Kirche in Axien

Kirche in Axien: Papier-Schätze kommen unter die Menschen

Axien - Das Buch der Bücher ist die Bibel. Vielleicht erklärt sich daraus, dass in der Kirche Axien in den letzten Monaten ein papierner Schatz gewachsen ist. Ein Schatz, der allerdings nicht versteckt wird. Ganz im Gegenteil. Er steht allen, die sich an ihm bereichern wollen, offen. Die Rede ist von einer umfangreichen Buchsammlung, die in Form einer Buch-Tausch-Börse zu geistiger Erbauung einlädt. Es sei doch ein schönes Gefühl, so die Mitinitiatorin Sabine Griehl, wenn man ein Buch, was gefallen hat, auch anderen Menschen zugänglich ...

Von Evelyn Jochade 09.02.2015, 09:36

Das Buch der Bücher ist die Bibel. Vielleicht erklärt sich daraus, dass in der Kirche Axien in den letzten Monaten ein papierner Schatz gewachsen ist. Ein Schatz, der allerdings nicht versteckt wird. Ganz im Gegenteil. Er steht allen, die sich an ihm bereichern wollen, offen. Die Rede ist von einer umfangreichen Buchsammlung, die in Form einer Buch-Tausch-Börse zu geistiger Erbauung einlädt. Es sei doch ein schönes Gefühl, so die Mitinitiatorin Sabine Griehl, wenn man ein Buch, was gefallen hat, auch anderen Menschen zugänglich mache.

Schon über 500 Exemplare

Seit im April vergangenen Jahres diese Idee in die Tat umgesetzt wurde, haben stapelweise Bücher hier Einzug gehalten. Bis Oktober, so das Mitglied des Kirchenrates, sei der Bestand auf über 500 angewachsen. Seither zähle sie schon nicht mehr. Derzeit wird immer noch überwiegend gebracht. Sinn und Zweck aber ist es, Bücher zu tauschen. Das sollte bei dieser umfänglichen Auswahl nicht schwer fallen. Ausgenommen sind natürlich Radtouristen, die den vielbefahrenen Elberadweg nutzen. Bei ihrem Abstecher in die Axiener Kirche werden sie bereits am Grundstückseingang durch einen großen Aufsteller auf diese Besonderheit aufmerksam gemacht.

Beim ersten Durchschauen wird klar, hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. „Querbeet“, möchte man sagen. Von Sachbüchern über Belletristik, eine Kinderecke ist eingerichtet und auch die Klassiker der Literatur sind vertreten. Selbstverständlich fehlt auch christliche Literatur nicht, schließlich ist man in einer Kirche. „Ich staune manchmal“, so Sabine Griehl, „was die Leute für Schätze zu Hause haben.“

Ab und zu passiert es, dass sich Bücherfreunde hier treffen und tatsächlich über das eine oder andere Werk ins Gespräch kommen. Ein Zufall, der sich eventuell ausbauen ließe. Ausgebaut wird im Moment immer noch die Anzahl der Regale. Zur Zeit sind das 19 Stück aus Kiefernholz. Allesamt gefertigt von Werner Helwig. Sein Patent ist erweiterbar und stapelbar. In der Sakristei, wo das Gros des Buchbestandes zu finden ist, wird in Bälde der Platz nicht mehr ausreichen. Wohin dann mit all den Schätzchen? Darüber macht sich nicht nur Sabine Griehl ihre Gedanken.

Interesse fürs Gedruckte

Dass das auf Papier gedruckte Wort nicht zum Aussterben verurteilt ist, zeigt sich auch daran, dass sich Kinder und Jugendliche für das Angebot in der Axiener Kirche interessieren. Junge Leute also, die mit Computer und E-Book aufgewachsen sind. Oftmals ist schon der Geruch des Papiers, das Rascheln beim Umschlagen der Seiten, ein Erlebnis. Möglich, dass genau das die Schwestern Karoline (13) und Katharina (11) Meißner aus Axien gerade erfahren. Sie schauten sich nach Jugendbüchern um. Magnus Kondritz, der Nachwuchstorwart von Blau-Weiß Prettin nahm, wie sollte es anders sein, ein Fußballbuch mit nach Hause. (mz)