Kriminalität

Rabiat und rücksichtslos

Zum wiederholten Mal wird ins Mehrgenerationenhaus des Jessener „Wir“-Vereins eingebrochen. Wie das die Arbeit belastet.

Von Klaus Adam
An dieser Stelle stand bis zum Einbruch ein Multifunktionsdrucker, zeigt ?Wir?-Vereinsvorsitzende Margit Mehr.
An dieser Stelle stand bis zum Einbruch ein Multifunktionsdrucker, zeigt ?Wir?-Vereinsvorsitzende Margit Mehr. (Foto: Klaus Adam)

Jessen - „So etwas geht an keinem reibungslos vorbei, wenn man herkommt und die Bescherung sieht“, gesteht Margit Mehr. Auch wenn sie einen Tag, nachdem abermals im Mehrgenerationenhaus des Jessener „Wir“-Vereins in der Robert-Koch-Straße eingebrochen wurde (die MZ berichtete), schon wieder etwas Ruhe gefunden hat. Xenia Drawert, Mitarbeiterin der Tafel war es, die am Mittwoch als Erste das Haus am Rande des Jessener Neubauviertels betrat und das Ausmaß des Einbruches entdeckte. „Sie hat sofort die Polizei verständigt und dann auch mich angerufen“, berichtet die Vorsitzende des Wohlfahrtsvereines am Donnerstag dem MZ-Reporter.

Schaden ist höher

Die Schadenssumme von 1.000 Euro, die sie nach einer ersten Sichtung den Tatortermittlern der Polizei nannte, reicht bei weitem nicht. Margit Mehr: „Da hatten wir noch gar nicht bemerkt, dass die Einbrecher auch eine Kühltruhe der Tafel halb ausgeräumt hatten.“ Auch das für das Mittagessen des Mittwoch bereitgelegte Gut ist auf diese Art verschwunden. Bei ihrem Raubzug durch das Haus haben die Täter wieder einmal mehrere Türen aufgehebelt. Auch einen Stahlschrank öffneten sie. „Da haben wir aber gar kein Geld drin, sondern Personalunterlagen“, so Margit Mehr. Aus einem Sparschwein holten sie die Geldscheine heraus, „das Kleingeld hat sie nicht interessiert“, meint die Vereinschefin. Aus ihrem Arbeitszimmer entwendeten die Täter einen Multifunktionsdrucker. „Die Technik fehlt natürlich nun für unsere Arbeit.“

Nicht zum ersten Mal

Das Widersinnige eines solchen Einbruchs ist, „dass sie hier ausgerechnet einen Wohlfahrtsverband schädigen, der selbst nicht viel hat. Wir arbeiten dafür, anderen helfen zu können, mit dem sozialen Möbelhof, den anderen sozialen Diensten, mit der Tafelversorgung“, sagt eine bestürzte Chefin des Vereines.

Zumal es auch nicht der erste Einbruch in diesem Mehrgenerationenhaus ist. Mindestens im Sommer 2019 und im Herbst 2011 wurde das Vereinsobjekt von nächtlichen Einbrechern heimgesucht. Obwohl es eigentlich mitten in bewohntem Gebiet liegt, finden die Täter wohl dennoch Winkel, aus denen heraus ihr gesetzloses Werk weder beobachtet noch gehört wird. „Auch wenn unsere Männer die Schäden wie jetzt wieder so schnell wie möglich reparieren, die Schäden bleiben ja doch“, ist Margit Mehr klar. Die Arbeit im Haus zumindest war einen Tag lang unmöglich.

Ein regelrechtes Chaos hinterließen die Einbrecher bei ihrer Suche.
Ein regelrechtes Chaos hinterließen die Einbrecher bei ihrer Suche.
(Fotos: M. Mehr)
Die Akten im aufgebrochenen Stahlschrank interessierten die Täter wohl nicht.
Die Akten im aufgebrochenen Stahlschrank interessierten die Täter wohl nicht.
Margit Mehr