Wahl in der Verbandsgemeinde An der Finne

Ludwig rettet sich mit 97 Stimmen Vorsprung ins Ziel

Amtsinhaberin gewinnt Stichwahl gegen ihren Herausforderer Thomas Reiche. Sie wird nun sieben weitere Jahre amtieren.

Von Harald Boltze 12.10.2021, 09:21
In der Verbandsgemeinde An der Finne wurde gewählt.
In der Verbandsgemeinde An der Finne wurde gewählt. (Symbolbil: imago images/Eibner)

Bad Bibra - Als Monika Ludwig eine Nacht über die Bekanntgabe des vorläufigen Wahlergebnisses geschlafen hatte, war ihre Freude noch immer groß. „Nein, dass es so knapp ausging, ist kein Wermutstropfen. Wichtig war mir einzig, dass ich die begonnene Arbeit fortsetzen darf“, sagte die alte und neue Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde „An der Finne“ gegenüber Tageblatt/MZ.

2.412 Bürger und damit 51,03 Prozent der Wähler hatten der parteilosen Ludwig am Sonntag die Stimme geschenkt. Der unterlegene Stichwahl-Kandidat Thomas Reiche (CDU) äußerte sich dagegen mit gemischten Gefühlen. „Auf der einen Seite, ist es erfreulich, dass mir so eine Aufholjagd gelungen ist. Ein so knappes Ergebnis war ja nicht unbedingt zu erwarten. Andererseits ist natürlich auch Enttäuschung da“, so Reiche, der 2014 im gleichlautenden Duell 34,5 Prozent der Stimmen erreicht hatte.

Amtsinhaberin Monika Ludwig (parteilos) konnte die Stichwahl für sich entscheiden.
Amtsinhaberin Monika Ludwig (parteilos) konnte die Stichwahl für sich entscheiden.
(Foto: VG Finne)

Noch am Wahlabend gratulierte er seiner Mitbewerberin und wünschte ein gutes Händchen für die kommenden sieben Jahre. Sie werden nicht ganz einfach sein, „sind doch im Wahlkampf viele Probleme und Themen, die gegärt hatten, an die Oberfläche gespült worden,“ so Reiche.

Gewinnerin Ludwig teilte die Einschätzung eines „sehr polarisierten Wahlkampfes“. Dieser sei aus ihrer Sicht in zu vielen Punkten unterhalb der Gürtellinie abgelaufen. Kein Verständnis hat die Saubacherin etwa für die Bürgermeisterinnen Marlis Vogel (Eckartsberga) und Manuela Hartung (Lanitz-Hassel-Tal). Diese hatten kurz vor der Wahl in einer Anzeige in unserer Zeitung mehr oder weniger offen ihre Unzufriedenheit mit der bisherigen Amtsführung artikuliert. „Das hat mich erstaunt, denn keine der beiden Damen ist vorher einmal zu mir gekommen, um Probleme anzusprechen“, so Ludwig. Angedeutet worden war durch die beiden Bürgermeisterinnen etwa, dass Monika Ludwig weder im Verbandsgemeinderat noch in ihrer eigenen Heimatgemeinde Finneland über genügend Rückhalt verfüge. Letzteres spiegelte nun auch das Wahlergebnis wider, denn die „Finneland“-Wahlbezirke sicherte sich CDU-Kandidat Reiche, der auch im Lanitz-Hasseltal und in Eckartsberga besser als Ludwig abschnitt. Die Amtsinhaberin hingegen punktete vor allem an der Poststraße und in Bad Bibra. Dort hatte sich Bürgermeister Frederik Sandner, der sich ebenfalls um den VG-Chefposten beworben hatte, im ersten Wahlgang aber nur Dritter geworden war, vor der Stichwahl für Ludwig und gegen seinen ehemaligen Parteifreund Reiche ausgesprochen.

Thomas Reiche (CDU) musste sich nur knapp geschlagen gegeben.
Thomas Reiche (CDU) musste sich nur knapp geschlagen gegeben.
(Foto: Reiche)

Ihr Ziel, so die alte und neue VG-Bürgermeisterin, sei es nun, wieder ein „Miteinander“ herzustellen. Sie werde nicht nachtragend sein, wolle zwar weiter hart in der Sache für ihre Überzeugungen eintreten, aber demnächst geduldiger die Dinge erklären. Ein Dank richtete sie an ihre Familie. Es tue ihr leid, dass sie den Schmutz des Wahlkampfes nicht immer von ihren beiden Teenagern habe fernhalten können.