Hochschule Merseburg

Hochschule Merseburg: Busverbindung nach Leipzig muss besser werden

Merseburg - Mit 3.000 Studenten ist die Merseburger Hochschule eines der Standbeine der Region. Denn dank praxisnaher Forschung und vieler Fächer, die nur hier angeboten werden, reicht die Strahlkraft bis in andere ...

Von Michael Bertram 12.03.2016, 13:06

Mit 3.000 Studenten ist die Merseburger Hochschule eines der Standbeine der Region. Denn dank praxisnaher Forschung und vieler Fächer, die nur hier angeboten werden, reicht die Strahlkraft bis in andere Bundesländer.

1 000 junge Leute pendeln

Allein aus den Städten Leipzig und Halle, die ja selbst Universitäten und gleich mehrere Hochschulen zu bieten haben, zieht es täglich etwa 1.000 Studenten nach Merseburg. Ganz umzuziehen, kommt für viele nicht in Frage, leben sie in ihren Heimatorten doch oft günstig bei den Eltern oder haben eine Wohnung mit ihrem Partner. Zudem ist das Nachtleben in Leipzig oder Halle attraktiver.

Der Weg nach Merseburg ist für studentische Pendler aufgrund des derzeitigen Nahverkehrangebots allerdings mehr als beschwerlich und beginnt für manche praktisch noch halb in der Nacht, weshalb die Hochschule von einem klaren Wettbewerbsnachteil spricht. Die Hochschule sucht nun deshalb mit dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) nach einer Lösung.

Ein Beispiel: Damit ein Merseburger Student aus Leipzig nicht zu spät zur ersten Vorlesung um 7.30 Uhr kommt, muss er seine Wohnung gegen 5 Uhr verlassen. Gut 20 Minuten dauert es nämlich aus der Südvorstadt, einem bei Studenten beliebten Wohnviertel, allein mit der Tram bis zum Hauptbahnhof. Von dort fährt um 5.40 Uhr die Buslinie 131 gut 50 Minuten bis zum Merseburger Bahnhof. Sollte es auf dieser Strecke zu keiner Verspätung gekommen sein, schafft der Student den Anschlussbus zur Hochschule, wo er 6.47 Uhr ankommt, also eine Wartezeit bis zum Vorlesungsbeginn von einer dreiviertel Stunde hat. Beginnt die erste Vorlesung erst um 9.15 Uhr, kann der Student je nach Busverbindung wählen, ob er 30 Minuten warten möchte oder zwei Minuten zu spät kommt und so den Prof verärgert - Werbung für die Hochschule Merseburg sieht anders aus.

Das Problem hat auch die Hochschulleitung erkannt und im vergangenen Sommer ein Projekt zur Optimierung der Busverbindung nach Leipzig ins Leben gerufen. Bei einer Umfrage fanden die Betriebswirtschaftsstudentinnen Yulia Protsyuk und Viktoria Buyanover heraus, dass sowohl morgens als auch abends 60 Prozent der Befragten im Nahverkehrsangebot ein Problem sehen. „Es haben sich auch Studenten, die hier leben, aber mal zum Einkaufen oder Feiern nach Leipzig fahren wollen, kritisch geäußert“, ergänzt Yulia Protsyuk, die selbst jeden Tag aus Zeitz nach Merseburg pendelt. Um dem Problem zu entgehen, würden viele Studenten das Auto nutzen oder Fahrgemeinschaften bilden.

Gespräch mit MDV im April

Im April wollen sich Hochschule und MDV nun zusammensetzen. Wie Geschäftsführer Steffen Lehmann durchblicken lässt, macht er eine Lösung aber von der Einführung eines Semestertickets abhängig, zu dem sich die Merseburger Studenten bislang nie durchringen konnten. „Wenn wir auf dieser Grundlage mit einer Finanzierung rechnen können, kann man auch ein anderes Angebot berücksichtigen“, sagt Lehmann. Zudem will man nun erstmals über konkrete Preismodelle sprechen.

Eine Verlegung der Haltestelle direkt vor die Hochschule, wie den Studenten auch vorschwebt, lehnt wiederum der Chef des Verkehrsbetriebs PNVG, Lothar Riese, ab. Um direkt zwischen Leipzig und Hochschule zu pendeln, müsste er eine zweite Linie anbieten. „Ich sehe dafür im Moment keinen Bedarf“, so Riese. (mz)