Neuerlicher Betrugsversuch

Politiker-Tochter angeblich bei Unfall verstorben - Rentnerin aus Südlichem Anhalt soll Schweigegeld zahlen

Die Betrüger hatten der 80-Jährigen ein Taxi geschickt, dass die Frau zu einer Bank brachte.

Aktualisiert: 23.06.2022, 16:28
Ein Mann und Frau meldeten sich bei der Frau im Südlichen Anhalt.
Ein Mann und Frau meldeten sich bei der Frau im Südlichen Anhalt. Foto: picture alliance/dpa/dpa-tmn

Südliches Anhalt/MZ - Eine aufmerksame Bankmitarbeiterin hat am Mittwoch im Südlichen Anhalt einen Betrug nach einem so genannten Schockanruf verhindert.

Ein Mann und eine Frau hatten sich am Mittwoch gegen 12 Uhr bei einer 80-jährigen Dame gemeldet. Beide erklärten, dass ihre Tochter in einen Verkehrsunfall verwickelt und der Unfallgegner verstorben sei. Ein Angehöriger des Verstorbenen war nach ihren Angaben ein angesehener Politiker, der von einer Einschaltung der Polizei absehen möchte. Deshalb solle die Frau ein „Schweigegeld“ in Höhe von 70.000 Euro bezahlen.

Die Frau ließ sich teilweise ein. Die Anrufer entsandten ein Taxi zu der 80-Jährigen, damit sie zu einer Bank fahren und einen nun geringeren Bargeldbetrag abheben könne. Wie viel genau, dazu machte die Polizei keine Angaben.

Der Bankmitarbeiterin kam die Sache aber merkwürdig vor. Nach der Schilderung der Sachlage durch die Seniorin rief die Frau umgehend die Polizei. Eine Geldübergabe konnte so verhindert werden.

Am Mittwoch wurden der Polizei in Anhalt-Bitterfeld noch weitere ähnliche Fälle gemeldet. Die Polizei warnt in diesem Zusammen noch einmal ausdrücklich vor dieser Betrugsmasche. „Seien Sie misstrauisch, wenn ein unbekannter Anrufer Sie mit einem beunruhigenden Sachverhalt wie etwa dem Unfall eines Angehörigen konfrontiert und Geld von Ihnen fordert“, heißt es in der Pressemitteilung. „Hinterfragen Sie die Richtigkeit der Angaben und nehmen Sie umgehend selbst Kontakt mit Ihren Angehörigen auf. Informieren Sie im Zweifelsfall immer die Polizei.“