Immense Schäden nach zehn Minuten

Vor zehn Jahren verwüstete ein Unwetter den kleinen Ort Scheuder - die Erinnerung bleibt bis heute

Im September 2011 zog ein Unwetter über die Region und verwüstete auch Scheuder. Eine Betroffene erinnert sich.

Von Kornelia Horn 17.09.2021, 11:23
Eines der vielen zerstörten Dächer in Scheuder
Eines der vielen zerstörten Dächer in Scheuder (Foto: Horn)

Scheuder/MZ - Spricht man vom „elften September“, so haben die meisten Bilder des einstürzenden World Trade Centers in New York vor Augen. Genau zehn Jahre später, am 11. September 2011, zieht ein Unwetter über die Gegend hinweg, das uns ebenfalls in Erinnerung bleibt.

Es ist sehr heiß an diesem Tag. Drückende Schwüle liegt über dem Land. Gewitter sind vorhergesagt. Plötzlich ziehen Wolken auf und verwirbeln sich ineinander. Der Himmel verfinstert sich, verfärbt sich in ein bedrohliches Gelb-Grün-Grau-Blau.

Gegen 18.08 Uhr traf das Unwetter mit voller Wucht auf Scheuder und auf völlig unvorbereitete Einwohner

Dann ging alles ganz schnell. Gegen 18.08 Uhr traf das Unwetter mit voller Wucht auf Scheuder und auf völlig unvorbereitete Einwohner. Wer sich glücklicherweise hinter schützenden Mauern befand, hörte ständig die Hagelkörner gegen die Häuser knallen. Zu sehen war nichts, so dunkel war es draußen.

Und genau zu dieser Zeit läuteten am 11. September 2021 die Glocken der Scheuderschen Kirche. Die zur Andacht in der Kirche Anwesenden gedachten mit einem Schweigen den Geschehnissen vor zehn Jahren. Nach der Andacht hatten der Heimatverein und die Freiwillige Feuerwehr von Scheuder zu einem Beisammensein in Erinnerung an „Zehn Jahre Unwetter“ geladen. Eine Einwohnerin hatte ein Video während des Unwetters 2011 gedreht und auch Enddrücke vom Tag danach festgehalten.

Schäden über Schäden zeigten das Ausmaß dieses Unwetters, das nur etwa zehn Minuten dauerte

Dieses Video wurde während des Beisammenseins gezeigt und man konnte auf die Erlebnisse von damals in Bild und Wort zurückblicken. Kaputte Fensterscheiben, abgedeckte Hausdächer, durchlöcherte Fassaden, zerbeulte Autos, blätterlose Bäume, niedergemähte Pflanzen, tropfende Wohnzimmerdecken, durchfeuchtete Fußböden. Schäden über Schäden zeigten das Ausmaß dieses Unwetters, das nur etwa zehn Minuten dauerte. Zum Glück war kein Menschenleben zu beklagen.

In Vorbereitung dieses Gedenktages hatten viele fleißige kleine und große Einwohner von Scheuder das Umfeld des Feuerwehrgerätehauses gesäubert. Und an diesem Abend selber sorgten Mitglieder des Heimatvereins und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr für das leibliche Wohl der Gäste. Allen Helfern sei an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön ausgesprochen, ebenso Pfarrer Ronald Höpner, der die Andacht hielt.