„Quelle für Innovationen“

Ministerium erklärt das Ziel der neuen Bundesbehörde in Merseburg

Von Robert Briest
Luftbild von Merseburg
Luftbild von Merseburg (Foto: Andreas Stedtler)

Merseburg/Magdeburg - „Fundierte Daten sind die Grundlage für viele wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen“, erklärte Sven Schulze (SPD) vom Bundesumweltministerium. Deshalb will das Haus als Außenstelle des Umweltbundesamtes nun in Merseburg das Umweltinformationszentrum etablieren. Die neue Behörde soll derzeit sehr verstreut vorliegende Umweltdaten sammeln, bündeln und kostenlos online abrufbar machen. „Das lässt sich gezielt nutzen für bessere Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen“, nannte Schulze bei der Vorstellung des Vorhabens am Mittwoch Anwendungsbeispiele und erklärte: „Wir wollen Merseburg mit einem offenen Informationszugang zur Quelle für Innovationen machen.“

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) erhofft sich von der neuen Bundesbehörde, die ab Sommer aufgebaut werden soll, eine Hilfestellung für den Umbau des bisherigen Kohlereviers im Landessüden hin zu einer nachhaltigen Industriegesellschaft. Mit der Hochschule und der guten Verkehrsanbindung biete Merseburg beste Voraussetzungen für die Ansiedlung des Zentrums.

„Wir gehen mit dem Nationalen Umweltinformationszentrum einen wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung.“

Das wird formal eine Außenstelle des Umweltbundesamtes in Dessau. Dessen Präsident Dirk Messner erklärte: „Wir gehen mit dem Nationalen Umweltinformationszentrum einen wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung.“ Während der genaue Standort der Neuansiedlung noch unklar ist, gibt es schon eine fixe Webadresse, unter der Interessierte bald kostenlos auf die gebündelten Umweltdaten zugreifen können: umwelt.info lautet die recht einprägsame Domain.

Unter der würden Bürger einen echten Mehrwert finden, versprach Messner: „Das neue Datenzentrum werden wir auch mit unserem im Aufbau befindlichen ,Laboratorium künstliche Intelligenz (KI) für Nachhaltigkeitslösungen’ vernetzen, das mit KI-Methoden Umweltdaten auswertet und Umweltpolitik so noch besser unterstützen kann.“

Derweil kam die Nachricht zur Neuansiedlung des Zentrums, der ersten Bundesbehörde im Saalekreis, für Merseburgs Oberbürgermeister Jens Bühligen (CDU) überraschend: „Ich weiß, dass unsere Bundestagsabgeordneten Merseburg immer wieder ins Gespräch gebracht haben. Aber ich hatte keine Ahnung, dass die Entscheidung schon gefallen ist“, sagte er und betonte: „Ich freue mich über die Entscheidung.“ (mz)