Pflege von Grünflächen

Ärger um zugewuchertes Mahnmal auf dem Friedhof von Weißandt-Gölzau

Von Doreen Hoyer
Blick auf das Mahnmal
Blick auf das Mahnmal (Foto: Bresch)

Weißandt-Gölzau - Den Ärger über ungepflegte Grünflächen hat Köthen durchaus nicht für sich allein gepachtet - das wurde zum Beispiel am Mittwochabend im Feuerwehr- und Umweltausschuss des Stadtrates Südliches Anhalt deutlich. Dort wurde in der Einwohnerfragestunde der Zustand so einiger Flächen kritisiert - stadteigener, aber auch solcher, für die eher der Landkreis zuständig wäre.

Im Speziellen ging es um ein Mahnmal auf dem Friedhof Weißandt-Gölzau. Es erinnert an sieben KZ-Häftlinge, die während eines Todesmarsches 1945 im Ortsgebiet von den SS-Wachen ermordet wurden. Die Gesamtanlage soll erweitert werden, um auch an die bei Zwangsarbeit im Gölzauer Schwelwerk ums Leben gekommenen sowjetischen Kriegsgefangenen würdig zu erinnern.

„Man kann kaum zum Stein vordringen“

An diesem Mahnmal nun, so Ortsbürgermeister Burkhard Bresch, stünde das Unkraut schon 1,50 Meter hoch. „Man kann kaum zum Stein vordringen“, sagte er. Einige Einwohner hätten schon überlegt, die russische Botschaft zu informieren, wie im Südlichen Anhalt mit derlei sensiblen Themen umgegangen werde.

„Wir sind dran, das abzustellen“, sagt Fachbereichsleiter Christian Volkmer auf MZ-Nachfrage. In den kommenden Tagen solle sich jemand um den Bereich kümmern - nicht nur, weil es Beschwerden gab. Das sei ohnehin geplant gewesen. Das Problem: Aktuell gibt es nur drei Mitarbeiter, die sich um die Pflege der 26 Friedhöfe im Stadtgebiet kümmern. Da habe man zunächst dort die Grünflächen gepflegt, wo Beisetzungen anstanden, jetzt seien auch Mahnmale dran. (mz)