Feuerleute proben Ernstfall im Tunnel

Für Übung geht es in die Schweiz

Einsatzkräfte aus Unstrut- und Finneregion nehmen an speziellem Lehrgang der International Fire Academy teil.

Von Constanze Matthes
Üben für den Ernstfall im Tunnel: Einsatzkräfte der Feuerwehr aus der Unstrut- und der Finneregion nahmen an einer Weiterbildung der International Fire Academy in der Schweiz teil.
Üben für den Ernstfall im Tunnel: Einsatzkräfte der Feuerwehr aus der Unstrut- und der Finneregion nahmen an einer Weiterbildung der International Fire Academy in der Schweiz teil. (Foto: Feuerwehr Nebra)

Freyburg/Nebra - Die Schweiz - Land der hohen Berge und langen Tunnel. In Balsthal im Kanton Solothurn hat die International Fire Academy ihren Sitz. Sie ist Ausbildungsstätte für Feuerwehrmänner und -frauen und mittlerweile bekannte Adresse für Kameraden aus der Region. So nehmen seit Jahren Einsatzkräfte aus der Unstrut- und Finneregion sowie des Saalekreises an Weiterbildungen teil, um bei Bränden in Eisenbahntunneln bestens gerüstet zu sein. Denn mit dem Bibra-, Finne- und Osterberg-Tunnel der ICE-Strecke gibt es gleich drei Bauwerke dieser Art vor der Haustür.

Zuletzt reisten Anfang Juni mehrere Feuerleute in die Schweiz. Die Ausbildung umfasste mehrere Tage Theorie sowie Praxis in einer 300 Meter langen Tunnel-Röhre, die extra für die Übungen zur Verfügung steht und in der das realistische Geschehen mit Feuer und Rauch sowie Darstellern als verletzte Reisende oder versteckten Dummys nachgestellt werden kann. Neben der taktischen Brandbekämpfung wird auch das Bergen von Unfallopfern geprobt. „Die Übungen sind schweißtreibend und anstrengend und finden voll ausgerüstet unter Atemschutz statt. Doch allen Kameraden macht diese Arbeit unter extremen Bedingungen viel Spaß, solche Möglichkeiten sind für uns selten. Jede Übung wird analysiert, um besser, ruhiger und routinierter zu werden“, sagte Michael Richter. Der Gemeindewehrleiter der Verbandsgemeinde Unstruttal nahm 2017 selbst an dem Lehrgang teil. „Diese Ausbildung wird auch als Auszeichnung empfunden.“

Diese Ausbildung wird auch als Auszeichnung empfunden.

Michael Richter, Gemeindewehrleiter der Verbandsgemeinde Unstruttal

Für den mehrtägigen Kurs werden Führungskräfte ausgewählt, die bereits in Sachen Atemschutz ausgebildet sind. Sie bilden im Fall der Fälle die Tunnelbasis-Einheiten und kommen an den Portalen zum Einsatz. „Die Teilnehmer dienen dann auch als Multiplikatoren und geben das erlangte Wissen an die Kameraden weiter“, erklärte Michael Richter. Die Ausbildung wird über die Landeswehrfeuerwehrschule in Heyrothsberge mit Mitteln des Landes gefördert.

Einmal im Jahr findet für Einsatzkräfte der Region eine Übung in einem der drei hiesigen ICE-Tunnel statt. „Außerdem wird die Landeswehrfachschule im thüringischen Bad Köstritz, die über einen Übungstunnel verfügt, genutzt“, sagte der Gemeindewehrleiter. In der International Fire Academy werden jährlich mehrere Tausend Feuerwehr-Angehörige auch aus anderen Ländern ausgebildet. Neben der Übungsanlage in Balsthal gibt es noch eine weitere in Lungern mit vielfältigen Tunneln. Beide Standorte sind auch für die Ausbildung von Polizei und Sanitätern vorgesehen.