Demonstrationen in Merseburg

Demonstrationen in Merseburg: Ex-Blood-and-Honour spricht vor Rechten und Anwohnern

Merseburg - In Merseburg haben sich am Samstagnachmittag rund 270 Menschen versammelt, um gegen die dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern in Wohnungen zu protestieren.

03.03.2018, 15:45

In Merseburg haben sich am Samstagnachmittag rund 270 Menschen versammelt, um gegen die dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern in Wohnungen zu protestieren. Bei einer Kundgebung in der Reinefahrtstraße, in der kurzfristig mehrere Wohnungen hergerichtet worden waren, wurde von den Rednern unter anderem die aus ihrer Sicht dürftige Informationspolitik angeprangert.

Zudem fürchteten die Anwesenden steigende Kriminalität. Hauptredner bei der Demo der Asylgegner war Sven Liebich, Ex-Mitglied beim rechtsextremen Blood-and-Honour-Netzwerk, aus Halle. Unter den Zuhörern befanden sich sowohl Rechte als auch interessierte Anwohner. 

70 Gegendemonstranten in Merseburg

Parallel dazu versammelten sich rund 70 Gegendemonstranten. Ein großes Polizeiaufgebot verhinderte ein direktes Aufeinandertreffen. Bis zum späten Nachmittag kam es zu keinerlei Zwischenfällen. 

Hintergrund der Proteste, die laut Ankündigung wenigstens einmal im Monat wiederholt werden sollen, ist eine Kreistagsentscheidung vom Dezember vergangenen Jahres. Darin wurde die Zahl der Wohnplätze in dezentraler Unterbringung von 500 auf 270 reduziert und die Leistung an Drittanbieter vergeben. Diese haben nun unter anderem in der Reinefahrtstraße Wohnungen angemietet und für den Einzug von vorrangig Familien und Alleinstehenden mit Kindern vorbereitet. (mz)