Jubiläum

Kunstrasenplatz in Zahna eingeweiht

Der VfB Zahna weiht zum 100. Vereinsgeburtstag seinen modernen Kunstrasenplatz ein. Der Bürgermeister spricht schon von der Fußball-Landesliga.

Von Michael Hübner
Zahnas Vereinspräsident Tino Przygode (Mi.) hat mit einem symbolischen Scherenschnitt den neuen Kunstrasenplatz frei gegeben.
Zahnas Vereinspräsident Tino Przygode (Mi.) hat mit einem symbolischen Scherenschnitt den neuen Kunstrasenplatz frei gegeben. (Foto: Sven Wieder)

Zahna - Es ist die Stunde der Wahrheit: Männer outen sich. „Ich bin ein bekennender Skeptiker“, sagt Tino Przygode. Der Präsident des VfB Zahna nutzt die Festveranstaltung zum 100. Geburtstag des Vereins für ein ungewöhnliches Statement. „Ich danke allen, die nicht auf mich gehört haben“, sagt er. Und auch für Bürgermeister Peter Müller (Freie Wähler) ist die Zeit reif für ein Geständnis.

„Ich war zuerst auch etwas pessimistisch“, sagt das Stadtoberhaupt. Simon Schandert hat Verständnis für das reumütige Männer-Duo. „Das war ja auch eine Schnapsidee“, sagt der Kicker, der an eine Mannschaftsratssitzung vor fünf Jahren erinnert. Am 25. März 2016 haben die Fußballer beraten, wie der Sport auch für den Nachwuchs attraktiver gestaltet werden kann.

Damals ahnt niemand etwas von einem Virus namens Corona. „Aber wir haben alles abgearbeitet“, betont Schandert. Und seit Samstag ist es offiziell: Zahna hat einen Kunstrasenplatz! „Das ist der modernste und teuerste in der Region“, sagt der Kicker und nennt als Investitionssumme 550.000 Euro. Der Eigenanteil betrage 140.000 Euro. Nach seinen Angaben konnten für das ambitionierte Projekt „über 100 Sponsoren“ gewonnen werden.

Was Schandert nicht sagt: So eine Zahl ist nur durch engagiertes Klinkenputzen möglich. Der Zahnaer verdeutlicht aber die Leistung mit einem Vergleich zu einem Wittenberger Verein. Für die Sanierung der Sportstätte wurden 40.000 Euro Eigenanteil aufgebracht.

Flutlichtanlage wird geplant

In Zahna wird bereits das nächste Projekt in Angriff genommen. Der Kunstrasenplatz soll noch eine moderne Flutlichtanlage erhalten. Der Fördermittelantrag sei genehmigt, erklärt dazu der Präsident des Kreissportbunds, Uwe Loos. Nach seinen Angaben handele es sich um „eine fünfstellige Summe“. Und dann wird es ernst: Mit einem symbolischen Scherenschnitt und viel Beifall wird am Samstagmittag das neue Prunkstück des Sportkomplexes eröffnet.

Zunächst kicken in einem vereinsinternen Duell die Traditionsmannschaft und die Alten Herren. Am Nachmittag geht es um Punkte in der Kreisoberliga. Zahna empfängt zum ersten Pflichtspiel auf dem neuen Platz die Trebitzer Landesliga-Reserve und gewinnt 6:2. 80 Zuschauer erleben Historisches: Das erste Tor auf Zahnaer Kunstrasen erzielt Nico Oertel (22. Minute). Damit sichert sich der 24-Jährige seinen Eintrag in der Chronik des Vereins. Die weiteren Treffer markieren Björn-Christopher Wildenhain (45.), Leon Ayla Milanes (56.), Tim Schulze (75.), Sven Kühn (81.) und Jens Giese (89.).

Für die Gäste sind Rocco Skowronek (30.) und Christian Howe (63.) erfolgreich. Der Verlierer lobt den „super Rasen“. „Zahna war ja mal eine Fußballmacht“, sagt der Trebitzer Vizepräsident Udo Henschel. Und der Bürgermeister möchte, dass dies wieder so wird. „Landesklasse oder Landesliga“, nennt Müller, ein Fußball-Experte, als Ziel und übergibt zum Jubiläum vier Trainingsbälle. Eigentlich, so erzählt es der Nationalspieler der Bürgermeisterauswahl, wollte er einen „exklusiven Ball“ als Geschenk zum 100. übergeben. Aber so ein attraktives Spielgerät aufzutreiben, sei nicht möglich gewesen.

Nachwuchs hat Priorität

Auch in der Vergangenheit gibt es Schwierigkeiten zu meistern. Darüber berichtet zum Jubiläum Przygode. Nach seinen Angaben haben zehn Sportler vor 100 Jahren den Verein gegründet. Aktuell seien 340 Mitglieder registriert. 40 engagieren sich als Übungsleiter oder in den Abteilungsleitungen. Das seien Zahlen, die stolz machen.

Immerhin habe die Wende auf einen Schlag die Mitgliederzahl halbiert. Großes Augenmerk gelte den Jüngsten. „Der Nachwuchs ist unsere Zukunft“, sagt Przygode. Und der findet jetzt tolle Bedingungen vor. Am Samstag wird aber nicht Fuß- und Volleyball oder Dart gespielt, sondern vor allem zünftig gefeiert. (mz)

Peter Müller (li.) übergibt Bälle an Simon Schandert.
Peter Müller (li.) übergibt Bälle an Simon Schandert.
(Foto: Sven Wieder)