Wirbel um mögliche Stadionschließung

Merseburg: Wirbel um mögliche Stadionschließung - Sport wehrt sich mit Offenem Brief

Merseburg - In die Diskussion um die mögliche Schließung von Sportstätten in Merseburg hat sich am Dienstag der Kreissportbund (KSB) eingeschaltet. Mit Blick auf die ehrenamtliche Arbeit der 52 organisierten Sportvereine in der Stadt warnt die Präsidentin des KSB, Angela Heimbach, in einem Offenen Brief an den Oberbürgermeister und die Stadträte vor finanziellen Einschnitten im ...

Von Michael Bertram 31.01.2018, 09:29

In die Diskussion um die mögliche Schließung von Sportstätten in Merseburg hat sich am Dienstag der Kreissportbund (KSB) eingeschaltet. Mit Blick auf die ehrenamtliche Arbeit der 52 organisierten Sportvereine in der Stadt warnt die Präsidentin des KSB, Angela Heimbach, in einem Offenen Brief an den Oberbürgermeister und die Stadträte vor finanziellen Einschnitten im Sportbereich.

„Der Vorschlag der Verwaltung beinhaltet auch die Übergabe der Sportstätten in die Hände der Vereine – und, wenn das nicht möglich ist, deren Schließung“, schreibt Heimbach im Namen des gesamten KSB-Vorstandes in dem Brief, der auch der Mitteldeutschen Zeitung vorliegt.

Der KSB beklagt, dass durch die diskutierte Maßnahme der Sport ins Abseits gestellt werde. Das Ergebnis davon wäre Vereinssterben. „Der Weg, den Merseburg geht, ist holprig und führt weder zum Ziel noch ist er sozial.“ Familien würden durch Sportvereine einbezogen, benachteiligte Familien unterstützt. Ältere Menschen würden betreut und fänden in der Gemeinschaft soziale Kontakte. „Sport ist eine der bedeutendsten Stützen der Gesellschaft, trägt zum Gemeinwohl, der Gesunderhaltung bei, bringt Werte zur Inklusion, Integration und Bildung und leistet damit Aufgaben, die der Staat leisten müsste.“

Merseburger Stadtrat diskutiert Einsparvorschläge

Ganz konkret war in mehreren Ausschüssen des Merseburger Stadtrats in der vergangenen Woche über eine Liste mit Einsparvorschlägen diskutiert worden. Ein Punkt sieht die Übertragung von Sportstätten, die nicht für den Schulsport genutzt werden, an Vereine vor. Sind diese nicht bereit dafür, sollen die Sportstätten Ende 2019 geschlossen werden (die MZ berichtete).

Während Sportamtsleiter Thomas Nemson in Gesprächen mit möglichen betroffenen Vereinen bereits zurückruderte, wurde in den Ausschüssen vereinbart, alternative Vorschläge zu der in der Liste enthaltenen Formulierung zu finden. So soll mit Vereinen unter anderem über eine angemessene Beteiligung an

den Betriebskosten verhandelt werden.

Dem stellt KSB-Präsidentin Heimbach in dem Offenen Brief jedoch die Kosten des Stadtstadions, das vom SV Merseburg 99 und dem MSV Buna Schkopau genutzt wird, gegenüber: Wenn das Stadtstadion circa 150.000 Euro im Jahr koste, müsste jedes Mitglied der beiden Vereine 220 Euro zahlen. (mz)