Nicht nur Begeisterung für Ideen

Pläne für Entwicklung des Rosental in Merseburg zunächst von Tagesordnung gestrichen

Von Undine Freyberg
Für das Rosental gibt es einige Ideen - manche bergen Zündstoff, die meisten versprechen bei ihrer Umsetzung mehr Lebensqualität.
Für das Rosental gibt es einige Ideen - manche bergen Zündstoff, die meisten versprechen bei ihrer Umsetzung mehr Lebensqualität. (Foto: Sieler)

Merseburg - Die Pläne der Stadt für die Entwicklung des Wohnviertels Rosental, die offiziell erst am 8. Juni in einer Ausschusssitzung vorgestellt werden sollten, sorgen für unterschiedliche Reaktionen. Eine Partei, die davon besonders betroffen wäre, ist die Wohnungsgenossenschaft Aufbau. Denn unter anderem wird im Entwicklungskonzept fürs Rosental der Abriss des Blocks Rosental 1 bis 7 ins Spiel gebracht. „Aktuell sind wir mit unserem Bauprojekt in der Gotthardstraße beschäftigt und wollen das zunächst ordentlich zu Ende bringen“, sagte Barbara Schneider, die Vorstandsvorsitzende der WG Aufbau.

Noch geheimes Papier über vielfältige Entwicklungs- und Veränderungsmöglichkeiten des Rosentals

„Wir werden sicher eine Planung für das Gebiet Rosental, Unteraltenburg und Weinberg angehen.“ Das werde aber frühestens im kommenden Jahr passieren. Man habe in dem Bereich immerhin 315 Wohnungen, von denen 85 bis 95 Prozent vermietet sind. „Wir müssen unsere Häuser im Komplex betrachten“, sagt Schneider. Die Häuser seien bisher nur teilsaniert und daher auch beliebt bei Menschen mit einem kleinen Geldbeutel. Denen müsse man schließlich eine Alternative bieten. „Wir machen eine Planung, wenn wir es für richtig halten. Ich lasse mich jedenfalls nicht drängen.“

MZ hatte über ein noch geheimes Papier berichtet, in dem die Stadtverwaltung vielfältigste Entwicklungs- und Veränderungsmöglichkeiten für das Wohnviertel Rosental darstellt. Es ist in der Folge einer Artikelserie der Mitteldeutschen Zeitung im Sommer 2020 entstanden und beinhaltet Vorschläge wie beispielsweise den Rück- und Umbau von Wohnblöcken, um den „Mietskasernen“-Status im Viertel loszuwerden. Das Kiz Rosental soll einer Grünfläche, einem Spielplatz und einer eingezäunten Ballsportanlage weichen.

Thema Rosental ist von der Tagesordnung am 8. Juni ausgenommen worden

An einer neuen Stelle soll es ein Stadtteilbüro geben und ebenso Möglichkeiten für Nachhilfeunterricht, Freizeitgestaltung oder auch Räumlichkeiten für Start-up-Unternehmen oder ein Café. Es sollen neue Bereiche zur Erholung geschaffen werden. Außerdem hat die Stadt das Ziel, eine Einkaufsmöglichkeit im Viertel einzurichten.

Die Vorschläge sind jedoch eine erste Diskussionsgrundlage. Die Umsetzung der einzelnen Punkte ist kurz-, mittel- und langfristig geplant. „Innerhalb der kommenden zehn bis 15 Jahre“, sagte Ivo Walther der MZ. Die Pläne für das Rosental tragen die Handschrift des Leiters des Stadtentwicklungsamtes. Wie erst am Freitag bekannt wurde, ist das Thema Rosental von der Tagesordnung der Ausschusssitzung am 8. Juni genommen worden. (mz)