance, den vom Hochwasser Betroffenen zu helfen und brachten Sachspenden vorbei.

So hatten Christiane Sättele-Schiffler, ihr Mann Michael sowie Justin Dietl von der Ortsfeuerwehr Stößen alle Hände voll zu tun, um die Spenden entgegenzunehmen und zu sortieren. „Noch vor einer Woche habe ich mit Menschen, die jetzt beim Hochwasser alles verloren haben, bei einer Dienstreise auf Mallorca zusammengesessen“, erzählt Christiane Sättele-Schiffler erschüttert. Die 39-Jährige betreibt in der Kleinstadt ein Reisebüro und traf sich auf der spanischen Insel mit anderen Reiseunternehmern, um sich von den Möglichkeiten nach dem Lockdown ein Bild zu machen. „Da freut man sich, dass es für unsere Branche endlich wieder losgeht und dann sowas. Für mich war sofort klar, dass ich bei der Spendenaktion helfe“, sagt die Stößenerin, während sie immer wieder neu abgegebene Kisten stapelt und allen, die etwas vorbeibringen, gar nicht genug danken kann.

Wohin die Spendengüter kommen, ist derweil noch nicht ganz klar. Denn hinter den Kulissen wird organisiert und koordiniert. „Alles ist eine Gemeinschaftsaktion des Wethautals mit Naumburg und Bad Kösen, denn die Hilfe soll koordiniert ablaufen “, sagt Feuerwehrmitglied Jens Dietl. So gibt es Gespräche mit dem Landkreis, aber auch Hilfsorganisationen wie den Maltesern, dem Deutschen Roten Kreuz sowie den Johannitern, damit die Hilfsgüter auch dort verteilt werden, wo sie gebraucht werden. Da Naumburg eine Städtepartnerschaft mit Aachen hat, könne er sich vorstellen, dass man die Güter in diesen Raum bringt. „Ich gehe davon aus, dass wir nächste Woche selbst in das Hochwassergebiet fahren, um die Spenden dorthin zu bringen“, sagt Dietl, der ebenso wie seine Mitstreiter von der Feuerwehr Stößen beeindruckt ist von der Hilfsbereitschaft der Menschen. Am Sonntag war der Lagerraum in Stößen jedenfalls mehr als gut gefüllt.