Saalekreis

Saalekreis: Wahrzeichen für Sohn der Stadt

BRAUNSBEDRA/MZ. - Vergangenen Sonnabend wurde die kupferne Fassadengestaltung im Zuge des traditionellen Anradelns mit Blasmusik, Festbier und Fettschnitten feierlich enthüllt.

Von DIANA DÜNSCHEL

Vergangenen Sonnabend wurde die kupferne Fassadengestaltung im Zuge des traditionellen Anradelns mit Blasmusik, Festbier und Fettschnitten feierlich enthüllt.

Graveurmeister Siegfried Gallas hatte die mehrere Meter lange Denkmal-Gestaltung übernommen und sich fast die Zähne daran ausgebissen. Denn nicht nur die Frage, wie man es anstellt, dass das verwendete Kupferblech sich nicht mit der Zeit schwarz verfärbt (eine Spezialbeschichtung war die Lösung), stellte den Braunsbedraer in den vergangenen Wochen vor große Probleme. Auch für notwendige Arbeitsschritte wie Edelstahlschweißen oder Sandstrahlen benötigte er Hilfe. "400 Arbeitsstunden stecken insgesamt etwa im Projekt", schätzte er ein.

Nun blickt der kupferne Michael Kaßler, der Stellmacher, der von 1733 bis 1772 lebte, natürlich in Richtung seines Gutsherrn im früheren Schloss Bedra. Denn der Legende nach ermahnte ihn dieser eines Tages: "Kerl, mache er sich Räder unter die Beine, dann ist er schneller, wenn ich ihn rufe". Und der einfallsreiche Handwerker baute sich eine Kombination aus Kutsche und Schubkarre: das Laufrad. 250 Jahre ist das inzwischen her und in der Stadt natürlich ein großer Anlass zum Feiern.

So kann im Rathaus eine Ausstellung zum Thema besichtigt werden (MZ berichtete). Den Findling am Kaßler-Platz in Braunsdorf ziert eine neue Erinnerungstafel. Und schon in den nächsten Tagen wird es eine spezielle Kreation der Landsberger Brauerei zum Jubiläum in den Geschäften geben: das "Geiseltaler Laufradler". Bürgermeister Steffen Schmitz (CDU) übernahm am Samstag persönlich den Anstich des erstes Fasses und schenkte aus. Einhelliger Kommentar der Tester: "Schmeckt!"

Die Saalesparkasse steuerte einen Scheck über 11 000 Euro bei, damit auch die weiteren Veranstaltungs-Ideen rund um das Laufrad verwirklicht werden können. So wird es Ende August zeitgleich mit dem Braunsdorfer Heimatfest in der ehemaligen Zentralwerkstatt Pfännerhall in Braunsbedra eine Ausstellung des Deutschen Fahrradmuseums zum Thema geben, war zu erfahren. Schon in vier Wochen, am letzten Maiwochenende, stehen beim Gewerbe- und Vereinsfest der Kommune Laufrad-Wettbewerbe auf dem Programm.

Derweil bemühen sich die Nachfahren des Laufrad-Erfinders um Peter Kaßler aus Berlin weiter, das Ereignis von 1761 mit einem Dokument auch beweisen zu können.