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Chip-Herstellung in Magdeburg: Landesregierung will Kontakte zu Intel in Irland knüpfen

Diese Woche fliegt eine Delegation aus Sachsen-Anhalt nach Irland, um den dortigen Intel-Standort unter die Lupe zu nehmen. Im nächsten Jahr soll der Bau von Halbleiterwerken in Magdeburg beginnen.

09.05.2022, 06:34
Das Logo des Chipherstellers Intel. Foto: Ralf Hirschberger/Symbolbild/
Das Logo des Chipherstellers Intel. Foto: Ralf Hirschberger/Symbolbild/ dpa

Magdeburg/Dublin/dpa - Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt geht in dieser Woche den nächsten Schritt im Zuge der angekündigten Ansiedlung des US-Chiphersteller Intel in Magdeburg. Eine Delegation um Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) besucht am Dienstag den Intel-Standort im irischen Leixlip. Der Industriecampus nahe Dublin dient als Vorbild für die Pläne in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt.

«Es geht darum, die besondere Firmenphilosophie von Intel noch besser zu verstehen; ich bin mir sicher, dass wir diesem Standard auch hier entsprechen können», sagte Haseloff der Deutschen Presse-Agentur. «Wir werden uns zum Beispiel auch die Alters- und Qualifikationsstruktur der Beschäftigten ansehen. Dann können wir gemeinsam mit unseren Partnern wie den Hochschulen, den Bildungsträgern oder der Bundesagentur für Arbeit unseren Teil dazu beitragen, ein gutes Umfeld für Intel zu schaffen.»

Zwei Halbleiterwerke in Magdeburg geplant

Das US-Unternehmen hat angekündigt, in einer ersten Ausbaustufe zwei direkt benachbarte Halbleiterwerke in Magdeburg bauen zu wollen. Dort sollen Prozessoren und Grafikchips hergestellt werden. Es sollen mehrere Tausend Arbeitsplätze entstehen, Intel will zunächst rund 17 Milliarden Euro investieren. Mit Blick auf die Pläne sagte Wirtschaftsminister Schulze kürzlich, wenn dies alles so komme, sei das «die größte Einzelinvestition in der Geschichte Deutschlands seit dem Zweiten Weltkrieg».

In Irland hat das Unternehmen nach eigenen Angaben seit 1989 bisher rund 22 Milliarden US-Dollar in Leixlip investiert. Aktuell arbeiten 4900 Angestellte in einer 146 Hektar großen Fabrik. Die Produktionsflächen sollen nahezu verdoppelt und für die Intel-4-Prozess-Technologie sowie die Auftragsfertigung genutzt werden.

Regionale Zusammenarbeit unter die Lupe nehmen

Die Landesregierung will vor Ort neben der Besichtigung der Produktionsstätte jedoch auch einen Einblick bekommen, wie das Unternehmen mit lokalen Akteuren zusammenarbeitet. «Intel will sich in Magdeburg verankern, sie wollen Bestandteil der Wirtschaft und Gesellschaft sein. Wie sie das in Irland gemacht haben, werden wir uns anschauen», sagte Haseloff.

Außerdem könnte es bei dem Austausch auch um genehmigungsrechtliche Fragen sowie den Umweltschutz gehen. Spätestens im Frühjahr 2023 sollen die Bauarbeiten in Magdeburg beginnen. «Irland liegt in der EU, die haben bei Bauprojekten die gleichen Naturschutzauflagen zu beachten wie wir. Diese Erfahrungen können uns bei der Ansiedlung in Magdeburg helfen», so der Ministerpräsident.