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Ärztliche Versorgung in Bad Kösen Primedus gibt ab - was heißt das für die Arztpraxis in Bad Kösen?

In der Kurstadt ist die ärztliche Versorgung derzeit für viele ein Thema. Tatsächlich stehen in der Lindenstraße 5 Veränderungen an.

09.12.2025, 17:19
So ist die  „Hausärztliche Teampraxis Bad Kösen“ aufgestellt (v.l.): Annett Bierbass, Kristin Kunze, Dr. Franziska Charrier, Peggy Reißmann, Daniela Schmidt, Peggy Hüfner und Doreen Schmidt.
So ist die „Hausärztliche Teampraxis Bad Kösen“ aufgestellt (v.l.): Annett Bierbass, Kristin Kunze, Dr. Franziska Charrier, Peggy Reißmann, Daniela Schmidt, Peggy Hüfner und Doreen Schmidt. (Foto: Holger Behrens)

Bad Kösen. - Schließt in Bad Kösen die Hausarztpraxis Primedus in der Lindenstraße 5? Das Gerücht hält sich hartnäckig, doch was ist dran? Holger Behrens, freier Mitarbeiter, sprach dazu mit der ärztlichen Leiterin Dr. Franziska Charrier und der geschäftsführenden Inhaberin Dr. Jana Henße.

In der Praxis stehen Veränderungen an. Welche sind das?

Franziska Charrier: Am 16. Dezember werde ich die Betriebsstätte in Bad Kösen von Primedus übernehmen. Es wird also einen Inhaberinnenwechsel in Bad Kösen geben. Der Name lautet dann „Hausärztliche Teampraxis Bad Kösen“. Mehr ändert sich nicht. Alle Mitarbeiterinnen – Ärztinnen und Medizinische Fachangestellte – bleiben am vertrauten Ort.

Jana Henße: Die Betriebsstätte in Naumburg bleibt ebenfalls inhabergeführt bestehen – unter ärztlicher Leitung von Dr. Hildmann und meiner organisatorischen.

Geht damit ein lang gehegter Wunsch von Ihnen in Erfüllung?

Franziska Charrier: Ich habe schon lange damit geliebäugelt, und nun passte alles dafür. Ich bin Frau Dr. Henße sehr dankbar für die Möglichkeit, seit 2017 unter Begleitung zunächst Erfahrung in der Leitung sammeln und nun die Praxis übernehmen zu können, zusammen mit einem grandiosen Team. Ich freue mich sehr darauf.

Jana Henße: Das hausärztlich geführte MVZ der Primedus GmbH hat schon einmal eine Betriebsstätte an eine junge Ärztin abgegeben. Unser Ziel ist es, Versorgung dort zu ermöglichen, wo sie fehlt. Darum schaffen wir neue Strukturen – etwa auch durch Erweiterungen in Naumburg oder unsere Großpraxis im Erfurter Norden – und unterstützen gleichzeitig jede Ärztin und jeden Arzt, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Nur so entsteht nachhaltig regionale Versorgung.

Frau Dr. Charrier, Sie arbeiten bereits seit knapp acht Jahren in Bad Kösen. Wie blicken sie auf diese Zeit zurück?

Franziska Charrier: Ich liebe es, im ländlicheren Bereich zu arbeiten, und pendele gerne täglich mit Rad und Bahn von Jena nach Bad Kösen. Die Patientinnen und Patienten sind bodenständig, genügsam und warten oft mit alten und neuen Geschichten auf. Viele haben wir die letzten Jahre durch schöne und manchmal leider auch traurige Zeiten begleiten dürfen. Das verbindet.

Bleiben Sie am vertrauten Standort; wer gehört zum Team?

Franziska Charrier: Wie bereits erwähnt, bleiben Ort und Personal unverändert. Die letzten Jahre hat sich unser Team der Medizinischen Fachangestellten – das sind Annett Bierbass, Peggy Hüfner, Kristin Kunze, Daniela Schmidt und Doreen Schmidt – gefestigt und ergänzt sich optimal.

Alle bringen ihre Kompetenzen ein, ob im Wundmanagement, bei Hausbesuchen, bei Diabetesschulungen im Hygienemanagement oder der IT. Zuletzt ist meine internistische Kollegin Peggy Reißmann dazugestoßen und hat sich das Vertrauen der Patientinnen und Patienten und unsere Wertschätzung schnell erarbeitet.

Worauf müssen sich die Patientinnen und Patienten einstellen?

Franziska Charrier: Vom 15. bis 17. Dezember bleibt die Praxis wegen einer technischen Systemumstellung geschlossen. In dieser Zeit übernimmt die Hausarztpraxis Dr. Bretschneider die Vertretung. Sicherlich wird es zu Beginn die ein oder andere technische Unwegsamkeit geben, doch ich hoffe auf wohlwollendes Verständnis.

Wie kann man zur Praxis ab 19. Dezember Kontakt aufnehmen? Franziska Charrier: Es wird eine neue Homepage geben unter Teampraxis-badkoesen.de, und wir sind unter der Mail-Adresse [email protected] erreichbar. Die Telefonnummer 034463/27355 ist unverändert.

Die Hausarztpraxis Primedus Bad Kösen war ja auch immer wieder Anlaufpunkt für Ärzte in Ausbildung. Geben Sie auch weiterhin jungen Medizinern eine Chance, sich im hausärztlichen Bereich weiterzubilden?

Franziska Charrier: Die gemeinsam mit Primedus implementierte Aus-, Weiter- und Fortbildung als Lehrpraxis der Uni Jena und der Uni Halle wird sehr gerne fortgeführt. Unsere Patientinnen und Patienten sind es schon gewohnt, dass Studierende den Praxisalltag bereichern, ebenso wie bereits einige Weiterbildungsärztinnen für Allgemeinmedizin. Es macht Spaß und Sinn, hausärztlichen Nachwuchs zu unterstützen und hoffentlich noch viele junge Menschen für diesen Beruf begeistern und inspirieren zu können.

Welche Erwartungen haben Sie an die tägliche Arbeit?

Franziska Charrier: Eine kontinuierliche Betreuung durch ein Team halte ich für den besten Garanten guter hausärztlicher Versorgung. Des Weiteren hoffe ich sehr, dass die voranschreitende Digitalisierung auch Chancen für eine qualitativ bessere und zeiteffektivere Versorgung bringt, beispielsweise durch eingesparte Wege oder einfachere asynchrone Kommunikation über Apps für Pflegedienste, Patientinnen und Patienten – Termine, Medikamente, Überweisungsanfragen – oder schnellere Wundbegutachtungen per Video.