Unterbringung in Köthen

Unterbringung in Köthen: Ehemaliges Finanzamt wird zweite Flüchtlingsunterkunft

Köthen - Köthen wird am Holländer Weg eine zweite Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge bekommen. Schon einmal hat die MZ berichtet, dass das ehemalige Finanzamt am Holländer Weg als mögliche Unterkunft in Frage komme. Nun haben die Verantwortlichen beim Landkreis das knapp 29.000 Quadratmeter große Areal gekauft. Er habe bei der Notarin die entsprechende Urkunde abgeholt, informierte Erich Mühlbauer, Leiter des Amtes für Hochbau, Tiefbau und Gebäudemanagement beim Landkreis, den Kreisausschuss für Bau-, Wirtschaft und Verkehr bei seiner jüngsten Sitzung. Nur der Eintrag ins Grundbuch fehle noch. In drei Monaten könne der Landkreis Anhalt-Bitterfeld Eigentümer des alten Finanzamtes sein, ließ der Amtsleiter ...

Von Katrin Noack 15.03.2016, 12:39

Köthen wird am Holländer Weg eine zweite Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge bekommen. Schon einmal hat die MZ berichtet, dass das ehemalige Finanzamt am Holländer Weg als mögliche Unterkunft in Frage komme. Nun haben die Verantwortlichen beim Landkreis das knapp 29.000 Quadratmeter große Areal gekauft. Er habe bei der Notarin die entsprechende Urkunde abgeholt, informierte Erich Mühlbauer, Leiter des Amtes für Hochbau, Tiefbau und Gebäudemanagement beim Landkreis, den Kreisausschuss für Bau-, Wirtschaft und Verkehr bei seiner jüngsten Sitzung. Nur der Eintrag ins Grundbuch fehle noch. In drei Monaten könne der Landkreis Anhalt-Bitterfeld Eigentümer des alten Finanzamtes sein, ließ der Amtsleiter wissen.

Gemeinsame Entscheidung von Stadt und Landkreis

Wie viel Geld der Landkreis für den Kauf des Geländes ausgegeben hatte, dazu wollte sich Mühlbauer nicht äußern. Er verwies darauf, dass der Preis dem vor dem Kauf erstellten Wertgutachten entsprochen habe. Die Wahl des Objektes sei nach gründlicher Prüfung erfolgt mit dem Ziel, die Asylsuchenden möglichst gleichmäßig im Landkreis zu verteilen.

Viele Objekte gebe es im Bereich Bitterfeld, darum sei verstärkt im Köthener Raum gesucht worden.

„Wir haben uns viele Objekte angesehen“, berichtet Mühlbauer. Das ehemalige Finanzamt biete günstige Bedingungen. „Die Stadt Köthen hat uns das Gelände empfohlen“, erklärte der Amtsleiter. So sei an dem Standort die Akzeptanz der Bürger kein Problem. Stadt und Landkreis hätten gemeinsam entschieden.

Inbetriebnahme erst ab 2017

Obwohl das Gelände mit mehreren Gebäuden nun dem Landkreis gehört, werde aber nicht gleich gebaut. „Ziel ist es, daraus eine Gemeinschaftsunterkunft zu machen“, versicherte Mühlbauer. Diese werde aber erst 2017 ihren Betrieb aufnehmen. Im Moment fehlt dem Landkreis das Geld. „Für Investitionen haben wir keine Mittel“, so der Amtsleiter. Er hoffe auf die Unterstützung des Landes oder des Bundes. Zudem müsse man flexibel auf die Zuweisungen von Flüchtlingen reagieren. Darum sei noch nicht klar, wie viele Asylsuchende in der Unterkunft am Holländer Weg ihr Quartier finden werden.

Klar ist dagegen, dass auf den Landkreis eine Menge Arbeit und Kosten zukommen, wenn aus dem ehemaligen Finanzamt eine wohnliche Unterkunft werden soll. Es befindet sich am Rande des Gewerbegebietes Ost, grenzt an das Gelände der Dekra. Das Gelände ist von Pflanzen überwuchert, die Gebäude und die Garagenanlage aus DDR-Zeiten verfallen, die Fenster sind zerstört und an der Verkleidung ist die Farbe abgeplatzt. Das Finanzamt steht seit Jahren leer, in der Garagenanlage habe es zuletzt noch Mieter gegeben, die dort Büros hatten. Sie sind inzwischen ausgezogen und hier sei alles geregelt, informierte Mühlbauer.

Bevor die Bauarbeiten beginnen, müssen die Gebäude erst untersucht werden, um zu sehen wie man die Stahlkonstruktionen und ihre Verkleidungen rückbauen kann, schildert Mühlbauer. Doch das sind noch Pläne. (mz)