Camping versus Luxushotel?

Camping versus Luxushotel?: MZ-Redakteurin macht im Sternehotel den Übernachtungstest

Merseburg - Im Saalekreis kann man vom Zelt bis zur historischen Mühle auf viele verschiedene Arten übernachten. MZ-Redakteure haben ihren Schlafsack gepackt.

Von Diana Dünschel
Im Vier-Sterne-Hotel gibt es insgesamt 133 Zimmer und Suiten.

Im Radisson Blu Hotel Halle-Merseburg in der Oberaltenburg habe ich schon gegessen, ach was sage ich: gespeist. Aber wer übernachtet schon in seiner eigenen Stadt in einem Hotel? Deshalb bin ich gespannt, was mich heute erwartet. Es ist immerhin gemeinsam mit dem Best Western Hotel Halle-Merseburg - beide haben vier Sterne - das beste Haus der Stadt. In diesem Jahr wird sogar ein Jubiläum gefeiert, nämlich das 25-jährige Bestehen.

An bereitstehendem Wasser und Keksen vorbei gehe ich zur Rezeption, um einzuchecken. „Hatten Sie eine gute Anreise“, werde ich gefragt. Ich weiß nicht, was ich antworten soll, muss in mich rein schmunzeln. Nun, der Weg von der Redaktion am Entenplan hinauf zur Oberaltenburg war kein Problem. Aber der Mann, der mir einen Anmeldezettel mit meiner Adresse zum Ausfüllen vorlegt, wird eh gleich merken, warum ich so wortkarg geworden bin.

Am Fahrstuhlknopf wird mir klar, dass ich mehr als das Standard-Zimmer erwarten kann

Am Fahrstuhlknopf wird mir klar, dass ich mehr als das Standard-Zimmer erwarten kann. Ich muss in die fünfte Etage. „Business-Class“ steht da. Darüber gibt es nur noch Junior- und Palais-Suite. Tatsächlich macht sich bei mir gleich ein Gefühl von Reinkommen und Wohlfühlen breit. Hausschuhe und Bademantel liegen bereit, fünf Kissen sind auf das Bett drapiert, eine Tüte Gummibären ziert den Nachttisch, Wasser und Gläser stehen bereit, auch Kaffee oder Tee könnte ich mir kochen, die Minibar ist gut gefüllt, eine Klimaanlage erwartet ihren Einsatz, und im großen Bad wartet ein ganzes Arsenal von kleinen duftenden Fläschchen auf ihren Gebrauch.

Krönung des Zimmers ist die Dachterrasse mit einem grandiosen Ausblick

Die Krönung dieses Zimmers aber ist die Dachterrasse mit einem grandiosen Ausblick auf das historische zweite Hotel-Gebäude, das Zech’sche Palais, sowie den Schlossgarten, das Ständehaus und am Horizont über Höffner in Günthersdorf bis weit nach Leipzig hinein. Was ich bislang nur für ein paar Minuten zusammen mit vielen anderen genießen konnte, wenn der Turm des Ständehauses für Interessenten begehbar war, kann ich jetzt in aller Ruhe betrachten, während langsam der Abend anbricht.

Ich nehme auf der Sommerterrasse vor dem Hotel Platz. Und ich staune über die vielen Menschen um mich, die wahlweise deutsch oder englisch reden. An der Rezeption checkt ein Gast nach dem anderen ein. Geschäftsleute steigen mit dem Laptop aus ihrem Wagen. Ein Pärchen genießt ein Glas Wein. Eine Familie mit Kindern und offenbar den Großeltern unterhält sich. Dann kommt eine Senioren-Gruppe. Fast jeder hält eine Tüte mit dem Halloren-Logo in der Hand. Aha, denke ich. Heute gab es also einen Stopp in Halle. Später hält noch ein zweiter Reisebus.

Schon im Fahrstuhl riecht es nach frischem Kaffee

Es wird voll im Restaurant. Heute ist ein Büfett aufgebaut. Fleisch und Fisch, mehrere Beilagen, Gemüse, vorher Suppe und nachher ein süßes Dessert oder Käse. Es schmeckt. Eigentlich wollte ich ja den Zimmer-Service mit testen, aber das muss diesmal ausfallen. Nach einer angenehmen ruhigen Nacht führt morgens mein erster Gang natürlich wieder auf die Terrasse. Die Sonne geht über den hohen Bäumen des Schlossgartens auf. Schwalben fliegen umher. Noch ist es ein wenig diesig. Aber der kommende schöne Tag lässt sich erahnen.

Schon im Fahrstuhl riecht es nach frischem Kaffee. Das Frühstücksbüfett zeigt die gleiche Liebe zum Detail wie vieles hier. Nehme ich nun Orangesaft oder presse ich mir selber eine Frucht aus? Greife ich zu einer der Kaffeespezialitäten aus dem Automat oder befolge ich den Rat, doch meinen Cappuccino mit Karamell zu verfeinern? Um es kurz zu machen: Die Auswahl ist riesig.

Ich frage eine Dame aus einer der Reisegruppen, wie sie das Hotel so findet. Sie erzählt, dass die Gruppe aus dem Westerwald kommt, für mehrere Nächte im Radisson wohnt und von hier aus täglich Fahrten unternommen werden. Heute soll es nach Naumburg und Eisenach gehen. Sie bestätigt mir meinen sehr positiven Eindruck. Auch sie hätte hier nichts zu meckern.

››Weitere Informationen unter: www.merseburg-radissonblu.com (mz)

Von der Dachterrasse der Business-Hotelzimmer schaut man auf Schlossgarten und Ständehaus.