Handball

Burgenländerinnen erleiden Rückschlag im Titelkampf

Heimniederlage gegen Leipzig. HCB-Männer verabschieden sich mit Sieg in Fredenbeck aus der 3. Liga. Reserve wahrt Chancen auf Klassenerhalt.

Von Torsten Kühl 23.05.2022, 07:47
Zum Auftakt der Play-offs kassierten die Burgenländerinnen - hier Jasmin Heinz beim Wurf in einem früheren Spiel - am Sonntag gegen den HC Leipzig II die erste Saisonniederlage.
Zum Auftakt der Play-offs kassierten die Burgenländerinnen - hier Jasmin Heinz beim Wurf in einem früheren Spiel - am Sonntag gegen den HC Leipzig II die erste Saisonniederlage. (Foto: Andreas Löffler)

Plotha/Naumburg - Mit einer sehr ordentlichen Leistung, obwohl sie nur mit einem Rumpfteam angetreten waren, verabschiedeten sich die Handballmänner des HCB aus der 3. Liga. Im letzten Spiel der sogenannten Klassenverbleibsgruppe I setzten sie sich am Samstagabend beim früheren Erstbundesligisten VfL Fredenbeck mit 31:30 durch. Zur Pause hatten die Gäste mit sechs Toren vorn gelegen, und in der zweiten Halbzeit bauten sie ihren Vorsprung auf 25;17 aus, ehe Kräfte und Kondition nachließen und der VfL noch einmal bedrohlich herankam und sogar ausglich. Der starke Marcel Popa machte dann aber mit seinem neunten Treffer den Sieg perfekt.

Die Burgenländer spielten mit ihrer Anfangsformation fast komplett durch. Keeper Marius Göbner hielt überragend (allein zehn Paraden in der ersten Halbzeit), im Rückraum operierten die wurfgewaltigen Popa, Tom Hanner und David Heinig, am Kreis spielte Cornelius Lange, auf Linksaußen Sascha Meiner, der ein sicherer Siebenmeterschütze war, und rechts wechselten sich Janko Pesic und Philipp Große ab. Mitte der zweiten Halbzeit kam Max Neuhäuser in seinem letzten Spiel für den HCB ins Tor und hielt kurz vor Schluss die beiden Punkte fest. Der junge Linkshänder Erik Stepan erhielt ebenfalls Einsatzzeiten. Mit seinen Gästen verabschiedete sich auch Gruppen-Schlusslicht Fredenbeck in die Oberliga. Zum Saisonfinale hatte es in der Geestlandhalle der niedersächsischen Gemeinde im Landkreis Stade kostenlosen Eintritt und Freibier gegeben - mehr als 450 Zuschauer kamen.

Nur ein Tor fehlt zu Platz drei

Im Nachhinein sollten sich die Burgenländer über ihr Remis eine Woche zuvor daheim gegen Bielefeld noch mehr ärgern, weil die Ostwestfalen am Samstag gegen Spitzenreiter HSG Ostsee nicht gewannen. So hätte dem Baumgart-Team selbst ein Sieg mit nur einem Tor Vorsprung in Plotha gereicht, um sich am Ende vor den Bielefeldern zu platzieren. Und dies hätte wiederum die Chancen erhöht, als möglicher Nachrücker doch noch in der 3. Liga bleiben zu dürfen (Tageblatt/MZ berichtete). Zumal Bissendorf-Holte am gestrigen Sonntag gegen Northeim remis spielte und deshalb in der Endabrechnung wegen des verlorenen direkten Duells hinter den Burgenländern bleibt (siehe auch Tabelle im Statistik-Kasten).

3. Liga, Klassenverbleibsgruppe I, Männer: VfL Fredenbeck - HC Burgenland 30:31 (12:18). HCB: Marius Göbner, Max Neuhäuser; David Heinig 4, Cornelius Lange 2, Erik Stepan, Stephan Fichtner, Paul Zänker, Marcel Popa 9, Tom Hanner 7, Sascha Meiner 6/3, Janko Pesic 1, Philipp Große 2 - Siebenmeter: VfL 2/1, HCB 3/3; Zeitstrafen: VfL 4, HCB 3.

