Lotto-Albert gibt Dampf

"Auch über Sabine kann man nicht meckern. Sie bescherte Mitteldeutschland ein schönes letztes Septemberwochenende. Inzwischen hat eine Kaltfront vom Tief ""Paolini"" auch unsere Region im Griff. Die Temperaturen für dieses Wochenende können bis auf zwölf Grad tagsüber absinken und nachts unter sechs Grad. Es hilft alles nichts - der Sommer ist vorbei. Längst sind unsere Störche auf ihrem großen Afrika-Flug. Wie der Memlebener Storchennest-Wirt Horst Ihle sorgfältig vermerkt hat, verließen die zwei Jungstörche am 8. September das Nest auf der alten Bäckerei. Die Eltern waren schon 14 Tage zuvor abgereist. Vom 10. zum 11. September hat dann noch ein durchreisender Storch im Nest übernachtet. Von Lotto-Albert, dem mit Funk ausgerüsteten Adebar vom Storchenhof Loburg, kennen wir inzwischen die ersten Reisedaten. Der Junge hat tüchtig Dampf gemacht: Am 11. September ist er aufgebrochen, am 25. meldete er sich bereits aus Syrien. Die beiden anderen Loburger Störche, Leopold und Louis Henri, sind im ..."

Von HANS-DIETER SPECK 04.10.2009, 07:12

Auch über Sabine kann man nicht meckern. Sie bescherte Mitteldeutschland ein schönes letztes Septemberwochenende. Inzwischen hat eine Kaltfront vom Tief "Paolini" auch unsere Region im Griff. Die Temperaturen für dieses Wochenende können bis auf zwölf Grad tagsüber absinken und nachts unter sechs Grad. Es hilft alles nichts - der Sommer ist vorbei. Längst sind unsere Störche auf ihrem großen Afrika-Flug. Wie der Memlebener Storchennest-Wirt Horst Ihle sorgfältig vermerkt hat, verließen die zwei Jungstörche am 8. September das Nest auf der alten Bäckerei. Die Eltern waren schon 14 Tage zuvor abgereist. Vom 10. zum 11. September hat dann noch ein durchreisender Storch im Nest übernachtet. Von Lotto-Albert, dem mit Funk ausgerüsteten Adebar vom Storchenhof Loburg, kennen wir inzwischen die ersten Reisedaten. Der Junge hat tüchtig Dampf gemacht: Am 11. September ist er aufgebrochen, am 25. meldete er sich bereits aus Syrien. Die beiden anderen Loburger Störche, Leopold und Louis Henri, sind im Tschad.

Die Tage werden sichtlich kürzer. Gut fünf Minuten mit jedem Tag. An trüben Tagen dämmert es bereits kurz nach 19 Uhr. Bereits in vier Wochen werden die Tage auf zehn Stunden geschrumpft und die Nächte auf 14 Stunden angewachsen sein. Ein Bilderbuch-Herbst, wie er im vergangenen Jahr in der Laubfärbung zu sehen war, ist derzeit nicht in Sicht. Nasskaltes Wetter ist dafür nicht förderlich. "Fällt das Laub im Wald sehr schnell, ist der Winter bald zur Stell", sagt eine Bauernweisheit.

Für Oktober habe ich mir einige Lostage angesehen: "Hedwig und St. Gall machen das schöne Wetter all", heißt es da für den 16. Oktober, und der 18. Oktober droht: "Ist St. Lukas mild und warm, kommt ein Winter, dass Gott erbarm." Am 28. Oktober sollten wir uns warm anziehen, denn: "Simon und Lukas, diese zwei, bringen oft schon Schnee herbei." Das scheint auch die Eiche in meinem Garten zu bestätigen, weil: "Wenn die Eichen viel Früchte tragen, wird ein langer Winter tagen."

Die kommende Jahreszeit beschreibt Detlev Liliencron (1844-1909) in seinem Gedicht "Herbst":

Astern blühen schon im Garten,

Schwächer trifft der Sonnenpfeil

Blumen, die den Tod erwarten

Durch des Frostes Henkerbeil.

Brauner dunkelt längst die Heide,

Blätter zittern durch die Luft.

Und es liegen Wald und Weide

Unbewegt im blauen Duft.

Pfirsich an der Gartenmauer,

Kranich auf der Winterflucht.

Herbstes Freuden, Herbstes Trauer,

Welke Rosen, reife Frucht.