Reformationsjubiläum

Reformationsjubiläum 2017: Wie sehr können sich Feuerwehren aus Jessener Raum einbringen?

Annaburg - Dreh- und Angelpunkt in den Feuerwehren ist das Personal.

Von Frank Grommisch

Wie stark können sich Feuerwehren der Region in das Sicherheitskonzept zum Reformationsjubiläum, vor allem zum Festgottesdienst Ende Mai einbringen? Dieses Thema beschäftigt derzeit die Löschtruppen. Auf keinen Fall dürfe an der Grundsicherung geschraubt werden, stellte Annaburgs Bürgermeister Klaus-Rüdiger Neubauer (parteilos) klar.

Auch wenn Feuerwehrleute in Wittenberg Dienst versehen, in der Stadt müsse ausreichend Personal und Technik vorhanden sein, um in Notfällen reagieren zu können. Viel Zeit, Absprachen hierfür zu treffen, bleibe nicht, machte Klaus-Rüdiger Neubauer deutlich. „Wir haben maximal noch ein Vierteljahr.“ Diese Monate, so der Bürgermeister würden sehr anstrengend und auch sehr emotional.

„Das wird jetzt immer konkreter“, sagt Jessens Stadtwehrleiter Hans-Peter Schaefer. Derzeit sehe er keine Probleme, die Anforderungen, die an Jessen gerichtet wurden, zu erfüllen. „Die Bereitschaft der Leute ist da.“ Die Planungen laufen. Vom 27. bis 29. Mai sollen auch Jessener Feuerwehrleute rund um die Uhr in Wittenberg mit der Katastrophenschutztechnik in Bereitschaft stehen. Das betreffe fünf Fahrzeuge und etwa 30 Leute, blickt Hans-Peter Schaefer voraus.

Überhaupt wird das Jahr 2017 die Wehren auf besondere Weise herausfordern. Dreh- und Angelpunkt dabei ist das Personal, nicht allein für solch zusätzliche Dienste, sondern für Notfälle in den Heimatorten. „Die Alarmglocken können gar nicht laut genug läuten“, äußert Annaburgs Stadtwehrleiter Mike Lange. Gerade in ländlichen Gebieten hänge der Brandschutz immens von freiwilligen Kräften ab.

„Eine funktionierende Feuerwehr der Zukunft ist untrennbar mit den Nachwuchszahlen der Gegenwart verbunden.“ Früher funktionierte das Nachwuchssystem, es hatte fast familiären Charakter. Doch das sei vorbei. „Die 24-stündige Einsatzbereitschaft können wir nur noch teilweise gewährleisten“, beschrieb Mike Lange das Problem für die Prettiner Löschtruppe, die er ebenfalls führt.

Es werde überlegt, andere Feuerwehrkräfte aus anderen Ortsteilen bzw. aus der Nachbarstadt Jessen, die in Prettin arbeiten, mit in den Einsatzdienst zu integrieren, um auch tagsüber schlagkräftig sein zu können. „Wir dürfen die Mühen nicht aufgeben, weitere Prettiner, aber auch Einwohner innerhalb der Stadt Annaburg für den Dienst in der Feuerwehr zu begeistern.“

Allerdings, es gibt auch Nachrichten von außerhalb, die Feuerwehrleute, die viele Stunden ihrer Freizeit für die Allgemeinheit opfern, erschaudern lassen. Mike Lange erinnert an den Angriff auf Feuerwehrmänner in Göttingen, an krankenhausreif geprügelte Kameraden in Salzgitter sowie an die von Unbekannten gelösten Radbolzen an einem Rettungswagen in Werder. „Das ist besorgniserregend.“ (mz)