Die Stammkräfte, die am Samstag in Fredenbeck nicht dabei gewesen waren, halfen dann am Sonntagnachmittag der zweiten Mannschaft des HCB im Abstiegskampf der Sachsen-Anhalt-Liga. Kapitän Kenny Dober und Routinier Florian Pfeiffer hatten zuvor in der Ersten oft genug gefehlt, um die Spielgenehmigung für die Reserve zu erhalten. Die jungen Marius Göbner, Marek Hnidak und Mirco Fritzsche können wegen ihres Alters beliebig zwischen den Teams wechseln.

Beim Landsberger HV, den man eine Woche zuvor in eigener Halle bereits mit 26:22 bezwungen hatte, setzte sich die Burgenland-Zweite gestern mit 31:21 souverän durch. Damit wahrte sie ihre Chancen auf den Klassenerhalt. Der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt jetzt nur noch zwei Pluspunkte. Diese kann das Team bereits am kommenden Wochenende im Nachholspiel vor eigenem Publikum gegen den aktuellen Ranglistenneunten HSV Magdeburg holen. Die vom Landesverband für den vergangenen Samstagabend angesetzte Partie bei Spitzenreiter Rot-Weiß Staßfurt, als zeitgleich ihre erste Mannschaft in Fredenbeck spielte, hatte die HCB-Zweite personalbedingt absagen müssen. Die beiden Punkte gehen deshalb kampflos in den Salzlandkreis.

Sachsen-Anhalt-Liga, Männer: Landsberger HV - Burgenland II 21:31 (9:16). HCB II: Max Knoblauch, Marius Göbner; Kenny Dober 9/4, Tom-Erik Röhrborn 1, Marcus Födisch 4, Eric Emmerich 1, Florian Pfeiffer 5, Marek Hnidak 6, Bastian Pohl 1, Stefan Wallis, Mirco Fritzsche 2, Paul Zänker 2, Martin Tillmann - Siebenmeter: LHV 5/5, HCB II 5/4; Zeitstrafen: LHV 3 (plus eine Rote Karte), HCB II 6.

Zehn schwache Minuten

In der Mitteldeutschen Oberliga der Frauen ist der HCB am gestrigen Sonntag daheim in Plotha mit einer Niederlage - der ersten überhaupt in dieser Saison - in die Play-offs um den Meistertitel gestartet. Gegen die zweite Vertretung des HC Leipzig hieß es am Ende 26:29. Die Mannschaft von Sascha Meiner und Spielertrainerin Jessica Stiskall ist mit nunmehr 7:3 Punkten (7:1 Zähler hatte sie aus den Vorrundenpartien gegen die Topteams mitgenommen) aktuell Tabellenzweiter hinter dem TSV Niederndodeleben (8:4), der sich im Parallelspiel klar mit 38:26 bei der BSG Aktivist Gräfenhainichen durchsetzte.

„Der Sieg der Gäste geht vollkommen in Ordnung“, sagte HCB-Coach Meiner, der am Vorabend für die Drittliga-Männer seines Clubs in Fredenbeck aufgelaufen war. „Unser Team hat sich in der zweiten Halbzeit etwa zehn Minuten lang nicht an den Matchplan gehalten, hat sich einfache Fehler geleistet und unvorbereitete Würfe genommen. Das hat Leipzig in die Karten gespielt, und wir wurden mit Tempogegenstößen bestraft.“ Die Chancenverwertung der Einheimischen sei in dieser Partie einfach nicht ausreichend gewesen, um die Punkte in Plotha zu behalten, so Meiner.

Sachsen-Anhalt-Liga, Männer: Landsberger HV - Burgenland II 21:31 (9:16). HCB II: Max Knoblauch, Marius Göbner; Kenny Dober 9/4, Tom-Erik Röhrborn 1, Marcus Födisch 4, Eric Emmerich 1, Florian Pfeiffer 5, Marek Hnidak 6, Bastian Pohl 1, Stefan Wallis, Mirco Fritzsche 2, Paul Zänker 2, Martin Tillmann - Siebenmeter: LHV 5/5, HCB II 5/4; Zeitstrafen: LHV 3 (plus eine Rote Karte), HCB II 6.

Am kommenden Samstag, 28. Mai, 18 Uhr, haben die HCB-Frauen in Plotha Heimrecht gegen Aktivist Gräfenhainichen, und die zweite Männermannschaft empfängt am Sonntag, 29. Mai, 17 Uhr, an gleicher Stelle den HSV Magdeburg.