Landesgartenschau 2023 Landesgartenschau 2023 : Technische Debatte offenbart, wo es klemmt

Bad Dürrenberg - Die Bagger, die den Bad Dürrenbergern ganz plastisch vermitteln, dass es beim Großprojekt Landesgartenschau vorangeht, stehen auf dem Gelände vor dem Rathaus. Die Arena, in der der Fortgang politisch diskutiert wird, ist dagegen im Rathaus. Im Landesgartenschauausschuss standen am Montag im Ratssaal vor allem zwei Parteien Rede und Antwort: der Planer und die Projektsteuerin.
Deutlich wurde, dass die Gartenschau einen deutlichen Bauverzug hat und die Umsetzung in Theorie und Praxis auseinandergeht. Ein neu vorgelegter Terminplan soll zeigen, die Arbeiten werden aber pünktlich fertig.
Einige Gäste hatten am Montag in der Präsenzsitzung Platz genommen, um sich über den aktuellen Stand zu informieren. Der war jedoch weniger inhaltlicher Natur, sondern eher technischer, was eine Antwort auf die Frage, wie sich die Schau entwickelt, für Außenstehende erschwert.
Planung ist Reibungspunkt
Die Debatte drehte sich vielfach um Entwurfs- und Ausführungsplanungen, fehlende Fördermittelbescheide, Datenaustausch und Detailtiefen bei Planungen. Unumwunden gab Projektsteuer-in Gundula Schäfer stellvertretend für das Unternehmen Drees und Sommer zu: „Es gibt einen Bauverzug von zwölf Monaten.“ Die Information ist nicht neu und führte bereits im vergangenen November zu Diskussionen in diesem Gremium. Denn damit wäre der Puffer, das zusätzliche Jahr zur Vorbereitung, geschmolzen.
Die Aufgabe von Schäfer und ihrem Kollegen ist die Überwachung der Termin- und Kostenpläne. Eine Aufgabe, die sie nach eigener Aussage nicht optimal machen kann, weil Dokumente und Informationen fehlen, die wiederum vom Planer kommen.
Theorie und Praxis prallen aufeinander
Hier ist die Debatte am Knackpunkt angekommen, an dem sich beide Parteien zu reiben scheinen: der Entwurfsplanung. „Es geistert hier herum, dass die Entwurfsplanung nicht vollständig ist, aber wir haben eine Entwurfsplanung vorlegt“, sagt Till Rehwaldt, Chef des Planungsbüros Rehwaldt Landschaftsarchitekten.
Theorie und Praxis prallen aufeinander. In der Theorie müssen Planungen für Bauprojekte so detailliert wie möglich sein. Je genauer, desto weniger Fehler und Überraschungen seien zu erwarten, so der Standpunkt von Schäfer. Die Planungen bis in jedes Detail vorab zu machen, sei jedoch realitätsfern, da man an einem bestimmten Punkt bei so einem umfangreichen Projekt einfach beginnen müsse, sieht sich Rehwaldt im Recht.
Schlagkraft wurde erhöht
Er argumentiert zudem, dass es aufgrund der besonderen Umstände schwierig war, die Entwurfsplanung zu beenden. Mit der Verschiebung der Schau mussten Planungen in den vergangenen Monaten teils verändert und neue aufgenommen werden. Rehwaldt stand im November im Fokus der Kritik und bekräftigte nun, nachgebessert zu haben.
„Sie kennen die Schwierigkeiten, die es gegeben hat und wir haben uns verstärkt aufgestellt.“ Das Team sei größer worden und auch die Schlagkraft der Verwaltung mit Unterstützung des Kreises sei erhöht worden, räumte Bürgermeister Christoph Schulze (CDU) ein. Rehwaldt legte außerdem einen aktualisierten Terminplan vor, um zu demonstrieren, dass alle Projekte der Gartenschau pünktlich ein Ende finden sollen.
„Ich habe das Gefühl, es gibt einen Block zwischen Planer und Steuerer“
Stadträte und Gäste wurden am Montag Zeugen, wie sich zwei Parteien in ihren Ansichten reiben. „Ich habe das Gefühl, es gibt einen Block zwischen Planer und Steuerer“, sagte Karsten Jauck (Pro Bad Dürrenberg) und appellierte an beide, zwischen Theorie und Praxis einen Mittelweg zu finden.
Ähnliches forderte Lucas-Leon Essel (CDU): „Wir haben heute mit Bravour gezeigt bekommen, wie einer die Schuld auf den anderen schiebt.“ Man müsse aber ordentlich zusammenarbeiten. Um die Schwierigkeiten weiß auch Laga-Geschäftsführer Michael Steinland, der jedoch Verbesserungen erkennen kann und glaubt, dass man auf den richtigen Weg zurückfinden werde. (mz)