Bürgermeisterwahl in Jessen

Warum Amtsinhaber Michael Jahn erneut kandidiert

Der Amtsinhaber Michael Jahn (SPD) wirbt erneut um das Vertrauen der Bürger. Was ihn veranlasst hat, wieder zu kandidieren.

Von Frank Grommisch
Seit sieben Jahren ist Michael Jahn Bürgermeister in Jessen, einer Stadt mit 44 Ortsteilen, wie er hervorhebt Jetzt kanidiert er erneut.
Seit sieben Jahren ist Michael Jahn Bürgermeister in Jessen, einer Stadt mit 44 Ortsteilen, wie er hervorhebt Jetzt kanidiert er erneut. Foto: Frank Grommisch

Jessen/MZ - Es gibt weiterhin reichlich Arbeit. „Es ist noch viel zu tun für die Stadt“, sagt Michael Jahn (SPD). Deshalb kandidiert der 59-jährige Amtsinhaber erneut als Jessener Bürgermeister für die nächsten sieben Jahre. Die Entscheidung fällt am 26. September oder, bei Notwendigkeit, in der Stichwahl am 8. Oktober.

Für ihn sei klar gewesen, dass er weitermachen möchte, da habe es keinen Zweifel gegeben. Die Basis sei geschaffen, auf der er weiterarbeiten möchte. Von seinen drei Berufen (zuvor Jagdflugzeugführer der NVA, Bezirksgeschäftsführer der Krankenkasse DAK) bezeichnet er das Amt des Bürgermeisters als Krone. Es sei vielseitig und erfordere große Anstrengungen. Doch nicht einer allein könne wirksam etwas verändern, sondern das gelinge nur in der Gemeinschaft. Die Stadt sei gut aufgestellt, wichtig sei der Zusammenhalt, dann werde auch weiterhin einiges geschafft. „Wir sind auf einem guten Weg.“

Nächste Vorhaben

In den vergangenen sieben Jahren sei einiges erreicht worden, auch aufgrund großer Fleißarbeit in der Verwaltung. Er erinnert daran, dass etwa 2018 die Stadt aus 15 Förderprogrammen Nutzen ziehen konnte. Wesentliche Investitionen erfolgten etwa in Seyda und Linda. Derzeit liefen Anstrengungen, dass die Klödener ein neues Gerätehaus für die Feuerwehr bekommen und die Sporthalle in Seyda in Ordnung gebracht werden kann. Die Rote Schule in Jessen soll zu einem Kultur-Zentrum werden. Zu den jüngsten Erfolgen gehört, dass für das Umgestalten von Teilen des Sportplatzes Schweinitz Fördermittel eingesetzt werden können.

Er erwähnt, dass nach seinem Amtsantritt im Januar 2015 vieles anders geregelt wurde und werden musste. Er benennt die stärkere Einbeziehung der Stadträte, der Ortsteilbeiräte und der Einwohner. Es gehe darum, fügt er an, die Gestaltungsfähigkeit der Stadt zu stärken und möglichst nicht von anderen abhängig zu sein. Da ist die Finanzsituation der Stadt ein entscheidendes Kriterium. Vor sieben Jahren betrug das Defizit im Haushalt 3,7 Millionen Euro. Im Laufe der Jahre konnte es auf derzeit eine halbe Million Euro reduziert werden. Ein in Ein- und Ausgaben ziemlich ausgeglichener Haushalt ermöglicht der Stadt andere Spielräume. Zunehmend selbstständig über Investitionen in der Stadt zu entscheiden, neben dem wirkungsvollen Einsatz von Fördermitteln, ist das Bestreben.

Nach dem Ausbruch von Corona war die Stadtverwaltung in einem bisher nicht bekannten Ausmaß zusätzlich gefordert und immer arbeitsfähig. Die Aufgaben einer Stadtverwaltung seien eigentlich andere, „doch wir mussten uns kümmern. Wir mussten Druck machen, selbst was einleiten, weil andere ausgefallen sind.“ Es wurde vor Ort gehandelt und den Leuten geholfen, so beim Organisieren von Impfterminen im Rathaus am Markt sowie bei Corona-Tests.

Ergebnisse zählen

Als Glück bezeichnet Michael Jahn, dass die Wirtschaft größtenteils die schwierige Phase gut überstanden hat. Überhaupt bedeutet für ihn Wirtschaftshilfe, wenn konkret auf Bedürfnisse reagiert wird. So sei das etwa beim Bau der Tankstelle an der B 187 und des Einkaufsmarktes am Höfchen gewesen.

Es sei gelungen, gewollte Entwicklungen zum Erfolg zu führen. Es gehe ihm darum, Ergebnisse zu erzielen. „Leere Worte helfen da nicht.“ Das gelte auch für Probleme, die Jessen nicht allein lösen kann, wie die ärztliche Versorgung sowie den Bau der Umgehungsstraße und straßenbegleitender Radwege. Als Bürgermeister verschaffe er sich Gehör, im Kreis, im Land und auch im Bund. Als SPD-Bürgermeister sei er stets respektiert und angehört worden. Trotz vieler Alltagsaufgaben vertritt er die Position, dass man keinen Traum aus den Augen verlieren und sich nicht von der Realität erschlagen lassen sollte.