Teures Ärgernis

Festplatz in Wulfen wurde beschmiert und zerstört

Kornelia Klaus aus Wulfen ärgert sich über Schriftzüge am Festplatz. Die Täter haben auch anderswo gewütet.

Von Stefanie Greiner
Vor wenigen Tagen hat Kornelia Klaus die Schriftzüge am Festplatz in Wulfen entdeckt.
Vor wenigen Tagen hat Kornelia Klaus die Schriftzüge am Festplatz in Wulfen entdeckt. (Foto: Ute Nicklisch)

Wulfen - Kornelia Klaus ist aufgebracht. Die Wulfenerin sitzt auf einer Bank am Festplatz. Wobei von Bank kaum gesprochen werden kann. Ein paar morsche und teilweise gebrochene Holzbalken sind geblieben. Von der Bank gegenüber nicht einmal das. Was sie aber noch mehr ärgert, sind die Schriftzüge an der Wand. Die müssen erst kürzlich dort hingeschmiert worden sein. Und das nicht nur am Festplatz. An mehreren Stellen des Dorfes sind Schmierereien aufgetaucht.

Wulfen ist nur eines von vielen Beispielen im Osternienburger Land, die zeigen, dass mutwillig zerstört und beschmiert wird. Kornelia Klaus ärgert sich darüber nicht nur als Einwohnerin, sondern auch als Mitarbeiterin der Verwaltung. Sie begleitet seit Jahrzehnten die Dorferneuerung und -entwicklung.

„Es kostet wieder Geld, den Schaden zu beheben. Geld, was an anderer Stelle fehlen wird.“

Die Gemeinde attraktiver zu machen für Bürger und Touristen, liegt ihr am Herzen. „Wir waren als Verwaltung stolz, so nach und nach unsere Rastplätze ansehnlich herzurichten“, sagt sie. „Was sollen die vielen Radfahrer denken, die jetzt aus vielen Bundesländern die Alternativroute des R 1 hier entlangfahren?“

Die Bretter der Rücklehnen am neuen Rastplatz zwischen Wulfen und Löbitzsee - gestohlen. Die Lampen am Festplatz - zerschlagen. Das Buswartehäuschen der Bahnhofstraße - beschmiert. „Es kostet wieder Geld, den Schaden zu beheben. Geld, was an anderer Stelle fehlen wird“, bedauert die Wulfenerin. Ein Ärgernis seien außerdem Aufkleber an Verkehrsschildern und Straßenlaternen. Die ließen sich oftmals nicht einmal ablösen. Sogar Kirchentüren seien schon beklebt worden.

An Wegesrändern werde immer mehr Müll hingeworfen und abgeladen

Unterstützt von der Köthener Beschäftigungs- und Arbeitsförderungsgesellschaft (Köbeg) sowie den Mitarbeitern des Bauhofes werden die Dörfer verschönert. Das klappt angesichts der vielen Ortsteile auf der einen und der wenigen finanziellen Mittel auf der anderen Seite jedoch nur in kleinen Schritten. Die Gemeinde ist knapp bei Kasse. „Es ist wie ein Schlag ins Gesicht, wenn wieder etwas sinnlos zerstört oder gestohlen wurde“, ärgert sich die Wulfenerin.

Und dann dieser Müll. An Wegesrändern, auch das fällt Kornelia Klaus zunehmend auf, werde immer mehr hingeworfen und abgeladen. Zwischen Drosa und Maxdorf sei es besonders schlimm. Sie nehme immer wieder Müll mit - eine nicht enden wollende Arbeit.

Ein Anwohner kommt vorbei, sieht die Schriftzüge am Festplatz und winkt ab. „Die müssen das Schild wegnehmen“, sagt er. Gemeint ist der Hinweis, dass es hier WLan gibt. „Das lockt Jugendliche an.“ Dass junge Erwachsene die Schmierereien zu verantworten haben, vermutet auch Kornelia Klaus. Sie würde sich wünschen, dass Kinder und Jugendliche lernen, wie mit dem Eigentum anderer umgegangen werden sollte - zu Hause und in der Schule. (mz)