Tourismus

Endlich Normalbetrieb: In Bad Kösen legen Saale-Schiffe wieder ab

Preise bleiben unverändert. Fährfest wird am 22. Mai gefeiert.

Von Michael Heise 11.04.2022, 10:52
Erste Fahrt in der neuen Saison: Das Motorschiff „Rudelsburg“ unterwegs zum Anleger unterhalb der gleichnamigen Burg. gechartert von Gästen aus Sachsen  für eine kleine Weinverkostung.
Erste Fahrt in der neuen Saison: Das Motorschiff „Rudelsburg“ unterwegs zum Anleger unterhalb der gleichnamigen Burg. gechartert von Gästen aus Sachsen für eine kleine Weinverkostung. (Foto: Torsten Biel)

Bad Kösen - Welche Pläne Manfred Berro für die neue Saison hat? Der Geschäftsführer der Saaleschifffahrt in Bad Kösen winkt ab: „Ehrlich, wir sind froh, dass überhaupt alles wieder für uns möglich ist - jetzt schon im April starten zu können, und das ohne alle Beschränkungen.“ Tatsächlich hatte Berro die vergangenen zwei Jahre geschäftlich zurückstecken müssen, denn nicht nur die Saison fiel jeweils kürzer aus, auch waren die Pandemie-Auflagen zu berücksichtigen, was sich vor allem auf Gruppen-Reisen auswirkte. Bustouristen beispielsweise fielen fast komplett weg.

Schiffe „Bad Kösen“ und „Rudelsburg“ wieder im Betrieb

Dieses Wochenende nun, und damit rechtzeitig mit Beginn der Osterferien, schickt Berro seine beiden Motorschiffe „Bad Kösen“ und „Rudelsburg“ wieder in die Spur, ersteres fährt Linie bis zum Anleger unterhalb der Rudelsburg, das andere kann für Gruppen-Events gechartert werden. Bereits am gestrigen Freitag ging’s los mit einer gebuchten Weinverkostung an Bord. Auch der kleine Imbiss samt Bestuhlung, an dem Softeis, Kaffee, Kuchen, Getränke und ähnliches mehr verkauft werden, ist schon geöffnet. Eine wichtige Botschaft, die in Zeiten wie diesen überrascht: Das Unternehmen will die Preise nicht erhöhen. „Wir müssen mal sehen, wie sich die Situation über die ganze Saison hin entwickelt und ob das jetzige Preisniveau vertretbar bleibt. Wäre die Lage wie in den vergangenen zwei Jahren mit nur 60 bis 70 Prozent Fahrzeit und deutlich weniger Buchungen, ließe sich das nicht machen“, so Berro.

Ehrlich, wir sind froh, dass überhaupt alles wieder für uns möglich ist.

Geschäftsführer Manfred Berro

Das Winterhalbjahr hat der Unternehmer wie immer für reguläre Reparatur- und Ausbesserungsarbeiten genutzt, Großes aber hat diesmal nicht angestanden. Die Saaleschifffahrt hätte diesmal sogar noch eher starten können, nämlich am vergangenen Wochenende, doch, so sagt Manfred Berro, habe man wegen des schlechten Wetters Abstand genommen, auch Stürme wie in den letzten Tagen seien nicht zuträglich. Indes stimmen die Wetterprognosen zuversichtlich.

Fest soll zu einer Tradition werden

Optimismus gibt es auch hinsichtlich des Wasserstandes, der, so Berro, inzwischen ordentlich geregelt werde (der Saale-Durchfluss wird aktuell jeweils hälftig mit Schlauchwehr und Aufbretterung bestimmt, Anm. der Red.). Der Unternehmer hofft indes, dass sich die Arbeiten an der Ufermauer in der Loreleypromenade nicht unnötig lange hinziehen. Die daraus resultierende Vollsperrung des Rad- und Wanderweges halte Gäste davon ab, die Fähre zu nutzen. Eine Neuigkeit hat dann Berro doch nach parat: Für den 22. Mai plant er ein Fährfest - angelehnt an jenes von 2019, als das 120-Jährige der Schifffahrtsverbindung zur Rudelsburg gefeiert wurde - mit großer Resonanz. Die Livemusik ist bereits gebucht. Und Manfred Berro möchte das Fest zu Tradition werden lassen: „Ich denke, immer sonntags vor dem Männertag passt eine solche Veranstaltung ganz gut.“

Bereits in Betrieb genommen hat der Unternehmer die Fähre im Blütengrund. Und diese, so lässt er wissen, setze in dieser Saison erstmals freitags und samstags bis 19 Uhr über. Für den Rest der Woche bleibe es bei 18 Uhr.