Unileitung reagiert teils rabiatUnileitung reagiert teils rabiat: Protest am Rand von Messe an Hochschule Merseburg

Merseburg - Am Rande einer Karrieremesse an der Hochschule Merseburg ist es am Donnerstag zu Protestaktionen von Studenten gekommen.

Von Michael Bertram 14.11.2019, 18:02

Am Rande einer Karrieremesse an der Hochschule Merseburg ist es am Donnerstag zu Protestaktionen von Studenten gekommen. Dabei wurden vor den Ständen der Bundeswehr und des Unternehmens Rheinmetall Transparente entrollt, auch Sprechchöre erklungen, wie die „Studierendeninitiative für eine Zivilklausel“ mitteilte.

„Wir fordern den Ausschluss von Vertretern des militärisch-industriellen Komplexes aus unserer Hochschule und eine gesellschaftliche Auseinandersetzung über eine Demilitarisierung und Vergesellschaftung von Rüstungskonzernen“, sagte Sprecherin Andrea Wulff. Die Proteste richteten sich bei der Kontaktmesse deshalb ganz gezielt gegen Werbung für die Bundeswehr auf dem Campus sowie Waffenexporte in Krisen- und Kriegsregionen. „Teile der Unileitung reagierten jedoch mehr als ungehalten und versuchten zumindest zu Beginn des Protestes diesen rabiat zu unterbinden“, heißt es in der Pressemitteilung der Initiative.

Protestaktion in Merseburg: Hochschulrektor Kirbs bietet Kompromiss an

Nach Angaben der Initiative hätte Hochschulrektor Jörg Kirbs schließlich geschlichtet und einen Kompromiss angeboten. Als Reaktion der Hochschule Merseburg auf die Proteste soll Kirbs den Protestierenden angeboten haben, zwei Diskussionsforen veranstalten zu wollen.

Der Schwerpunkt des Ersten soll sich mit demokratischen Aushandlungs- und Entscheidungsprozessen an der Hochschule befassen. Bei einer weiteren Veranstaltung soll es konkret eine Auseinandersetzung über die Teilnahme von Rüstungskonzernen und Bundeswehr an der Hochschule geben, hieß es. Jörg Kirbs war am Donnerstagabend für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. (mz)