Längst nicht die einzige Premiere

Kukakö Elferrat besteht erstmals nicht mehr nur aus Männern

Mit ihrem Sommernachtsball der Senatoren erlebt die 1. Köthener Karnevalsgesellschaft Kukakö 1954 mehrere Premieren.

Von Stefanie Greiner
Christina Dost wurde zur Elferrätin ernannt.
Christina Dost wurde zur Elferrätin ernannt. (Foto: Patrick Lange)

Köthen/MZ - Einen Maskenball? Den konnte sich Ronald Mormann nun wirklich nicht vorstellen. Zumindest nicht, wenn es sich dabei um medizinische Masken handelt. Die hätten die Gäste seines Senatsballs im Veranstaltungszentrum abseits ihres Sitzplatzes jedoch tragen müssen. So sieht es die geltende Corona-Verordnung im Moment nun einmal vor.

Der Senatspräsident der 1. Köthener Karnevalsgesellschaft Kukakö 1954 verlegte den Ball deshalb auf das Vereinsgelände. Draußen gelten schließlich weniger strenge Regeln. Die allseits bekannten drei G - geimpft, getestet, genesen - wurden berücksichtigt.

Elferrat des Kukakö besteht nun nicht mehr ausschließlich aus Männern

Neuland hat der Verein mit seinem Sommernachtsball der Senatoren am Samstagabend auch an anderer Stelle betreten. „Wir freuen uns, ein neues Kapitel in der Geschichte des Elferrates aufschlagen zu können“, sagte Ronald Mormann. Er ernannte Christina Dost zum Mitglied des Elferrates, der bislang ausschließlich aus Männern bestand. Eines betonte der Senatspräsident: „Wir mögen keine Quotenfrauen. Die, die es verdient haben, haben keine Quoten nötig.“

Mit atemberaubender Lässigkeit und verschmitzten Gesten bewegte sich Silea auf dem 12,8 Millimeter schmalen Drahtseil.
Mit atemberaubender Lässigkeit und verschmitzten Gesten bewegte sich Silea auf dem 12,8 Millimeter schmalen Drahtseil.
(Foto: Patrick Lange)

Als Quotenfrau wollte auch Christina Dost nicht gesehen werden. „Der absolute Dank des Abends geht an alle Ehrenamtlichen des Vereins“, sagte die Leiterin mehrerer Standorte des Autozentrums Peter. „Dafür, dass wir so schön feiern können, haben andere hart geschuftet.“ Tagelang hatten Kukakö-Mitglieder das Festzelt auf dem Vereinsgelände nach Feierabend hergerichtet. Als Dankeschön möchte Christina Dost zum Auftakt der nächsten Session alle zum Grillen einladen. Sie bringt 500 Thüringer Würstchen und einen Grillmeister mit. „Da bin ich fast sprachlos“, sagte Ronald Mormann. Ein Satz, den wohl nur die allerwenigsten zu hören bekommen.

Wirklich sprachlos war an diesem Abend für einen Moment Uwe Schulze, der langjährige Landrat

Als Senatoren ernannt wurden Andy Grabner, der kürzlich zum Landrat von Anhalt-Bitterfeld gewählt wurde, außerdem Krisztiàn Molnàr vom Ristorante Caruso und Luisa Peine, die die Jet-Tankstelle führt. Ein Gesundheitscheck des Senatspräsidenten und eine Abmachung haben der Karnevalsgesellschaft einen weiteren Senator beschert, den Kardiologen Prof. Dr. Guido Matschuck. Der hatte erzählt, dass er gern mal Cricket spielen würde. Ronald Mormann organisierte mithilfe von Ronald Maaß vom CFC Germania einen passenden Cricket-Platz und hatte damit seinen Teil der Abmachung erfüllt.

Nach seinem Vorgänger Uwe Schulze (li.) gehört jetzt auch der neue Landrat Andy Grabner zum Senat der Karnevalsgesellschaft.
Nach seinem Vorgänger Uwe Schulze (li.) gehört jetzt auch der neue Landrat Andy Grabner zum Senat der Karnevalsgesellschaft.
(Foto: Patrick Lange)

Wirklich sprachlos war an diesem Abend für einen Moment Uwe Schulze, der langjährige Landrat, der seit 2008 zum Senat gehört. „Hm“, lautete seine erste Reaktion auf die zehnminütige Laudatio von Ronald Mormann, die sicher zwei Stunden länger gegangen wäre, wenn der Senatspräsident alles erwähnt hätte, was er hätte erwähnen wollen. Er blickte zurück auf 2005, als mit dem CDU-Landrat aus Bitterfeld und dem SPD-Kulturausschussvorsitzenden aus Köthen „zwei Welten“ aufeinanderprallten.

Senatspräsident erinnerte an legendäre Treffen und dankte Uwe Schulze für dessen jahrelange Unterstützung

Der Senatspräsident erinnerte an legendäre Treffen und dankte Uwe Schulze für dessen jahrelange Unterstützung - zum einen bei karnevalistischen, zum anderen bei politischen Dingen. „Alles, was der Landkreis tun konnte, hast du getan“, sagte Ronald Mormann und bezog das insbesondere auf die Zukunft des Schlosses in Köthen. „Lieber Uwe, alter Freund, ich freue mich, dass du dich weiterhin in den Senat und seinen Beirat einbringst und wünsche dir für alles, was da noch kommen mag, alles Gute“, beendete der Senatspräsident seine Dankesworte und verlieh Uwe Schulze „für besonders herausragende Leistungen“ das Kukakö-Verdienstkreuz mit großem Stern. Uwe Schulze war sichtlich dankbar und berichtete aus seiner Sicht von dem legendären Aufeinandertreffen der beiden „Quer- und Dickköppe“ in Zehringen.

Im Festzelt traten auch die Kukakö-Cheerleader auf.
Im Festzelt traten auch die Kukakö-Cheerleader auf.
(Foto: Patrick Lange)

Mit Silea hatte die Karnevalsgesellschaft für ihren Ball eine außergewöhnliche Künstlerin gebucht, die einerseits mit beeindruckender Leichtigkeit über ein Drahtseil tänzelte und andererseits Rasierklingen verspeiste, als wären es Gummibärchen.