Verein „FreiMut“ aus Köthen

Verein „FreiMut“ aus Köthen: Schulleiter für alternative Grundschule gesucht

Köthen - Die Mitglieder des Vereins „FreiMut“ haben das Kurzkonzept für ihre freie, alternative Grundschule fertig. Wer und was ihnen noch fehlt.

Von Stefanie Greiner 11.02.2019, 13:07

Ein Schulleiter fehlt ihnen noch, ebenso ein Gebäude. Von ihrem Plan, im Altkreis Köthen eine freie, alternative Grundschule zu gründen, lassen sich die Mitglieder des Vereins „FreiMut“ dennoch nicht abbringen. „Wir haben schon viel erreicht“, sagt Melanie Lahmann, dessen Vorsitzende.

Anfang des Jahres wurde „FreiMut“ als gemeinnütziger Verein anerkannt. Damit dürfen Spenden gesammelt werden. Zurzeit absolvieren die Mitglieder verschiedene Termine. Sie sprechen mit Schulleitern, besuchen Podiumsdiskussionen, wollen in Schulen hospitieren. Jeder Termin bringt sie weiter.

„Wir haben den Hinweis bekommen, dass sich unser Konzept nicht wesentlich von dem staatlicher Schulen unterscheidet“, sagt Melanie Lahmann. „Wir brauchen ein Alleinstellungsmerkmal.“ Die jungen Frauen hinter „FreiMut“ setzten sich erneut hin und brachten zu Papier, was ihnen selbst längst klar war, was sie in ihrem Konzept aber nicht im Detail eingearbeitet hatten: In ihrer Grundschule sollen Kinder „natürlich lernen“ können.

Für ihre Grundschule suchen die Mitglieder von „FreiMut“ ein Gebäude im ländlichen Raum

Natürlich lernen. Die Mitglieder von „FreiMut“ meinen das im doppelten Sinn. Ihre Schüler sollen zum einen „gehirn-gerecht“ lernen. Dieser Begriff von Vera Felicitas Birkenbihl bezieht sich auf Lernmethoden, die der natürlichen Arbeitsweise des Gehirns entsprechen. Mit „natürlich lernen“ meint der Verein zum anderen das Lernen in und von der Natur.

Damit sich interessierte Eltern und ihre Kinder schon einmal kennenlernen können, will der Verein eine Naturspielgruppe gründen, die sich einmal in der Woche trifft. Dafür soll eine Parzelle in einer Gartensparte gepachtet werden. „Wir wollen den Garten bewirtschaften“, sagt Mandy Postelmann „Und aus der Natur etwas machen: Gemüse anbauen, basteln, Brot backen.“ Im Frühling wollen sie starten.

Für ihre Grundschule suchen die Mitglieder von „FreiMut“ ein Gebäude im ländlichen Raum. Vorschläge haben die jungen Frauen schon viele bekommen, das Passende war noch nicht dabei. Um nicht nach wenigen Jahren umziehen zu müssen, wenn die Schule zu klein wird, soll es gleich etwas Größeres sein. Fünf Klassenräume, eine Werkstatt, ein Ruheraum, eine Sporthalle, eine Küche, ein Verwaltungsraum.

Der Schulleiter muss das zweite Staatsexamen haben und mindestens drei Jahre Berufserfahrung

Dass sie noch nicht fündig geworden sind, darüber macht sich Melanie Lahmann noch keine Sorgen. Anders sieht es mit der Suche nach einem Schulleiter aus. Das Kurzkonzept für die freie, alternative Grundschule ist fertig. Jetzt braucht „FreiMut“ aber jemanden, der ihre Schule leiten wird. Denn der soll am finalen Konzept mitarbeiten. „Die Suche nach Personal steht im Mittelpunkt“, sagt die Vereinsvorsitzende.

„Jeder Hinweis und jedes Weitersagen helfen uns.“ Der Schulleiter muss das zweite Staatsexamen haben und mindestens drei Jahre Berufserfahrung. Die Zeit läuft. Denn bis Januar 2020 wollen die jungen Frauen das Konzept beim Land einreichen und noch im selben Jahr ihre Grundschule eröffnen. (mz)

Ihren Verein erstmals öffentlich vorgestellt haben die Mitglieder von „FreiMut“ im Dezember in Kleinpaschleben. Am 30. März laden sie zu einer weiteren Veranstaltung ein.

Dieses Mal in der Europäischen Bibliothek für Homöopathie, Wallstraße 48, in Köthen. Um 14 Uhr werden sie kostenfrei einen Film zu freien, alternativen Schulen zeigen. Die Infoveranstaltung beginnt 15.30 Uhr.

Wer Fragen hat, kann über [email protected] oder über die Facebook-Seite des Vereins Kontakt aufnehmen.