Adventskalender der musikalischen Sorte

Naumburger Pianistin ersinnt Heft zu Weihnachtsbräuchen

Publikation versammelt Geschichten und Übungen.

Von Andreas Löffler 24.11.2021, 09:23 • Aktualisiert: 26.11.2021, 09:43
Irina Krümmling hat ihren Tannenbaum geschmückt - mit mundgeblasenen Glaskugeln aus Lauscha.
Irina Krümmling hat ihren Tannenbaum geschmückt - mit mundgeblasenen Glaskugeln aus Lauscha. (Foto: Andreas Löffler)

Naumburg - Warum schmücken wir den Weihnachtsbaum? Und wo kommen all die anderen liebgewonnenen Bräuche in Advents- und Weihnachtszeit eigentlich her? Die Beschäftigung mit eben jenen Fragen hat der Naumburger Pianistin Irina Krümmling keine Ruhe gelassen, zumal, wie sie sagt, „diese Rituale ja praktisch auf der ganzen Welt und bis nach Wladiwostok und Japan verbreitet sind“.

Um die eigene Neugier zu befriedigen, wälzte die Musikerin in den zurückliegenden Monaten stapelweise Bücher und führte sich sogar wissenschaftliche Werke zu dem Thema einschließlich einer Dissertation aus dem 19. Jahrhundert zu Gemüte. Ihre Erkenntnisse hat sie nun auf kindgerechte Weise aufbereitet - als einen „Musikalischen Adventskalender“ in Form eines Geschichten-, Mal- und Übungsheftes für Heranwachsende.

In der Publikation ist jedem der 24 Dezembertage bis Heiligabend eine Doppelseite gewidmet. „Dort gibt es jeweils eine kurze Lesegeschichte zu den Hintergründen eines bestimmten Weihnachtsbrauchs und ein per QR-Code abrufbares Musikstück zum Anhören. Kinder, die Klavier lernen, finden eine kleine musikalische Übungsaufgabe. Dazu gibt es wundervolle weihnachtliche Ausmalbilder, die meine Freundin Olha Zolotnyk aus der Ukraine geschaffen hat“, verrät Irina Krümmling.

Das Heft zu Weihnachtsbräuchen wird am Sonnabend in der Naumburger Stadtbibliothek präsentiert.
Das Heft zu Weihnachtsbräuchen wird am Sonnabend in der Naumburger Stadtbibliothek präsentiert.
(Foto: Andreas Löffler)

„Ich fand es übrigens überraschend, dass im Grunde sämtliche bis heute populären Weihnachtstraditionen, egal ob der Adventskalender oder das Anschmücken des Tannenbaums, aus Deutschland stammen“, erzählt die Pianistin, die in Kasan, der Hauptstadt der zu Russland gehörenden Republik Tatarstan aufwuchs und studierte. So verwundert es nicht, dass es auch mit den in ihrem „Musikalischen Adventskalender“ enthaltenen Musikstücken eine besondere Bewandtnis hat.

„Als ich nach Deutschland übersiedelte, hat mir eine Freundin zehn CD-ROMs geschenkt, auf denen in digitaler Form so viele Notenbücher gespeichert sind, wie sie als gedruckte Exemplare bestimmt fünf große Schränke füllen würden“, schildert Irina Krümmling. In diesem sozusagen riesigen „Silberschatz“ habe sie den von seinem berühmten Landsmann und Zeitgenossen Tschaikowski hochgeschätzten Komponisten Wladimir Rebikow entdeckt. „Unter Rebikows Klavierwerken finden sich auch viele Miniaturen speziell für Kinder, allen voran der 14-teilige Zyklus ,Tannenbaumschmuck’, der total bezaubernd ist“, schwärmt die Pianistin. Allerdings: Weil 14 nicht 24 ist, habe sie für ihren Musik-Adventskalender noch zehn weitere, dem Vorbild nachempfundene Stücke dazukomponiert.

Das Heft ist ab Sonnabend in der Galerie Stefan Rühlmann, Jakobsstraße 9, und im Geschäft „Spielzeit“, Herrenstraße 12, in Naumburg erhältlich.