Schlittenhunderennen in Leipa

Schlittenhunderennen in Leipa: Ampelstart auf 24 Beinen

Leipa - Der Heimat- und Schlittenhundeverein richtet das dritte Wagenrennen aus.

Von Thomas Tominski

Am Rand der Glücksburger Heide sind am ersten Novemberwochenende die Hunde los. Der Heimatverein richtet zusammen mit dem Schlittenhundesportverein Sachsen (SSVS) in Leipa das dritte Wagenrennen aus. „Hoffentlich“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins, Detlef Polzenhagen, „wird es nicht zu warm. Denn bei Temperaturen über zehn Grad plus müssen wir die Strecken verkürzen.“

Diese Aussage kann Matthias Gräfe, der Sport- und Jugendwart beim SSVS ist, nur bestätigen. „Das ist für die Hunde viel zu warm. 20 Grad minus ist das beste Wetter. Da laufen meine Siberian Huskys am weitesten“, so Gräfe, der in Leipa mit acht Vierbeinern an den Start geht.

Bewährte Kommandos

Der Sport- und Jugendwart kommt das dritte Mal nach Leipa. Er mag das schöne Herbstwetter, die Strecken und schätzt die gute Organisation des Mitausrichters. Der Musher erzählt, dass seine Hunde langsam in die Jahre kommen (sieben bis neun) und er den Nachwuchs an die Aufgaben im Gespann heranführen muss.

Die leistungsstarken Siberian Huskys fressen Trockenfutter plus Fleisch, bei Mehrbelastung oder Kälte ist die Ernährung etwas fettreicher. Beim Kommando „Go“ spurten die Hunde laut Gräfe „wie die Raketen“ los. „Bei ,Stopp’ sollten sie irgendwann anhalten“, schiebt er scherzhaft nach. Der Sport- und Jugendwart will in Leipa über sechs und zehn Kilometer starten und visiert in beiden Rennen einen Platz auf dem Siegerpodest an.

Stammgast aus Schleesen

Ebenfalls mit großen Ambitionen im Gepäck reist Silvio Spruth aus Schleesen an. Der 38-Jährige bringt mit Ehefrau Juliane und Tochter Mia seine ganze Familie mit. „Meine Frau hat mit Iva und Mo die besten Leithunde“, sagt Spruth, der seiner Gattin viel zutraut.

Er selbst hat sein Sechsergespann neu zusammengestellt und hofft, dass er mit diesem Team die Wintersaison in Angriff nehmen kann. Der Schleesener verwendet im Prinzip die selben Kommandos wie Gräfe. „Links ziehe ich etwas länger, rechts spreche ich kurz“, so der erfahrene Musher, der bei der Veranstaltung in Leipa ebenfalls zu den Stammgästen gehört.

Los geht es am 4. und 5. November jeweils um 10 Uhr. Veranstalter ist der SSVS Sachsen, die Organisation vor Ort übernimmt der Heimatverein Glücksburger Heide. Auf dem Programm stehen Wagenrennen über sechs und zehn Kilometer. Es gelten die Regeln des IFSS (International Federation of Sleddog Sports) und VDSV (Verband Deutscher Schlittenhundesportvereine).

„Wir reisen mit dem Wohnwagen an und bleiben das gesamte Wochenende“, so Spruth, der die Atmosphäre auf dem Campingplatz prima findet. So ein Musher-Abend sei immer etwas Besonderes. Der Heimatverein kümmert sich zudem rührend um alle Gäste. Von super Verpflegung bis perfekter Streckenführung ist alles da.

Solche Worte hört Polzenhagen gern. Der stellvertretende Vorsitzende erzählt, dass die Vorbereitungen „im Groben“ abgeschlossen und alle Genehmigungen zur Durchführung der Wagenrennen eingeholt worden sind. Die Kinder können sich zudem auf der Hüpfburg austoben, werden bei Bedarf geschminkt oder dürfen ihre Geschicklichkeit beim Basteln unter Beweis stellen.

Den Startschuss zu den ersten Rennen am Sonnabend feuert Heidekönigin Lisa Becker ab. Am Sonntag um 13 Uhr ist die Veranstaltung laut Polzenhagen beendet. „Nach Ablauf der einstündigen Einspruchsfrist führen wir gegen 14 Uhr die Siegerehrungen durch“, meint das Mitglied des Vereins Glücksburger Heide, der die gute Zusammenarbeit mit dem SSVS ausdrücklich lobt. „Die sind allesamt mit viel Herzblut bei der Sache.“

Die komplette Ausschreibung ist für Internetnutzer unter www.ssvs-sachsen.de einsehbar.

(mz)