Dem Kultusminister lacht das Herz

KÖTHEN/MZ. - Er freue sich über den starken Zusammenhalt vor Ort, der nicht nur den Eigentümer der Immobilie, die Stiftung Dome und Schlösser, einschließe, den Projektsteurer EWG und das Architekturbüro AAD, sondern auch noch andere vom Förderverein der Musikschule bis hin zur Leitung der Einrichtung und zu Politikern wie Brigitte Take, die sich in besonderer Weise in das Vorhaben eingebracht haben. Er selbst habe sich immer dezidiert für diesen einzigartigen Musikschulstandort ausgesprochen, fügte Olbertz an - die Schule stehe an dieser Stelle im Kontext zu Johann Sebastian Bach und diene der Erhaltung des Schlosses "indem man es ...

Von MATTHIAS BARTL 09.03.2010, 18:43

Er freue sich über den starken Zusammenhalt vor Ort, der nicht nur den Eigentümer der Immobilie, die Stiftung Dome und Schlösser, einschließe, den Projektsteurer EWG und das Architekturbüro AAD, sondern auch noch andere vom Förderverein der Musikschule bis hin zur Leitung der Einrichtung und zu Politikern wie Brigitte Take, die sich in besonderer Weise in das Vorhaben eingebracht haben. Er selbst habe sich immer dezidiert für diesen einzigartigen Musikschulstandort ausgesprochen, fügte Olbertz an - die Schule stehe an dieser Stelle im Kontext zu Johann Sebastian Bach und diene der Erhaltung des Schlosses "indem man es nutzt".

Olbertz, der im Rahmen einer auswärtigen Kabinettssitzung nach Köthen gekommen war, fand seine Intensionen zur Umsetzung des Konjunkturpaketes II in der Kreisstadt in hohem Maße bestätigt. Der Minister hatte im vergangenen Jahr aus dem Teil des Nibelungenhorts, der nach Sachsen-Anhalt gekommen war, die Summe von 17 Millionen für die Musikschulen des Landes reserviert. Und rund eine Million Euro davon fließen nach Köthen in den Umbau der im Schloss derzeit sehr schlecht untergebrachten Musikschule, die bis zum Ende des Jahres neues Quartier im alten Marstall beziehen soll.

Damit hat sich die Mannschaft der AAD und der EWG ein "sportliches" Ziel für den Umbau gesetzt. Derzeit, so AAD-Chef Heinfried Stuve, liege noch Staub im ersten Geschoss des Marstalls, "aber ab Mitte April kommt der weg". Mitte nächster Woche werde man sämtliche Ausschreibungsergebnisse kennen und - da die notwendigen Genehmigungen auch komplett vorliegen - mit den Umbauarbeiten beginnen können. Man habe sich bemüht, Firmen aus der Region zu finden und dafür eine Auftragspalette erstellt, die "überschaubar und händelbar" ist. Die Gedrängtheit der Arbeit bringt es mit sich, dass 85 Prozent aller für das Werk benötigten Firmen "sofort in der Beteiligung" sind - auch das stellt einige Ansprüche an die Organisation und Ablaufplanung des Umbaus. Olbertz war sehr angetan: "Was die Wirtschaftsförderung angeht, wird das Programm sowieso funktionieren, aber es ist doppelt erfreulich, wenn man damit auch noch einen Bildungseffekt erreichen kann." Gerade bei der musikalischen Bildung gebe es große Defizite.

Was das Geld für den Umbau angeht, so ist nicht nur das Land beteiligt. Mit im Boot sitzt auch der Landkreis als Träger der Musikschule, der 12,5 Prozent der Gesamtsumme aufbringen muss. Und nicht zuletzt wird auch der Förderverein der Musikschule einen Anteil daran haben, dass das Vorhaben umgesetzt werden kann. Er hat sich vorgenommen, 60 000 Euro beizusteuern. 12 000 davon, so Vereinsschatzmeister Frank Diener, habe man schon zusammengebracht, teils durch private Spenden, zu einem großen Teil durch die Musikschüler selbst, auf deren Konzerten eifrig für den Probensaal gesammelt wurde. Dieser Saal ist das Projekt, in welches das Geld des Fördervereins fließen soll. Nicht zuletzt handelt es sich dabei auch um ein Vorhaben, das über die Köthener Stadtgrenzen hinaus verbindende Wirkung entfaltet - auch die Bitterfelder Musikschule hat bereits ein Benefizkonzert für die Köthener Musikschule durchgeführt.

Freilich werden sich auch mit diesem Extrabonus für das Schloss-Ensemble nicht alle Wünsche erfüllen. Zum Beispiel, was das Platzangebot für die Musikschule betrifft. Die Schule hat derzeit 620 Quadratmeter Kapazität, bald werden es 730 Quadratmeter sein. Was allerdings ein Stück weit von den erhofften 900 Quadratmetern entfernt ist. Die aber hätte baulich nicht gepasst und finanziell schon gar nicht, machte Heinfried Stuve deutlich. Die praktischen Folgen dieser Reduzierung halten sich aber in Grenzen. Eins allerdings ist wirklich schade: In der neuen Musikschule wird es keinen Dudelsackraum geben.

Spenden können auf das Konto des Fördervereins (Nummer: 3100 00807) bei der Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld (Bankleitzahl: 8005 3722) eingezahlt werden. Bitte als Kennwort "Probensaal" angegeben.