Lachsknödel mit Dill

Gesunde Leckerli für Hunde: Diese Merseburgerin bäckt Gourmet-Kekse für Vierbeiner

Merseburg - Cornelia Höhne aus Merseburg backt leidenschaftlich gern gesunde Hundekekse. Sie erzählt, was man dabei alles verarbeiten kann.

Von Undine Freyberg 30.06.2018, 10:01

Vor gut 15 Jahren hatte Cornelia Höhne begonnen Hunde zu züchten. Ihr Dobermann-Zwinger von Sachsen-Merseburg war in den Folgejahren ziemlich erfolgreich. Auf einem Schrank im Flur stehen dicht an dicht unzählige Pokale. Ihr Hunderekord? „Also wie viele Hunde ich gleichzeitig hatte? 15 – das waren vier erwachsene Tiere und ein Wurf mit elf Welpen.“

Einer der Welpen war die mittlerweile zehnjährige Bella, die heute noch bei Cornelia Höhne lebt und der Champion unter ihren Hunden ist. „Sie hat so ziemlich alles gewonnen, unter anderem war sie dreimal in Folge Weltchampion.“ Im Augenblick züchtet Cornelia Höhne nicht, nur Bella und deren freche Tochter Tessi leben noch bei der gebürtigen Leipzigerin und deren Mann Dirk „Brille“ Meißner auf einem idyllischen Grundstück in Merseburg.

Hundenärrin aus Merseburg bäckt Leckerlis für ihre Lieblinge selbst

Tiere waren schon immer eine Leidenschaft der 49-Jährigen, die als Krankenschwester arbeitet. Und so, wie sie auf ihre eigene gesunde Ernährung achtet, achtet sie auch darauf, dass sie ihre Hunde gesund versorgt. Zum einen ist sie Verfechterin der biologisch artgerechten Rohfleischfütterung, genannt „Barf“. Zum anderen sollen auch die Leckerlis, die ihre Hunde bekommen, ihren Ansprüchen an eine gesunde Ernährung entsprechen. „Deshalb mache ich sie am liebsten selbst.“

Sie habe von einer Hundepsychologin ein Buch über die natürliche Ernährung von Hunden bekommen und über die Jahre viel ausprobiert. „Vor allem weiß ich, was drin ist, wenn ich die Kekse selbst mache.“ Außerdem sei es mit dem Hunde- wie mit dem Menschenfutter. „Es lohnt sich immer, die Tüte auch mal rumzudrehen und auf die Inhaltsstoffe zu schauen.“

Getreide im Hundefutter nicht unbedingt bekömmlich

Die Verpackung müsse nicht besonders toll und hochwertig sein. Wichtig seien die verarbeiteten Zutaten. In vielen Hundefuttersorten sei beispielsweise Getreide drin, was für Hunde jedoch nicht besonders gut geeignet sei. Den Tieren fehlten die Enzyme, um das richtig zu verdauen. Sie verwende für Hundekekse zwar auch Getreide. „Allerdings achte ich darauf, dass es sich dann um sogenanntes Pseudogetreide handelt. Ich nehme also zum Beispiel Quinoa, Amaranth oder Hirse.“ Ein bisschen Mehl im Leckerli sei nicht schädlich. „So lange es nicht das Hauptnahrungsmittel ist.“

Besondere Leckerli: Lachsknödel mit Dill, Kekse mit Thunfisch

Und so backt sie Käseherzen mit Fenchel, Anis und Schafskäse, Lachsknödel mit Dill und Leinsamen, Grissini-Stangen mit gekochtem Schinken oder auch Kekse mit Thunfisch und Rosmarin.

Gerade als Cornelia Höhne einen Teig aus Buchweizenmehl, Ei, Petersilie und Schafskäse machen will, kommt Dobermann-Dame Tessi in die Küche und stibitzt sich ein Stück Schafskäse. Und bei dem einen bleibt es auch nicht. „Das ist nicht schlimm“, lächelt die Merseburgerin und bleibt im Rezeptmodus. „Man könnte auch nur verschiedene Käsesorten nehmen, zum Beispiel Parmesan und Gouda und dazu Ei - auch das wird ein leckerer Hundekeks.“

Diese Zutaten verwendet die Hundekeks-Bäckerin aus Merseburg

Eigentlich reiche es, wenn man einmal durch die Küche gehe und nehme, was man so hat. „Man kann körnigen Frischkäse nehmen. Der ist gut. Man kann Geflügel, mageres Rindfleisch oder Thunfisch benutzen. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.“ Man könne auch auf natürliche Weise etwas für die Optik tun. Wenn man also zum Beispiel grüne Kekse machen möchte, könnte man Spinat oder die Mikroalge Spirulina verarbeiten. Wenn man rote Kekse möchte, kann man auf rote Beete zurückgreifen.

„Formen interessieren die Hunde ja eher weniger.“ Aber man könnte natürlich Formen aus Silikon benutzen, die man zum Beispiel auch für Pralinen nimmt. „Ich persönlich nehme einfach zwei Löffel, lege den Teig aufs Blech und drücke ihn mit der Gabel platt.“ Wenn die Kekse nicht so hoch seien, würden sie besser durchbacken. „Es ist wirklich nicht viel Arbeit. Einfach alles zusammenrühren und 20 bis 25 Minuten backen. “ Wichtig sei, dass die Kekse gut durchtrocknen, und dass sie nicht in geschlossenen Dosen aufbewahrt würden. „Am besten ist es, wenn man die Kekse im Ofen nachtrocknen lässt. Einfach auf 50 Grad stellen und die Tür einen Spalt offen lassen.“ Gerade wenn man Fleisch oder Fisch verarbeite, sollte keine Restfeuchte enthalten sein. „Sonst schimmeln die Kekse“, warnt Cornelia Höhne, während sich Tessi noch ein Stück Käse klaut. (mz)