Selbstverteidigungskurs für Frauen

Selbstverteidigungskurs für Frauen: Schreien, schlagen, treten

Jessen - Über 20 Frauen lernen beim Jessener BSV, sich zu verteidigen.

Von Ute Otto 31.05.2018, 12:44

Der zweite Selbstverteidigungskurs für Frauen beim Jessener Budo- und Selbstverteidigungsverein ist im Mai zu Ende gegangen. Heiko Gleißert vom Vorstand verbucht diesen als vollen Erfolg. „Wir hatten über 20 Teilnehmerinnen“, berichtet er, „und alle haben über die zehn Einheiten durchgehalten.“

Durch die Verlegung der Trainingsabende von Donnerstag auf Freitag und die damit längere Verfügbarkeit des Übungsraums in der Sporthalle des Gymnasiums Jessen konnte die Trainingszeit von einer auf eineinhalb bis zwei Stunden erweitert werden.

Zu viel geworden sei das den Teilnehmerinnen nicht. „Eigentlich war die Zeit immer zu kurz. Sie hätten am liebsten noch weiter geübt“, erzählt Gleißert. Schließlich hätten die Frauen auch viele Fragen gehabt, die über den jeweiligen Trainingsstand hinaus gegangen seien. Trainer waren Sven Thieme, Heiko Gleißert, Steffen Lehmann und David Porschke.

Vermittelt wird den Frauen in einem solchen Kurs, wie sie potenzielle Gefahrensituationen erkennen und solchen durch selbstbewusstes Auftreten, Körpersprache und Selbstbehauptung begegnen können. Neben der rechtlichen Seite der Selbstverteidigung lernen die Teilnehmerinnen dann auch einfache Grundtechniken, um sich bei körperlichen Angriffen zur Wehr setzen zu können; sich aus Griffen, Umklammerungen oder gar Würgen zu befreien.

Bis zur ersten Hälfte des Lehrgangs hätten die Frauen gebraucht, um beim Training aus sich heraus zu gehen. Das fange beim Schreien an, das zwei Funktionen erfülle - den Gegner einzuschüchtern und auf sich aufmerksam zu machen. Und sie müssen sich im Ernstfall bei Angriffen mit Waffen - dazu zählen auch Stock, Salzstreuer oder Kugelschreiber - von der Angst lösen, den Gegner zu verletzen. „Da muss man an sich arbeiten, die Hemmschwelle zu überwinden“, sagt der Trainer. „Hier geht es um die eigene Gesundheit.“

„Wir haben viele Rollenspiele gemacht“, erzählt Gleißert, „das ist wichtig, damit man auch in Stresssituationen das Gelernte sofort parat hat. Am Ende des Kurses stand das so genannte Szenarientraining: Steffen Lehmann trat als Angreifer auf - vollständig im Schutzanzug, auf dass die Frauen Schläge und Tritte mit voller Kraft ausüben.

„Ich denke, es hat allen Spaß gemacht“, resümiert der BSV-Vorstand. „Wir wollen auch im nächsten Jahr wieder einen Kurs anbieten.“ Wiederholerinnen bekommen übrigens Rabatt bei der Kursgebühr. „Wir Trainer machen das alles ehrenamtlich“, berichtet Gleißert. Die Einnahmen aus den Kursgebühren werden für die Nachwuchsarbeit des Vereins eingesetzt. (mz)