Weniger Fäll und geringere Vergütung

Testzentrum in der Köthener Springstraße geht in den Stand-by-Betrieb

Von Von Sylke Hermann und Karl Ebert
Am 9. März wurden im Corona-Schnelltestzentrum in der Köthener Springstraße die ersten Tests durchgeführt. Heute ist Schluss.
Am 9. März wurden im Corona-Schnelltestzentrum in der Köthener Springstraße die ersten Tests durchgeführt. Heute ist Schluss. (Foto: Nicklisch)

Köthen/MZ - Das Corona-Schnelltestzentrum in der Köthener Springstraße hat am Mittwoch, 30. Juni, vorerst den letzten Tag geöffnet. „Wir gehen ab 1. Juli in den Stand-by-Betrieb“, erklärt Christian Bahn auf Nachfrage der MZ.

Der Repräsentant des Firmenverbundes Medical19 und Medidrive, der sich bei seinem Start Anfang Mai auf viele Wochen oder vielleicht Monate eingestellt hatte, nennt dafür zwei Gründe: zum einen „die absolut positive Entwicklung“ der Sieben-Tage-Inzidenz und damit der Corona-Fallzahlen und zum anderen „die drastische Einkürzung der Vergütung“.

Ab Juli bekommen die Betreiber der Schnelltestzentren pro Test nur noch 11,50 Euro statt bisher 18 Euro. Wie Christian Bahn sagt, lasse sich das bei dem deutlich zurückgehenden Bedarf „einfach nicht mehr wirtschaftlich darstellen“. Seit dieser Woche ist auch die Testpflicht für den Innenraum von Restaurants und den Besuch von Fitnessstudios entfallen.

Seit Anfang Mai hatte der Firmenverbund in der Springstraße den kostenlosen Corona-Bürgertest an sechs Tagen die Wochen angeboten, nachdem zuvor Mitarbeiter der Stadtverwaltung und medizinisches Personal des Landkreises das Zentrum betrieben hatten. In der Anfangszeit werden hier täglich rund 150 Tests durchgeführt und drei Personen beschäftigt. Zuletzt sind es nach Aussage des Repräsentanten zwischen 50 und 70 pro Tag. Ein Pensum, das von einer Person zu bewältigen ist.

Nun ist bis auf Weiteres am Standort Springstraße - wie für alle Testzentren, die der Firmenverbund deutschlandweit betreibt - Schluss. „Aber es ist nicht auszuschließen, dass der Bedarf irgendwann wieder steigt, dann sind wir wieder da“, betont Christian Bahn, der mit den Zahlen in Köthen insgesamt „super zufrieden“ ist. Das sei „einer unserer stabilsten Standorte“ gewesen.

Der Testbus der Firma, der vor allem in Bitterfeld im Einsatz gewesen ist, rollt ab Donnerstag ebenfalls nicht mehr. Das Testzentrum in Osternienburg war bereits Anfang des Monats wegen der zu geringen Nachfrage geschlossen worden. Gleiches gilt für die bisher in Gröbzig und Weißandt-Gölzau durchgeführten kostenlosen Coronatests. Darüber hatte Bürgermeister Thomas Schneider die Einwohner bereits vor einer Woche informiert. Die Stadtverwaltung verweist auf ihrer Internetseite auf die Testmöglichkeiten in Köthen. In Aken soll in den nächsten Tagen eine Abstimmung mit dem Betreiber des Testzentrums im Schützenhaus erfolgen.

Die Helios-Klinik in der Halleschen Straße 29 in Köthen behält den Service der kostenlosen Corona-Schnelltests bei, ändert aber ab dem 1. Juli die Öffnungszeiten. Die Tests sind dann von Montag bis Freitag in der Zeit von 12 bis 18 Uhr sowie am Samstag von 8 bis 12 Uhr und am Sonntag von 14 bis 16 Uhr möglich.

Auch die Sanitätsschule von Raymond Schulz in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 14 in Köthen testet weiter auf Corona-Viren. Allerdings handelt es sich hier nicht um die kostenfreien Schnelltests, die über den Bund vergütet werden. Daran habe man sich nicht beteiligt. Wer sich in der Sanitätsschule testen lassen will, zahlt dafür fünf Euro pro Test. „Wir sind sieben Tage die Woche rund um die Uhr da; einfach vorher anrufen und vorbeikommen“, erklärt Schulz.

Die Nummern der Sanitätsschule: 03496/50 89 99 - 0151/72 72 72 11