Würdigung fürs Ehrenamt

Köthen sichert 10.000 Euro zu - Vereineball ist gesichert

Von Karl Ebert
Das Rathaus in Köthen
Das Rathaus in Köthen (Foto: IMAGO / Schöning)

Köthen - Es war in letzter Zeit nicht immer so, dass dem Ehrenamt jene Würdigung zuteil wurde, die es verdient hat. Bis 2015 gab es dafür den Vereineball, der dann mangels finanzieller Masse ausfiel. Daran wollten die Vertreter der Fraktion SPD und BI Wählerliste Sport bei den letzten Haushaltsplanungen etwas ändern und plädierten dafür, einen Betrag von 10.000 Euro, exakt an jene Veranstaltung gebunden, in den Haushalt für 2021 einzustellen.

Mittlerweile hat das Projekt konkrete Formen angenommen. Der Verein „Vereineball e. V.“ hat die Zügel der Organisation fest in der Hand. Ehe er aber aus der Phase der Planung an die praktische Umsetzung gehen konnte, musste die Finanzierung der rund 18.000 Euro kostenden Veranstaltung am 2. Oktober im Veranstaltungszentrum des Schlosses Köthen stehen. Und das passierte am Dienstag.

Große Mehrheit im Köthener Stadtrat für den Ball

In einer eigens dafür einberufenen Sondersitzung des Hauptausschusses stimmten die Stadträte mit großer Mehrheit für die Streichung des Sperrvermerkes über die 10.000 Euro. Allerdings nicht, ohne dass einige Fraktionen den Versuch unternahmen, die Summe doch noch zu splitten. Werner Müller (IG „Bürger für Köthen“) hätte gern noch einen Teil von dem Betrag abgezweigt, um andere ehrenamtliche Arbeiten zu würdigen. Jennifer Zerrenner (AfD) kritisierte einige Positionen in dem von Rechtsanwalt Berthold Habekuß formulierten Zuwendungsantrag an die Stadt. Sie hätte lieber gesehen, dass „etwas Geld auch noch für Ehrenamtsabzeichen übrig bleibt“.

Der Aufforderung von Oberbürgermeister Bernd Hauschild (parteilos), dann einen entsprechenden Antrag zu stellen, über den abgestimmt werden muss, kam sie dann aber nicht nach. Während Müller gegen die Freigabe der 10.000 Euro stimmte, enthielt sich Zerrenner bei der Abstimmung. Allerdings waren zuvor beide von den anderen Stadträten dahingehend in die Schranken gewiesen worden, dass sie die in der jüngeren Vergangenheit gefassten Stadtratsbeschlüsse besser kennen sollten.

Ende dieser und Anfang nächster Woche werden nun alle Vereine des Altkreises Köthen angeschrieben

Ronald Maaß, der sich als Mitglied des veranstaltenden Vereins bei der Abstimmung enthalten hatte, war am Tag danach noch angesäuert. „Wir bieten etwas an, wo wir Leistung bieten und würdigen wollen. Aber in Köthen wird das alles erst einmal in Frage gestellt“, sagte er.

Ende dieser und Anfang nächster Woche werden nun alle Vereine des Altkreises Köthen, die irgendwo bei Stadt oder Landkreis gelistet und eingetragen sind, angeschrieben, mit den Regularien vertraut gemacht und zu Vorschlägen verdienstvoller Ehrenamtler aufgefordert. „Für das nächste Jahr werden wir dann auch gesonderte Schreiben an Aken, das Osternienburger Land und das Südliche Anhalt senden, mit der Aufforderung zur Zusammenarbeit und finanziellen Beteiligung“, erklärte Maaß die Schritte in Richtung 2022. (mz)