Fotografie

Nicht nur für Liebhaber: Ausstellung zeigt Bilder vom Schloss Köthen aus den letzten 30 Jahren

Die Ausstellung von Henner Fritzsche zeigt eindrucksvoll, wie und was sich um das Wahrzeichen der Kreisstadt vollzogen hat.

Von Karl Ebert Aktualisiert: 16.05.2022, 13:08
Zu jedem seiner ausgestellten Fotos konnte Henner Fritzsche (re.) den Besuchern eine kleine Geschichte erzählen.
Zu jedem seiner ausgestellten Fotos konnte Henner Fritzsche (re.) den Besuchern eine kleine Geschichte erzählen. (Foto: Ute Nicklisch)

Köthen/MZ - Die Meteorologen haben für das Wochenende schönes Wetter angesagt. Zahlreiche Veranstaltungen wie der Internationale Museumstag oder der „Blickwechsel“ am Sonntagnachmittag rund um das Köthener Schloss werden die Besucher mit Sicherheit in Scharen anziehen. Anziehend ist aber auch das, was derzeit nur wenige Meter von dort entfernt, im Dürerbundhaus, geboten wird. Am heutigen Sonnabend und am Sonntag jeweils von 13 bis 17 Uhr können Interessenten dort die Foto-Ausstellung des Kötheners Fotografenmeisters Henner Fritzsche in Augenschein nehmen, die letzte Woche mit einer kleinen Feier eröffnet worden ist.

Insgesamt 33 eindrucksvolle Bilder zeigen im Saal und im Foyer die Entwicklung rund um das Schloss Köthen vom Jahr 1990 bis heute. „Eine fotografische Schau ist immer auch eine historische Schau. Wir sehen hier Bilder, die dem Schloss einen besonderen Reiz verleihen. Nicht mehr alle sind so auch in der Wirklichkeit zu bewundern“, sagte Uta Seewald-Heeg in ihrer kurzen Laudatio zur ersten Foto-Ausstellung des Köthener Urgesteins Fritzsche überhaupt.

Diese Aufnahme zählt zu henner Fritzsches Lieblingsmotiven.
Diese Aufnahme zählt zu henner Fritzsches Lieblingsmotiven.
(Foto: Ute Nicklisch)

Seit 30 Jahren im Geschäft

Dabei ist der 62-Jährige der Fotografie zeit seines Schaffens verbunden. Seine Lehre absolvierte Fritzsche von 1976 bis 1978, sieben Jahre später legte er seine Prüfung als Fotografenmeister ab. Seit 1992 arbeitet er selbstständig durch die Übernahme des Geschäftes von seinem Vater. Allen Köthenern, die früher einmal Filme entwickeln und Fotos machen lassen wollten oder später aus besonderen Anlässen zu ihm kamen, ist die Adresse in der Magdeburger Straße 43-44 bestens bekannt. „Einige der Aufnahmen, die wir hier sehen, stammen aus dem Jahr 1992, als Henner Fritzsche sich selbstständig gemacht hat. Das sagt mir, dass in diesem Jahr nicht nur seine erste Ausstellung ansteht, sondern auch noch das 30-jährige Geschäftsjubiläum. Ich wünsche mir, dass es nicht deine letzte Ausstellung bleibt“, sagte Köthens Oberbürgermeister Bernd Hauschild.

Fritzsche, eher als ein Mann der leiseren, aber stets klaren Töne bekannt, musste angesichts so vieler lobender Worte schon mächtig schlucken. Doch als er auf die kleine Entstehungsgeschichte dieser Exposition zu sprechen kam, war alle Nervosität verflogen. „Ganze sechs Wochen hatte ich Zeit. Das war schon recht sportlich. Ich habe ungefähr die doppelte Anzahl an Fotos gesichtet. Danach bin ich ins Dürerbundhaus, habe die Räume ausgemessen, dann wusste ich ungefähr, wie viele Motive ich zeigen kann und dann ging es an die Umsetzung“, erzählt er.

Die Besucher der Eröffnung diskutierten angeregt über die Aufnahmen.
Die Besucher der Eröffnung diskutierten angeregt über die Aufnahmen.
(Foto: Ute Nicklisch)

Faible für Schnee und Brücken

Viel mehr Worte musste Henner Fritzsche an diesem Abend der Eröffnung auch gar nicht machen. Lieber erklärte er den Besuchern, was ihn zu jeder einzelnen Aufnahme bewogen hatte. Auffällig waren die zahlreichen Wintermotive und die vielen Perspektiven auf die Westbrücke. „Wir haben selten Schnee in Köthen und auch nicht im Schloss. Und wenn es einmal geschneit hat, dann bleibt der Schnee nicht lange liegen. Das ist schon etwas Besonderes“, erklärt Fritzsche. „Und die Brücken sind prägend für das Schloss. Vor allem die Westbrücke als großer Zugang in bestem Licht gibt schon einge Motive her.“

Auch dafür, dass nur auf vier der 33 Fotos Menschen zu sehen sind, hatte Henner Fritzsche eine Erklärung. „Ich habe in meinem Beruf täglich fast ausschließlich mit Menschen zu tun. Da sind solche Fotos für mich ein Ausgleich zum beruflichen Alltag, da kann ich auch einmal abschalten“, erklärt er den Besuchern.

Die Ausstellung „Schlossperspektiven“ im Dürerbundhaus Köthen, Theaterstraße 12, ist bis 12. Juni jeden Samstag und Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet.