Handball

Handball: Auch Saison in der Oberliga wird annulliert

Naumburg/Plotha - Kaum hatte der Handballverband Sachsen-Anhalt die Saison 2020/21 auf allen Ebenen des Landes als beendet und annulliert erklärt, zog jetzt auch der Mitteldeutsche Handball-Verband (MHV) nach. Am Donnerstag gab er den Abbruch des aktuellen Spieljahres bekannt. „Die zuletzt verlängerten Maßnahmen von Bund und Ländern über die nächsten Wochen hinweg und die damit verbundenen Unabwägbarkeiten für die Planung des Spielbetriebs lassen leider keine andere Entscheidung zu“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung des ...

Von Torsten Kühl

Kaum hatte der Handballverband Sachsen-Anhalt die Saison 2020/21 auf allen Ebenen des Landes als beendet und annulliert erklärt, zog jetzt auch der Mitteldeutsche Handball-Verband (MHV) nach. Am Donnerstag gab er den Abbruch des aktuellen Spieljahres bekannt. „Die zuletzt verlängerten Maßnahmen von Bund und Ländern über die nächsten Wochen hinweg und die damit verbundenen Unabwägbarkeiten für die Planung des Spielbetriebs lassen leider keine andere Entscheidung zu“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung des MHV.

Konkret hat der Vorstand des MHV beschlossen, die abgebrochene Saison nicht zu werten. Es werden keine Absteiger aus der Oberliga in die Landesverbände (Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen) benannt; Aufsteiger zur dritten Liga werden jedoch zugelassen, sofern die dritte Liga diese ausschreibt. Interessierte Vereine der Mitteldeutschen Oberliga könnten sich schriftlich melden. „Sollten sich mehr als eine Mannschaft melden, wird die Rangfolge der Aufstiegskandidaten ausgespielt“, so der MHV, der darüber nachdenkt, „den Spielklassenbeitrag für die kommende Saison zu reduzieren“.

Von dem Beschluss des Mitteldeutschen Handball-Verbandes unmittelbar betroffen ist die erste Frauenmannschaft des HC Burgenland, die allerdings in der Oberliga-Saison 2020/21 lediglich zwei Partien ausgetragen hatte. HCB-Spielertrainerin Jessica Stiskall erfuhr von unserer Zeitung vom Abbruch und von der Annullierung. Sie sagt: „Man weiß ja in diesen Corona-Zeiten überhaupt nicht, wie es weitergehen wird. Da kommt einem eine solche klare Ansage wie aus dem sportlichen Bereich durchaus gelegen. Da weiß man jetzt wenigstens, woran man ist.“

Sie werde sich nun umgehend mit Club-Präsident Uwe Gering zusammensetzen, um die personellen Dinge für das bevorstehende Spieljahr zu klären. „Die dritte Liga ist vorerst nicht unser Ziel“, erklärt Stiskall, die in ihrem Trainerjob von Danny Nas und Christopher Pchalek unterstützt wird. „Wahrscheinlich werden wir vor Ostern nicht wieder in unser Trainingsdomizil in Plotha dürfen. Dann werden wir eben im April oder im Mai in die Vorbereitung auf die nächste Saison starten“, so Jessica Stiskall.

Zuvor hatte der Landesverband HVSA ähnlich entschieden gehabt. „Die Punktspielserie 2020/2021 wird auf allen Ebenen des HVSA annulliert. Die bereits durchgeführten Spiele werden nicht gewertet. Es gibt keine Auf- und keine Absteiger zur Saison 2021/2022. Die angepassten Staffelstärken der Sachsen-Anhalt-Liga Männer und Frauen sowie Verbandsliga Männer Nord und Süd werden für die Saison 2021/2022 beibehalten. Melden berechtigte Mannschaften für diese Ligen zur Punktspielserie 2021/2022 nicht, bleiben diese Staffelplätze unbesetzt“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.

Das bedeutet, die zweite Männermannschaft des HC Burgenland, die als Aufsteiger zur Sachsen-Anhalt-Liga dort in den vier ausgetragenen Partien punktlos geblieben ist, kann im kommenden Spieljahr einen neuen Anlauf in der höchsten Klasse Sachsen-Anhalts starten. „Der HVSA hat mit seiner Entscheidung, die aus meiner Sicht die einzig richtige ist, ein Zeichen gesetzt - auch in Richtung DHB“, kommentierte HCB-Präsident Uwe Gering die Beschlüsse des Landesverbandes.

Gering spielt damit auch auf die noch immer unklare Situation in der 3. Liga an, wo die erste Männermannschaft seines Clubs in der Staffel Nord-Ost um Punkte kämpft. Bislang gibt es nach mehreren Videokonferenzen mit den Vereinen und Befragungen keine Entscheidung zu einem möglichen Re-Start oder zu einem Abbruch der Saison.

Indes hat der sachsen-anhaltische Landesverband auch die Zeit nach dem Lockdown bereits im Blick. „In der Hoffnung, dass es gegebenenfalls doch noch zu sportlichen Begegnungen kommen kann, bietet der HVSA seinen Mitgliedern Hilfe bei der Organisation von Freundschaftsspielen an“, schreibt der Verband weiter auf seiner Homepage. Zudem habe sich der HVSA entschieden, 75 Prozent der Spielbeiträge an die Vereine zurückzuzahlen. „Hierfür wird es entsprechende Gutschriften und Rücküberweisungen bis zum Ende der Saison geben.“ Man  bitte allerdings bis zur Bearbeitung um etwas Geduld, heißt es. Dagegen werde ein Schiedsrichterkostenausgleich  seitens des HVSA nicht vorgenommen.

Uwe Gering begrüßt die Erstattung der Mannschaftsgebühren. „Das ist eine gute und faire Lösung. Wenn das Geld bei uns angekommen ist, wollen wir es eins zu eins  an unsere Mitglieder weitergeben. Dabei werden unsere Nachwuchssportler  allerdings Vorrang haben“, betont der HCB-Präsident.