„Am Geiseltaltor“ wird saniert

Aus dem Schwimmbecken wird neue Aula der Grundschule in Merseburg

Die Grundschule „Am Geiseltaltor“ wird saniert und erhält einen Aufzug. Sie wäre damit die erste barrierefreie Schule in Verantwortung der Stadt.

Von Robert Briest
Noch bietet das Treppenhaus den Stadtmitarbeitern Aussicht. Ab kommenden Jahr soll an dieser Stelle ein Aufzug fahren.
Noch bietet das Treppenhaus den Stadtmitarbeitern Aussicht. Ab kommenden Jahr soll an dieser Stelle ein Aufzug fahren. (Foto: Robert Briest)

Merseburg/MZ - Es sei natürlich immer etwas beschwerlich, eine Sanierung im laufenden Betrieb vorzunehmen, berichtet Ulrich Kamm, Sachgebietsleiter für Hochbau der Stadt Merseburg. Er steht auf einem der geräumigen Flure der Grundschule „Am Geiseltaltor“ in Süd. Die Tür zum Lehrerzimmer steht offen, der Fußboden fehlt. Drei Arbeiter haben gerade dessen Neuverlegung vorbereitet. Während des laufenden Schuljahres hätte die Schule immer wieder Räume tauschen müssen, damit zumindest jeweils zwei Zimmer zur selben Zeit saniert und renoviert werden konnten. Nun da die Schüler in den Ferien weilen, haben die Handwerker mehr Baufreiheit, um das im vergangenen September begonnene Projekt voranzutreiben.

„Wir erneuern hier die komplette Elektroanlage mit allem, was dazugehört“, erklärt Kamm. In diesem Zuge werden sämtliche Räume gleich mit Netzwerkkabeln ausgestattet, Vorarbeiten für die Umsetzung des „Digitalpakts Schule“, der dann auch die notwendigen Endgeräte bringen soll. Aktuell laufen die Arbeiten vor allem im Erdgeschoss. Ein Stockwerk darüber lässt sich bereits sehen, was das Ergebnis der Maßnahme sein wird. Einige Klassenzimmer sind da bereits frisch gestrichen, haben neue Türen und, wo nötig, auch neue Fußböden bekommen. Der Musikraum hat eine Akustikdecke erhalten: „Und alle Räume, für die es die Schule wollte, erhalten Waschbecken“, berichtet Kamm.

Hier soll ein Aufzug entstehen

Er geht auf eine leicht erhöhte Stelle im Auge der elegant geschwungenen Treppe in die oberen beiden Stockwerke zu. Hier soll ein Aufzug entstehen. „Wir werden jetzt in den Ferien noch die Gründung dafür bauen.“ Der eigentliche Aufzug soll dann im kommenden Jahr folgen und wäre laut dem Sachgebietsleiter ein Novum: Es sei die erste Schule in der Zuständigkeit der Stadt, die den Inklusionsgedanken für Kinder mit körperlichen Einschränkungen erfüllt. Alle anderen wären nicht barrierefrei: „Die Grundschule ,Am Geiseltaltor’ ist die einzige Schule, in der sich das anbietet, wo es ohne riesigen Aufwand möglich ist.“

Martin Schönburg verfüllt das alte Schwimmbecken.
Martin Schönburg verfüllt das alte Schwimmbecken.
(Foto: Robert Briest)

Inklusive des Aufzugs soll die Sanierung der Schule am Ende gut 900.000 Euro kosten. Die Stadt selbst zahlt nur 10 Prozent davon als Eigenmittel. Der Rest ist Förderung. Diese sei aber nur für den vorderen Teil des Schulgebäudes, die eigentliche Grundschule möglich gewesen, sagt Kamm. Im hintere Gebäuderiegel, der vom Hort genutzt wird, gibt es daher keine Bauprojekte.

Speisesaal im Verbindungsstück

Immerhin profitiert der Hort mit von dem frisch gestalteten Speisesaal im Verbindungsstück. Der lange Raum, der mit einer neuen feuerhemmenden Wand abgetrennt wurde, ist in kräftigen Farben gestrichen, auch der Fußbodenbelag ist von sattem Grün.

Der neue Speiseraum.
Der neue Speiseraum.
(Foto: Robert Briest)

Noch eine Ebene weiter hinten, also noch hinter dem Hortriegel, gibt es einen ähnlich geschnittenen Raum. Der beinhaltete bisher ein Schwimmbecken, was allerdings laut Kamm seit drei Jahrzehnten nicht mehr als solches, sondern als Lager genutzt wurde. Nun ist Martin Schönburg mit einem Kollegen gerade dabei das einst bis zu 1,60 Meter tiefe Becken mit einem Zementgemisch zu verfüllen, noch gut 20 Zentimeter fehlen bis zum Bodenniveau. „Die Schule hat gesagt, dass sie dafür keine Verwendung mehr hat“, erläutert Kamm. „Deshalb wird hier ein Mehrzweckraum entstehen, eine Art Aula. Wir wollen hier auch eine kleine Bühne einbauen.“