Übung bei Bernburger Firma

Auto „aufgeschnitten“ - Feuerwehren aus Drosa und Dornbock trainieren den Ernstfall

Von Uwe Lehmann 30.11.2021, 13:37
Realitätsnah wurde in Bernburg geübt.
Realitätsnah wurde in Bernburg geübt. Foto: Uwe Lehmann

Drosa/Bernburg/MZ - Bei einer fast vierstündigen Übung haben die Freiwilligen Feuerwehren aus Drosa und Dornbock am Sonnabend auf dem Gelände der Karosseriebau und Fahrzeugverwertung im Friedenshaller Ring von Bernburg den Einsatz nach einem Verkehrsunfall geübt.

Laut Szenario waren in den Unfall drei Fahrzeuge verwickelt. Mehrere Personen sollten sich verletzt haben, ein Fahrzeug versperrte die Zufahrt zur Unfallstelle. Bei Ankunft der Wehren wurde von der Einsatzleitung ein Erkundungstrupp losgeschickt, der wenige Minuten später das Szenario bestätigte.

In Firmeninhaber Thomas Heine hatten die Verantwortlichen der Feuerwehren einen wichtigen Mitstreiter gefunden. „Besser können wir es hier nicht haben“, sagte Matthias Schmidt, stellvertretender Wehrleiter der Drosaer Wehr. Recht hatte er, hatte doch Heine zusammen mit Mirko Ludwig von der Feuerwehr Dornbock am Tag zuvor einige Unfallszenarien „fast detailgetreu“ vorbereitet. An schrottreifen Fahrzeugen mangelt es Heine jedenfalls nicht.

„Eine praktische Übung festigt theoretische Kenntnisse“

Was aber für den Tag noch wichtig werden würde, Heine entpuppte sich als wichtiger Ansprechpartner. Der Bernburger hat arbeitsbedingt mit einem Abschleppdienst schon viele Verkehrsunfälle aufsuchen müssen und dabei sehr unterschiedliche Situationen vorgefunden. Diese Erfahrungen gibt er nun den Feuerwehrleuten weiter. „Ich finde es super, dass solche Übungen abgehalten werden“, so Heine. Matthias Schmidt schiebt hinterher: „In der Theorie weiß jeder, was er zu tun hat. Aber eine praktische Übung festigt die gewonnenen theoretischen Kenntnisse ungemein.“

Der 44-Jährige muss es wissen, wird er doch als Berufsfeuerwehrmann in Magdeburg fast täglich mit Unfallszenarien konfrontiert: „Aber auch wir führen, wenn es zeitlich passt, immer wieder Übungseinheiten durch, um die Abläufe zu festigen.“

Bei den samstäglichen Übungsszenarien kam zur Rettung der Verunfallten hauptsächlich der hydraulische Rettungssatz zur Anwendung. So konnten alle den Umgang mit dem Spreizer, der Schere, dem Rettungszylinder oder der Glassäge üben. Zuvor galt es aber, die Fahrzeuge zu sichern. Ob nun mit einer Leiterkonstruktion oder nur durch das Unterlegen von Holzkeilen. Unter den Augen der Beobachter Thomas Heine, Mirko Ludwig und Matthias Schmidt wurden dann verschiedene Bergungsszenarien abgearbeitet.

Heine wies zudem darauf hin, dass es bei der Bergung des Verletzten sehr wichtig ist, mit diesem zu sprechen: „Ihm zu erklären, was gerade um ihn herum passiert, beruhigt den Verletzten. So kann er sich auf das Kommende vorbereiten und weiß auch einmal, wann es weh tun könnte. Zudem ist es ganz wichtig, auch untereinander zu kommunizieren. Wenn es geht auch etwas lauter.“

Auch der Einsatz zweier gleichzeitig arbeitender Trupps wurde geübt. „Es kann ja sein, dass bei einem Unfall mit mehreren Fahrzeugen parallel gearbeitet werden muss“, so Mirko Ludwig, „dann wird nach Dringlichkeit entschieden. Am anderen Auto wird dann hauptsächlich mit Muskelkraft und den kleineren Werkzeugen die Rettung vorgenommen.“

Kameraden kämpfen in Bernburg mit widerspenstigen Türen

In Bernburg öffneten Max Lier und Max Schäfer zwei Autotüren an einem Renault mit ihrer Muskelkraft, sie arbeiteten mit der Brechstange und anderen Hebeln. Nach gut fünfzehn Minuten hatten sie beide Türen geöffnet. „Ich hätte aber nicht gedacht, dass solch eine Tür so widerspenstig sein kann“, sagte Max Schäfer.

Lob kam von Matthias Schmidt, der diese vierstündige Übungseinheit mit zwölf Kameraden und eine Kameradin als sehr gelungen ansah. Für das Frühjahr ist eine vielleicht größere Übung mit noch mehr Einsatzkräften geplant. „Da könnte ich einiges mehr vorbereiten“, so Heine abschließend.