Kampf gegen Windmühlen?

Kampf gegen Windmühlen?: Riesen-Bärenklau ärgert Bürger und Kleingärtner

Köthen - Der sich immer weiter ausbreitende Riesen-Bärenklau ärgert die Köthener Bürger. Die Stadt hat Maßnahmen eingeleitet. Aber nur begrenzt.

Von Karl Ebert 02.06.2018, 07:00

Der Juni und der Juli sind seine Monate. Dann blüht der Riesen-Bärenklau und erobert sich weitere Flächen in der Natur. Alles, was da drumherum wächst hat keine Chance gegen diesen „Aggressor“. Köthener Bürger und auch Kleingärtner haben sich nun an die MZ gewandt und beklagt, dass auch sie dieses Problem im Bereich der Gartensparte Wagner sowie zwischen Gartensparte Eintracht und Ziethe hätten.

„Ich habe schon mehrere Personen angeschrieben, bis hin zum Umweltamtsleiter Oliver Reinke. Ich bekomme nur als Antwort, das man gegen diese Pflanzen nichts unternehmen kann. Sie wächst und vermehrt sich unkontrollierbar. Ich finde dies von der Stadt Köthen nicht nur nachlässig, sondern unverschämt“, schreibt ein Leser.

Auch Reinke hat Post bekommen und geantwortet. „Ich habe den Fragestellern natürlich nicht gesagt, dass wir dort nichts machen können“, sagt Reinke. „Aber ich habe ihnen erklärt, dass wir im Zuge der Gefahrenabwehr Wegränder und Grenzbereiche zu Gartensparten behandeln werden, aber nicht in den Flächen, wo die Pflanze für Menschen ungefährlich ist. In Sachsen-Anhalt besteht keine Pflicht, den Riesen-Bärenklau zu bekämpfen.“

Riesen-Bärenklau ist eine Pflanze, die nicht in diese Breiten gehört

Der Riesen-Bärenklau, auch bekannt als Herkulesstaude oder „Stalins Rache“, ist eine Neophyte, sprich eine Pflanze, die nicht in diese Breiten gehört. Ursprünglich stammt sie aus dem Kaukasus und kam im 19. Jahrhundert als Zierpflanze nach Europa. Das Problem: Wo der Riesen-Bärenklau wächst, ist kein Platz mehr für andere Pflanzen.

Oft dringe er in Naturschutzgebiete ein und verdränge dort heimische Arten. An Bach- und Flussläufen begünstigt er die Erosion, da seine Wurzeln keine uferbefestigende Wirkung haben. Die Pflanze mit den weißen Blüten und rot geflecktem Stängel kann bei Berührungen schmerzhafte und schwere Verbrennungen hervorrufen.

Vor drei Wochen hat Reinke den Auftrag zur Bekämpfung des Riesen-Bärenklau im Bereich der Gartensparten in Richtung Ziethe ausgelöst. Und er geht davon aus, „dass diese Arbeiten in diesen Tagen abgeschlossen werden“. Welche Firma sich darum kümmert, verrät der Amtsleiter nicht, aber er vertraut den Leuten. „Wir haben bereits im letzten Jahr zusammengearbeitet und gute Erfahrungen gemacht. Das sind Spezialisten, die eigenständig entscheiden, wann der richtige Tag zur Bekämpfung ist und dann loslegen“, erklärt Reinke. Aus seiner Sicht sei eine einmalige Bekämpfung ausreichend. „Im Gegensatz zu 2017 haben wir auch schon wesentlich weniger Pflanzen dieser Sorte zu bekämpfen.“  (mz)