Weg vom Grusel-Image

Bei der „Batnight“ in Merseburg auf Fledermaussuche

Mit Detektoren und Wärmebildkameras konnten Teilnehmer der „Batnight“ in Merseburg die kleinen Tiere beobachten, die ihr Grusel-Image nicht verdient haben.

Von Laura Nobel
Wasserfledermäuse waren  an der Saale zu beobachten.
Wasserfledermäuse waren an der Saale zu beobachten. (Foto: dpa)

Merseburg/MZ - „Es geht heute weder um Vampire noch um Batman“, stellte Uta Lieneweg gleich zu Beginn fest. Vielmehr ging es bei der „Batnight“, zu der der Nabu Merseburg-Querfurt und das Peißnitzhaus Halle am Samstag eingeladen hatten, um den Lebensraum und die Bedrohungen von Fledermäusen. Lieneweg möchte die Vorurteile gegen die Tiere abbauen, die viele Menschen mit Grusel verbinden.

Bevor es mit den Teilnehmern auf eine Fledermauswanderung ging, erzählten Nabu-Mitarbeiterin Martina Hoffmann und Lieneweg, beim Peißnitzhaus Halle für Umweltbildung zuständig, was Fledermäuse besonders macht. Sie sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können und nehmen ihre Umwelt durch Ultraschalllaute wahr, die sie ausstoßen. „Sie orientieren sich mithilfe des Echos“, erklärte Lieneweg. Das hilft ihnen auch dabei, Beute zu orten und zu jagen.

Ultraschallrufe halfen dabei, Fledermäuse zu finden

Die Ultraschallrufe halfen später dabei, Fledermäuse zu finden. In der Dämmerung machte sich die Gruppe auf in den Merseburger Schlossgarten. Lieneweg holte einige Detektoren aus ihrem Rucksack. Die speziellen Geräte wandeln die Ultraschalllaute der Fledermäuse in für den Menschen wahrnehmbare Töne. Um die Fledermausart „Großer Abendsegler“ zu orten, eigne sich eine Frequenz um die 20 Kilohertz, erklärte die Expertin, stellte den Detektor richtig ein und hielt ihn in die Luft. Plötzlich war ein klackerndes Geräusch zu hören und die Teilnehmer konnten immer wieder Fledermäuse am Himmel über dem Schlossgarten entdecken. Hoffmann arbeitete derweil mit einer Wärmebildkamera, um die kleinen Säugetiere aufzuspüren.

Um auch noch Wasserfledermäuse beobachten zu können, ging es weiter an die Saale, inzwischen war es dunkel. Lieneweg leuchtete mit einem sanften Licht auf das Wasser. Hier war etwas mehr Geduld gefragt, bis eine Fledermaus dicht über dem Wasser durch den beleuchteten Bereich huschte. An einer zweiten Stelle an der Saale waren mehr Tiere zu entdecken.

Mittels Detektoren haben die Teilnehmer Fledermäuse gesucht.
Mittels Detektoren haben die Teilnehmer Fledermäuse gesucht.
(Foto: Nobel)

Fledermäuse sind bedroht, erklärten Hoffmann und Lieneweg. So hat etwa das Insektensterben auch Auswirkungen auf die Tiere, da sie Insektenfresser sind. „Fledermäuse werden durch Licht sehr gestört, da sie sich am Mond orientieren“, so Lieneweg. Auch Haussanierungen können zur Gefahr werden, da die Tiere gern Spalten und Dachluken als Quartier nutzen. „Man sollte unbedingt schauen, ob Fledermäuse da sind, bevor man etwas zuspachtelt.“ Man könne ihnen auch Ersatzquartiere bieten, etwa durch spezielle Fledermauskästen.

Mehr Informationen über Fledermäuse unter www.nabu.de im Bereich Säugetiere unter dem Reiter „Tiere und Pflanzen“. Dort ist auch eine Bauanleitung für Fledermauskästen zu finden.